NLP und Neurolinguistische Programmierung

Neurolinguistische Programmierung (NLP)

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Wie würden Pflanzen klingen, wenn sie singen würden?

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David Schlegl
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Hast du dir darüber eigentlich je Gedanken gemacht? Sicher nicht. Viel spannender ist allerdings eine ganz andere Frage. Wohin hast du geschaut, als du überlegt hast? Du weißt es nicht. Stimmt. Du machst es nämlich ganz unbewusst. Denken und darüber nachdenken wo die Augen sind funktioniert nicht. Der Fokus liegt nur auf einem Objekt. Sobald du bewusst versuchen würdest zu wissen wo die Augen sind, könntest du über das andere nicht nachdenken. Und hier beginnt nicht nur Körpersprache, sondern auch NLP (Neurolinguistische Programmierung). Körpersprache ist unterbewusst und lässt sich nur sehr schwer steuern – sofern Körpersprache überhaupt steuerbar ist. Rein an der Richtung der Augen kann bereits erkannt werden, was ein anderer gerade macht und tut. Dies ist für das Gespräch von enormer Bedeutung, da du erkennen kannst, ob er Antworten verstanden hat, Nachdenkt oder sogar die Wahrheit sagt.

Was ist NLP?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. NLP ist ein Mix aus verschiedenen Sprachen, Rhetorikmustern, Methoden, Modelle und Strategien. NLP steht by the way für Neurolinguistische Programmierung und ist einfach und sehr abstrakt gehalten eine Kommunikation beziehungsweise Kommunikationsart oder ein Werkzeug für eine verbesserte oder andere Art der Kommunikation. Weniger abstrakt wird NLP, wenn die Buchstaben getrennt werden. Dann erhalten wir die Wörter: Neuro, Linguistisch sowie Programmieren.

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NLP bezieht sich auf das Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen, Handlungen und Wahrnehmungen auf unsere subjektive Erfahrung, die Weltanschauung sowie die Umwelt.

Landsiedel

Neuro wirst du vielleicht richtig erkannt haben, denn es verdeutlicht unser Nervensystem. Damit abstrahieren wir Informationen aus der Umwelt über unsere Sinnesorgane. Die Wahrnehmung – welche aber keinesfalls der Wirklichkeit oder Wahrheit entsprechen muss – als auch unser Fühlen, Verhalten und unsere Denkweise hängen unter anderem und größten Teils vom Nervensystem ab.

Linguistisch bedeutet nichts anders als die Sprache. Wie kommunizieren wir anderen – als auch mit uns selbst. Hierbei kommt es nicht nur auf das gesprochene, sondern auch auf Körpersprache oder Gedanken (zum Beispiel an uns selbst) an.

Programmieren kennen die meisten aus der Computersprache. Programmieren bedeutet allerdings auch etwas zu verändern. Bei der neurolinguistischen Programmierung kommt es auf die zielgerichtete Veränderung des Gegenübers oder eines Selbst an.

Warum und wann benötigen wir NLP?

Man kann nicht nicht kommunizieren!

Paul Watzlawick

Immer. Wir kommunizieren immer – wenn auch unterbewusst – und können somit NLP überall und immer einsetzen. Sei es beim Small Tag, bei einem wichtigen Meeting oder einem lockeren Plausch. NLP ist also nicht die Wunderwaffe schlecht hin – sondern eher verschiedene Werkzeuge, welche du verwenden kannst, wenn du mit anderem im Gespräch bist. Aus diesem Grund gibt es unheimlich viele Einsatzmöglichkeiten von NLP, wie du im nächsten Kapitel erfahren wirst.

Einsatzsmöglichkeiten von NLP

Die Einsatzmöglichkeiten von NLP sind nahezu grenzenlos. Medien, Politiker und Werbung nutzt eine bestimmte Sprache um Botschaften (teils unterbewusst) zu vermitteln. Dies soll Produkte, Botschaften, Aussagen, Meinungen im Höhrer verankern und Zustimmung auslösen. Ergänzt werden kann dies durch bildhaftes Material – so genanntes Story Telling. Hierbei kann jeder sein eigenes Bild selbst generieren, wodurch die Botschaft verstärkt wird. Weitere Einsatzmöglichkeiten von NLP sind unter anderem aber nicht ausschließlich:

  • Konfliktlösungen
  • wertschätzende und zielführende Kommunikation
  • Erziehung
  • Zielfindung und Zielerreichung
  • Coaching
  • Beratung
  • Verständnis
  • Verkauf
  • Politik
  • Rechtswesen
  • Pädagogik
  • Psychologie und Psychotherapie

Neurolinguistische Programmierung im täglichen Leben

Finde heraus, wann, wo und wie du beeinflusst wirst – erst dann wirst du die Welt kennen lernen.

David Schlegl

Wer die Sprache des Gegenübers versteht, der versteht den Inhalt. Wer NLP kann, versteht die Beeinflussung und kann sich möglicherweise besser dagegen währen oder andere Sichtweisen erfahren. Es können dem Gehirn besser “Halt” Argument geliefert werden, bevor eine mögliche Beeinflussung sich einbrennt.

Wirklich spannend (vor allem im Alltag) wird die neurolinguistische Programmierung aber nur durch ganz gewisse Werkzeuge. Verhaltenserkennung, Verhaltensverständnis sowie Beeinflussung. Bestimmte NLP Methoden zählen nämlich zu den Strategien, menschliches Verhalten zu kontrollieren und zu steuern. Dabei werden meist Muster herausgefunden, durch welche sich das Gegenüber beeinflussen lässt.

Beispiel: Kennst du den einen Kollegen, welcher immer Süßigkeiten isst? Mit einer Tafel Schokolade bekommt man oftmals Sachen schneller und das gute Arbeitsverhältnis und Arbeitsklima steigt. Das ist NLP.

NLP Techniken und Methoden

Wie eingangs erwähnt ist NLP eine Werkzeugkiste mit verschiedenen Methoden und Techniken. Einige davon möchte ich euch kurz aufzählen und beschreiben:

  • Rapport
  • Ankern
  • Time Line
  • Wahrnehmungsposition 1-2-3
  • Teile Verahndeln
  • Repräsentationssysteme
  • Fast-Phobia
  • Milton Modell
  • Six Step Reframing

Ankern

Reiz und Reaktionen auf den Reiz werden gekoppelt und gezielt hergestellt. Gefühle werden gespeichert und können so wieder abgerufen werden. Ankern ist also die Erweiterung der klassischen Konditionierung nach Pawlow. Der Nutzen am Anker ist gewünschte Reize beim Gegenüber oder sich selbst durch den “Anker” auszulösen.

Ein Reiz löst bei einem Menschen immer eine ganz bestimmte sowie gleiche Reaktion aus. Der Reflex im Gegensatz löst eine ungelernte und angeborene Reaktion aus.

Beispiel: Ein bestimmte Musik löst ein Gefühl oder bildliche Erinnerung aus.

Rapport im Sinne von Neurolinguistische Programmierung

Sympathie und Vertrauen sind die Basis für jedes gute Gespräch. Psychopathen können vor allem mit der Sympathie sehr gut spielen beziehungsweise jene vortäuschen. Rapport bezeichnet sich auf die Ebene und das Niveau des anderen zu begeben.

Beispiel: Der Rechtsanwalt erklärt seinem Mandanten etwas in verständlicher und einfacher Sprache anstelle von Juristendeutsch.

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Rapport setzt sich zum Ziel, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Dadurch wird Kontakt zum Unterbewusstsein geschaffen. Dies kann durch mehre Methoden und Strategien erreicht werden. So zählt zum Beispiel nachfolgende Liste darunter:

  • Spiegeln (Haltung, Gestik, Mimik)
  • Pacing (Ausdrucksverhalten, Sprachtempo)
  • Matching (Repräsentationssysteme)
  • Leading (Führen, Richtung verändern)

Eine Art des Reports ist auch den anderen zu Spiegeln. Dies geschieht meist bewusst sowie unterbewusst. Rapport zählt zu der fundamentalsten Grundlage im NLP.

Repräsentationssysteme

Reize werden meist durch unsere Sinnensorgane hervorgerufen. Dies sind sehen, hören, riechen, schmecken und berühren oder fühlen. Die meisten Reize werden über das Sehen und Hören aufgenommen. Riechen, Schmecken und Fühlen erfolgt meist unterbewusst.

Die drei Haupttypen sind visuell, auditiv und kinästhetisch. Dies deckt sich auch mit den Lerntypen, welche ebenso auditiv, visuell und kinästhetisch sein können.

Beispiel: Der Anschlag einer Tastatur sagt und unterbewusst, dass die Taste gedrückt wird. Wir stoppen also nicht. Trotzdem sehen wir beim Schreiben eher auf den Monitor und stoppen deshalb. Das Sehen ist also viel stärker ausgeprägt als das Fühlen.

Beispiel: Hören sie sich von drei unterschiedlichen Leuten eine Zusammenfassung an. Jeder wird darüber anders berichten. So gibt es verschiedene Signalwörter, welche immer wieder vorkommen. Nutze diese Signalwörter zum Beispiel für Pacing.

Beim Repräsentationssystem geht es nicht nur um die Obergruppe Sinne, sondern vor allem um das dahinter liegende. Beim Sehen kann so unterschieden werden, ob jemand schaut, blickt, beobachtet, guckt, etwas sichtbar ist, den Überblick hat, die Detailebene sucht, usw. Es geht um das “Wie”, “Was”, “Wann” und “Wo”. Achte auch auf die Atmung und Sprechgeschwindigkeit.

Aus der Gruppe der Repräsnetationssystem stammt auch das nützliche Werkzeug der Augenbewegungsmuster. Die Richtungen der Augen geben Aufschluss, aus welchen Systemen Informationen geladen werden. Durch Kontrollfragen findet sich die Richtung heraus, da jene sich durch die bevorzugte Hand unterscheiden können.

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Six-Step-Reframing betreffend Neurolinguistische Programmierung

Reframing kann man sich bildlich vorstellen. Ein Objekt wird aus einem Rahmen (Umgebung) herausgenommen und in einen anderen Rahmen gesteckt. Dadurch geht ein Bedeutungswechsel als auch ein Perspektivenwechsel einher.

Beispiel: Ist das Glas halbvoll oder halbleer. Nur der Rahmen (Frame) macht die Sichtweise aus – nicht jedoch das Ergebnis, welches bei jeder Sichtweise komplett ident ist. (Bedeutungsreframing)

Meist wird beim Reframing der Kontext geändert, wobei das Ergebnis unverändert bleibt. Reframing kann neben den Kontext (Kontextreframing) auch die Bedeutung (Inhaltsreframing) betreffen. Beim Six-Step Reframing werden in sechs Schritten Verhaltensgewohnheiten erkannt und verändert. Die 6 Schritte sind:

  • Identifizieren
  • Verbinden
  • Trennen von Absicht und Verhalten
  • Neue Verhaltensweisen entwickeln (Kreativität)
  • Übernahme
  • Check

Mit dem Six-Step Reframing sollen Symptome verändert werden, welche sich dem Bewusstsein entziehen. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung zwischen der Absicht und dem Verhalten. Reframing wird vor allem von Psychologen angewendet – sodass bei einer guten NLP Ausbildung du diesen nicht mehr benötigen wirst.

Wahrnehmungspositionen 1-2-3

Die Wahrnehmungsposition ist auch ein Perspektivenwechsel. Die erste Position kennzeichnet dabei den eigenen Körper. Die Bewertung und die Beschreibung ist somit ident. Die Position 2 ist die Identifizierung mit einer anderen Person und nimmt somit das Gegenüber wahr. Dadurch werden Körpergefühle und Wahrnehmung des Gegenübers übernommen. Durch das Verhalten kann auf seine Absicht geschlossen werden, wodurch das Gegenüber auf tieferen Ebenen verstanden werden kann. Die dritte Position ist die höhere logische Ebene. Hierbei bist du als auch dein Gegenüber Player – du übernimmst also die Rolle des Moderators. Als externer Beobachter kann Position 1 als auch Position 2 verarbeitet werden. Dies schafft einen enormen Informationsvorsprung.

Bei den Wahrnehmungspositionen ist es wichtig, nicht nur auf das Gesprochene (auditive) einzugehen. Nutze auch die anderen Sinne, also visuell (Körpersprache, Mimik, Gestik) und kinästhetisch (Gefühle) wahr. Nur dadurch kannst du von der Position 3 in eine Meta Ebene kommen und alle 3 Positionen gleichzeitig wahrnehmen.

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