Marseille Kreuzfahrtausflug auf eigene Faust: Route vom Hafen

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Marseille ist kein Kreuzfahrthafen, bei dem alle Schiffe unmittelbar vor der Altstadt anlegen. Die großen Kreuzfahrtschiffe nutzen meistens die Terminals am Môle Léon Gourret im weitläufigen Industriehafen nördlich des Stadtzentrums. Von dort liegen ungefähr sechs Kilometer zwischen dem Schiff und der Innenstadt. Zu Fuß lässt sich dieser Bereich wegen der Hafenanlagen und angrenzenden Schnellstraßen nicht sinnvoll verlassen. Einige kleinere Schiffe können dagegen näher an La Joliette beziehungsweise am J4 anlegen.

Genau diese Entfernung macht die Vorbereitung wichtiger als in kompakteren Kreuzfahrthäfen. Wer den Transfer ignoriert, verliert schnell einen erheblichen Teil des Landgangs mit der Orientierung im Hafengelände oder mit dem Warten auf den falschen Shuttlebus.

Ein organisierter Ausflug ist trotzdem nicht zwingend notwendig. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich gut auf eigene Faust verbinden. Entscheidend sind ein klarer Transferplan, eine begrenzte Route und ein ausreichend großer Rückkehrpuffer.

Mein persönliches Highlight ist nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern die Abfolge des Tages: zuerst die moderne Architektur am Meer, dann die engen Gassen von Le Panier, anschließend der Vieux-Port und zum Abschluss der Blick von Notre-Dame de la Garde über die gesamte Stadt.

Stand: August 2026. Shuttlezeiten, Liegeplätze und Busverbindungen können sich abhängig von Schiffsanläufen, Bauarbeiten und Veranstaltungen ändern. Die Angaben sollten kurz vor dem jeweiligen Hafenaufenthalt kontrolliert werden.

Marseille für Kreuzfahrtgäste auf einen Blick

ThemaEmpfehlung
Ideale Aufenthaltszeitmindestens 7 Stunden zwischen Freigabe und „Alle an Bord“
Mindestzeit für die Innenstadtungefähr 5 Stunden
Beste Transfermöglichkeitkostenloser Hafenshuttle nach La Joliette
Alternativeöffentlicher Bus 35T
Beste kompakte RouteLa Major – Mucem – Le Panier – Vieux-Port
Bestes PanoramaNotre-Dame de la Garde
Sinnvoller Rückkehrpuffermindestens 90 Minuten
Calanques und Innenstadt kombinierenbei einem normalen Hafenstopp nicht empfohlen
Geeignet für Mobilitätseinschränkungenteilweise, aber Le Panier und Notre-Dame besitzen Steigungen

Wo legt das Kreuzfahrtschiff in Marseille an?

Môle Léon Gourret und Marseille Provence Cruise Terminal

Die meisten großen Kreuzfahrtschiffe legen an einem der Terminals A bis E im Bereich Môle Léon Gourret an. Die offizielle Zufahrt erfolgt über Gate 4 des Grand Port Maritime de Marseille.

Der Hafen ist groß. Je nach Terminal und Liegeplatz kann bereits der Weg vom Schiff zum Abfahrtsbereich der Shuttlebusse einige Zeit beanspruchen. Die offizielle Hafeninformation weist darauf hin, dass zwischen der Haltestelle am Terminalzugang und einzelnen Einschiffungsbereichen noch 600 Meter bis 2,5 Kilometer liegen können.

Für Transitpassagiere werden die Laufwege häufig durch interne Abläufe oder Shuttleangebote des Schiffes verkürzt. Trotzdem sollte nicht davon ausgegangen werden, dass nach dem Verlassen des Schiffes sofort die Innenstadt beginnt.

J4 und La Joliette

Kleinere Kreuzfahrtschiffe können näher am Stadtzentrum im Bereich J4 oder La Joliette anlegen. Von dort sind die Kathedrale La Major, das Mucem und Le Panier zu Fuß erreichbar.

Die konkrete Route hängt deshalb vom tatsächlichen Liegeplatz ab. Nicht allein der Eintrag „Marseille“ im Reiseplan entscheidet über den Transferaufwand.

Marseille
Marseille

Vom Kreuzfahrthafen in die Innenstadt

Kostenloser Hafenshuttle

Der Grand Port Maritime de Marseille betreibt an Tagen mit Kreuzfahrtschiffsanläufen einen kostenlosen Shuttle zwischen dem Kreuzfahrthafen und La Joliette beziehungsweise dem Bereich Terrasses du Port.

Nach den aktuell veröffentlichten Angaben fährt der Shuttle ungefähr zwischen 9:00 und 17:00 Uhr im 30-Minuten-Takt. Er wird für Transitgäste sowie ein- und ausschiffende Passagiere angeboten.

Der Shuttle endet nicht direkt am Vieux-Port. La Joliette ist jedoch ein sinnvoller Startpunkt:

  • La Major liegt ungefähr zehn Gehminuten entfernt.
  • Das Mucem ist zu Fuß erreichbar.
  • Le Panier beginnt unmittelbar südlich des Viertels.
  • Metro und Straßenbahn ermöglichen weitere Fahrten.

Der kostenlose Shuttle ist meine erste Wahl, solange die Abfahrtszeit zur geplanten Route passt.

Öffentlicher Bus 35T

Die RTM-Linie 35T verbindet den Kreuzfahrtterminal direkt mit der Place de la Joliette. Sie fährt ausschließlich an Kreuzfahrttagen. Die Fahrpläne werden an die Zahl und die Ankunftszeiten der erwarteten Schiffe angepasst.

Die Linie ist eine zuverlässige Alternative, wenn der kostenlose Hafenbus gerade nicht fährt oder eine lange Warteschlange besteht.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln muss der Fahrschein bei jedem Einstieg entwertet werden. Die RTM ermöglicht auf geeigneten Linien außerdem die direkte Bezahlung beziehungsweise Validierung mit einer Bankkarte.

Shuttlebus der Reederei

Viele Reedereien bieten einen eigenen Transfer an. Dieser ist häufig kostenpflichtig, hält dafür aber näher am Schiff und teilweise direkt im Bereich des Vieux-Port.

Der Vorteil liegt in der einfachen Orientierung. Der Nachteil ist der im Vergleich zum kostenlosen Hafenbus meist höhere Preis.

Vor dem Kauf sollte kontrolliert werden:

  • Wo der Bus in der Stadt hält
  • Wann die letzte Rückfahrt stattfindet
  • Ob Tickets nur für eine bestimmte Abfahrtszeit gelten
  • Ob der Transfer tatsächlich bis zum Vieux-Port oder nur bis La Joliette fährt

Taxi

Ein Taxi ist die schnellste Option, sofern am Terminal keine lange Warteschlange besteht. Die Tourismusorganisation nennt ungefähr 20 Euro für die Fahrt zwischen Kreuzfahrthafen und Innenstadt. Verkehr, konkreter Terminal und Ziel können den Preis verändern.

Für zwei bis vier Personen kann ein Taxi wirtschaftlich sinnvoller sein als mehrere teure Reederei-Shuttletickets.

Zu Fuß

Vom Hauptterminal am Môle Léon Gourret sollte nicht versucht werden, vollständig zu Fuß in die Innenstadt zu gelangen. Die Strecke führt durch beziehungsweise entlang großflächiger Hafen- und Verkehrsanlagen und ist nicht als normaler touristischer Fußweg vorgesehen.

Bei einem Liegeplatz am J4 gilt das nicht. Von dort beginnt der Stadtrundgang praktisch direkt am Schiff.

Die ideale Route für einen Marseille-Kreuzfahrtausflug

Die folgende Route ist für einen Aufenthalt von ungefähr sieben bis acht Stunden konzipiert. Sie beginnt und endet in La Joliette.

Zeitplan

Zeit nach Ankunft in La JolietteStation
00:00Kathedrale La Major
00:40Mucem und Fort Saint-Jean
01:40Le Panier
02:50Vieux-Port
03:30Mittagspause
04:15Fahrt zu Notre-Dame de la Garde
05:00Basilika und Aussicht
06:00Rückfahrt zum Vieux-Port
06:30Weiterfahrt oder Fußweg nach La Joliette
07:00Hafenshuttle zum Schiff

Der Plan enthält keine langen Museumsbesuche. Er konzentriert sich auf Marseille selbst und nicht auf möglichst viele kostenpflichtige Innenräume.

1. Kathedrale La Major

Von La Joliette führt der erste Weg zur Cathédrale Sainte-Marie-Majeure, meist einfach La Major genannt.

Die gestreifte Fassade aus hellem und dunklem Stein passt zur monumentalen Lage zwischen Altstadt, Hafen und moderner Architektur. La Major ist eine der wenigen großen Kathedralen, die unmittelbar am Meer stehen.

Der Eintritt ist kostenlos. Für den Innenraum und den Platz vor der Kathedrale genügen ungefähr 30 bis 40 Minuten. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Saison und kirchlichen Veranstaltungen.

Mein persönliches Highlight

Besonders stark ist nicht nur der Innenraum, sondern der Blick vom Platz vor der Kathedrale. Auf einer Seite steht die historische Kirche, auf der anderen das moderne Mucem. Diese direkte Gegenüberstellung erklärt Marseille besser als eine lange historische Einführung.

2. Mucem und Fort Saint-Jean

Von La Major geht es weiter zum Mucem, dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeerraums.

Das moderne J4-Gebäude ist über eine schmale Fußgängerbrücke mit dem historischen Fort Saint-Jean verbunden. Die Außenbereiche und Verbindungswege können kostenlos betreten werden. Für die Ausstellungen wird ein Museumsticket benötigt.

Die Ausstellungshallen sind regulär dienstags sowie am 1. Mai und 25. Dezember geschlossen. Im Juli und August gelten derzeit Öffnungszeiten von 10:00 bis 20:00 Uhr; in anderen Monaten schließt das Museum früher.

Lohnt sich eine Ausstellung während des Kreuzfahrtstopps?

Nur bei schlechtem Wetter oder einem sehr langen Aufenthalt.

Für eine normale Hafenliegezeit würde ich die Außenarchitektur, die Dachbereiche, die Brücke und das Fort priorisieren. Allein dieser Rundgang vermittelt bereits den stärksten Teil des Mucem-Erlebnisses und kostet wesentlich weniger Zeit.

Mein bevorzugter Weg

Nicht nur vor dem Gebäude fotografieren. Der bessere Rundgang führt durch die frei zugänglichen Außenbereiche, über die Brücke und in das Fort Saint-Jean. Von dort öffnen sich Perspektiven auf den Vieux-Port, La Major und die Hafeneinfahrt.

3. Durch Le Panier

Vom Fort Saint-Jean beziehungsweise von La Major führt der Weg hinauf in Le Panier, das historische Viertel hinter dem Hafen.

Le Panier besteht nicht aus einer einzelnen Hauptsehenswürdigkeit. Der Reiz entsteht aus den schmalen Gassen, Treppen, kleinen Plätzen, Wandmalereien und den unterschiedlich erhaltenen Fassaden.

Eine sinnvolle Route führt über:

  1. Rue du Petit Puits
  2. Place des Moulins
  3. Vieille Charité
  4. Rue du Panier
  5. Place de Lenche
  6. Abstieg zum Vieux-Port

Die Vieille Charité ist ein ehemaliges Armenhaus mit einem ovalen Innenhof und einer zentralen Kapelle. Heute befinden sich in der Anlage Museen und kulturelle Einrichtungen.

Wie viel Zeit braucht Le Panier?

Für einen kompakten Rundgang genügen ungefähr 60 Minuten. Mit Museumsbesuch, Cafépause oder Einkauf lässt sich hier deutlich mehr Zeit verbringen.

Bei einem Kreuzfahrtausflug würde ich das Viertel nicht mit einer starren Liste abarbeiten. Einige Gassen enden in Treppen oder führen in überraschende Innenhöfe. Genau diese kleinen Umwege sind der eigentliche Mehrwert.

Mein persönliches Highlight

Die Place des Moulins wirkt weniger spektakulär als die bekannten Hafenmotive. Gerade deshalb gehört sie für mich zu den stärksten Punkten. Nach den lebhaften Straßen rund um den Hafen entsteht hier für einige Minuten ein ruhiger, beinahe dörflicher Eindruck.

4. Vieux-Port

Nach dem Abstieg aus Le Panier öffnet sich der Vieux-Port.

Der Alte Hafen ist heute vor allem Marina, Treffpunkt und Ausgangspunkt für Ausflugsboote. Die historischen Forts Saint-Jean und Saint-Nicolas markieren seine Einfahrt. Oberhalb der Stadt ist bereits Notre-Dame de la Garde sichtbar.

Am Kopf des Hafens steht der spiegelnde Pavillon L’Ombrière. Seine polierte Unterseite reflektiert Menschen, Boote und den Platz kopfüber und bietet eines der ungewöhnlicheren Fotomotive der Route.

Der Vieux-Port ist außerdem der logische Ausgangspunkt für:

  • Notre-Dame de la Garde
  • Château d’If
  • die Frioul-Inseln
  • Bootstouren entlang der Küste
  • den kurzen Ferry Boat

5. Mit dem Ferry Boat über den Alten Hafen

Der Ferry Boat überquert den Vieux-Port auf einer nur 283 Meter langen Strecke zwischen Quai du Port und Quai de Rive Neuve. Die Fahrt dauert ungefähr drei bis vier Minuten und kostet derzeit 0,50 Euro. Für bestimmte RTM- und CityPass-Nutzer ist sie bereits enthalten. Der Betrieb kann bei ungünstigem Wetter ausgesetzt werden.

Diese Überfahrt ist kein notwendiger Transportbaustein. Sie ist eine kurze, preiswerte Ergänzung, wenn gerade ein Boot bereitliegt.

Bei einer längeren Warteschlange ist der Fußweg rund um den Kopf des Hafens schneller.

6. Mittagspause am Vieux-Port

Für einen Kreuzfahrttag eignet sich eine unkomplizierte Mahlzeit besser als ein langes Menü.

Sinnvolle Optionen sind:

  • Panisse
  • Fisch oder Meeresfrüchte
  • Tapenade mit Brot
  • provenzalisches Gebäck
  • ein einfaches Mittagsgericht abseits der ersten Hafenreihe

Eine traditionelle Bouillabaisse ist kein schnelles Streetfood. Ein gutes Menü benötigt Zeit und ist vergleichsweise teuer. Bei einem engen Hafenprogramm würde ich sie nicht spontan zwischen Vieux-Port und Basilika einplanen.

Mein bevorzugter Ablauf ist eine kurze Mittagspause von ungefähr 45 Minuten und anschließend die direkte Weiterfahrt zur Basilika.

7. Notre-Dame de la Garde

Notre-Dame de la Garde steht auf einem Hügel südlich des Vieux-Port und ist das Wahrzeichen von Marseille.

Die Basilika ist täglich von 7:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos. Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen haben Vorrang vor touristischen Besichtigungen.

Im Inneren fallen besonders die Mosaike und die zahlreichen Votivgaben von Seeleuten auf. Der Vorplatz bietet einen beinahe vollständigen Rundblick über Stadt, Hafen, Küste und Inseln.

Mit dem Bus 60

Die öffentliche Buslinie 60 fährt vom Bereich Vieux-Port beziehungsweise Mucem bis unterhalb der Basilika. Von der Endhaltestelle sind nur noch die letzten Stufen hinaufzugehen.

Das ist die günstigste und praktischste Variante.

An Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen können die Busse voll sein. Für die Rückfahrt sollte deshalb nicht ausschließlich die letzte theoretisch passende Verbindung eingeplant werden.

Mit dem Petit Train

Der touristische Zug startet am Vieux-Port und fährt über die Küstenstraße zur Basilika. Die Strecke ist landschaftlich interessanter als eine direkte Busfahrt.

Der Fahrpreis beträgt 2026 elf Euro für Erwachsene und sechs Euro für Kinder. In der Hauptsaison sind ungefähr alle 20 Minuten Abfahrten vorgesehen, bei starkem Andrang teilweise häufiger.

Der Petit Train ist langsamer als ein Taxi, verbindet die Fahrt aber mit einer kleinen Stadtrundfahrt. Für den ersten Besuch ist er eine gute Wahl, sofern die Warteschlange überschaubar bleibt.

Zu Fuß

Vom Vieux-Port dauert der Fußweg ungefähr 45 Minuten und führt deutlich bergauf.

Nach mehreren Stunden in Le Panier ist dieser Aufstieg an heißen Tagen nicht meine bevorzugte Variante. Zu Fuß lohnt er sich vor allem bei milden Temperaturen und ausreichend Zeit.

Mein persönliches Highlight

Der stärkste Aussichtspunkt liegt für mich auf der Seite in Richtung Vieux-Port und Kreuzfahrthafen. Von oben wird sichtbar, wie weit das Hauptterminal tatsächlich vom historischen Zentrum entfernt liegt. Gleichzeitig lassen sich fast alle Stationen des Tages noch einmal räumlich einordnen.

8. Rückkehr zum Schiff

Von Notre-Dame de la Garde geht es zurück zum Vieux-Port. Anschließend bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • zu Fuß entlang des Hafens nach La Joliette,
  • Metro vom Vieux-Port mit Umstieg,
  • Bus oder Straßenbahn,
  • Taxi direkt zum Terminal.

Der Fußweg vom Vieux-Port nach La Joliette benötigt je nach Ausgangspunkt ungefähr 20 bis 30 Minuten. Mit Fotostopps am Hafen dauert er länger.

Vom Bereich La Joliette fährt der kostenlose Hafenshuttle zurück zum Kreuzfahrtterminal. Die letzte veröffentlichte reguläre Abfahrt liegt derzeit im Bereich von 17:00 Uhr. Schiffs- und Hafenaushänge haben Vorrang.

Mein Rückkehrprinzip

Ich würde La Joliette spätestens 90 Minuten vor „Alle an Bord“ erreichen.

Bei mehreren gleichzeitig ablegenden Schiffen, angekündigten Demonstrationen, starkem Verkehr oder einer frühen letzten Shuttlefahrt sollte der Puffer auf zwei Stunden erhöht werden.

Die Abfahrtszeit des Schiffes ist nicht mit „Alle an Bord“ identisch. Maßgeblich ist immer die von der Reederei veröffentlichte späteste Rückkehrzeit.

Kürzere Route bei nur fünf Stunden

Bei weniger als fünf Stunden zwischen Verlassen des Schiffes und notwendiger Rückkehr sollte Notre-Dame de la Garde entfallen.

Kompakte Route

  1. Shuttle nach La Joliette
  2. La Major
  3. Mucem und Fort Saint-Jean
  4. Le Panier
  5. Vieux-Port
  6. Rückweg nach La Joliette
  7. Shuttle zum Schiff

Diese Route lässt sich fast vollständig zu Fuß absolvieren und reduziert das Risiko durch volle Busse oder Verkehr auf dem Weg zur Basilika.

Mein Schwerpunkt läge in diesem Fall auf dem Bereich zwischen La Joliette und Vieux-Port. Hier liegen die stärksten Kontraste Marseilles auf engem Raum.

Marseille bei Regen

Bei starkem Regen eignet sich folgende Route:

  1. La Major
  2. Mucem-Ausstellungen
  3. Vieille Charité
  4. Mittagessen im Bereich Le Panier oder Vieux-Port
  5. bei besserer Sicht Notre-Dame de la Garde

Das Mucem ist dienstags für reguläre Ausstellungsbesuche geschlossen. Die frei zugänglichen Außenbereiche sind bei starkem Wind und Regen nur eingeschränkt attraktiv.

Als zusätzliche Schlechtwetteroption kommen die Geschäfte und Restaurants der Terrasses du Port in La Joliette infrage. Sie liegen nahe dem Abfahrtsbereich des Hafenshuttles.

Lohnt sich ein Ausflug in die Calanques?

Die Calanques zwischen Marseille und Cassis gehören zu den landschaftlich stärksten Zielen der Region. Für einen normalen Kreuzfahrtstopp würde ich sie trotzdem nicht mit einer ausführlichen Besichtigung von Marseille kombinieren.

Bootstour

Bootstouren starten unter anderem am Vieux-Port. Der Vorteil liegt darin, dass keine lange Wanderung notwendig ist. Der Nachteil besteht in festen Abfahrtszeiten, wetterbedingten Änderungen und einer mehrstündigen Bindung an die Tour.

Eine Bootstour ist sinnvoll, wenn:

  • die Calanques das klare Hauptziel sind,
  • das Schiff mindestens neun bis zehn Stunden im Hafen liegt,
  • die Tour früh beginnt,
  • nach der Rückkehr mindestens zwei Stunden Reserve bleiben.

Wanderung

Eine individuelle Wanderung ist bei einem Kreuzfahrtstopp riskanter. Zwischen 1. Juni und 30. September können Bereiche des Nationalparks abhängig von der Waldbrandgefahr vollständig oder teilweise gesperrt werden. Auch Zufahrtsstraßen unterliegen saisonalen Einschränkungen.

Für einen kurzen Landgang sind Hitze, Anreise, Wegfindung und wechselnde Zugangsbeschränkungen ungünstig.

Meine Einschätzung

Bei einem ersten Marseille-Besuch würde ich die Stadt wählen. Die Calanques sind eine Alternative zur Stadt, keine zusätzliche Station nach Mucem, Le Panier und Notre-Dame.

Château d’If und Frioul-Inseln

Vom Vieux-Port verkehren Schiffe zum Château d’If und zu den Frioul-Inseln. Das Château d’If ist durch Alexandre Dumas’ Roman „Der Graf von Monte Christo“ bekannt. Die Frioul-Inseln bieten felsige Buchten, Wanderwege und Bademöglichkeiten.

Der Ausflug hängt stark von Wind, Seegang und Fahrplan ab. Bei einem Kreuzfahrtstopp sollte vor dem Ticketkauf die vollständige Hin- und Rückfahrt geprüft werden.

Ich würde die Inseln nicht mit Notre-Dame de la Garde kombinieren. Eine sinnvolle Entscheidung lautet entweder:

  • klassische Stadtroute mit Basilika
    oder
  • Vieux-Port, Château d’If beziehungsweise Frioul und kurzer Altstadtrundgang

Aix-en-Provence als Kreuzfahrtausflug

Aix-en-Provence eignet sich für Reisende, die eine kleinere, elegantere Provence-Stadt den Gegensätzen Marseilles vorziehen.

Der Ausflug sollte jedoch als eigenständiges Tagesziel behandelt werden. Transfer zum Bahnhof oder Busbahnhof, Fahrt nach Aix und Rückkehr zum Kreuzfahrtterminal benötigen einen erheblichen Teil des Hafenaufenthalts.

Auf eigene Faust würde ich Aix nur wählen, wenn:

  • mindestens acht bis neun Stunden verfügbar sind,
  • Hin- und Rückfahrt vorab feststehen,
  • ausreichend Reserve für Störungen bleibt,
  • Marseille selbst bereits bekannt ist.

Bei kürzeren Liegezeiten ist ein organisierter Reedereiausflug die risikoärmere Variante.

Was lohnt sich nicht bei einem normalen Hafenstopp?

Marseille, Aix und Calanques an einem Tag

Diese Kombination sieht in Ausflugsbeschreibungen umfangreich aus, führt aber zu viel Transferzeit und sehr kurzen Aufenthalten.

Ein vollständiger Mucem-Besuch plus alle Stadtviertel

Die Ausstellungen können mehrere Stunden beanspruchen. Wer das Museum ausführlich besichtigt, sollte Le Panier oder Notre-Dame kürzen.

Eine spontane lange Bouillabaisse-Mahlzeit

Für ein knappes Tagesprogramm ist ein mehrgängiges Fischmenü zu zeitintensiv.

Rückkehr mit dem letzten möglichen Shuttle

Ein technischer Defekt, Verkehrsstau oder eine lange Warteschlange reicht aus, um den Zeitplan zu gefährden.

Vollständiger Fußweg vom Hauptterminal

Der industrielle Hafen ist nicht mit einem kompakten Altstadthafen vergleichbar. Shuttle oder Taxi sind Teil des Ausflugs und kein optionaler Komfort.

Kosten eines individuellen Kreuzfahrtausflugs

LeistungUngefährer Preis
Kostenloser Hafenshuttlekostenlos
Kathedrale La Majorkostenlos
Außenbereiche des Mucemkostenlos
Le Panierkostenlos
Vieux-Portkostenlos
Ferry Boat0,50 Euro
Notre-Dame de la Gardekostenlos
Petit Train11 Euro für Erwachsene
Taxi Hafen–Innenstadtungefähr 20 Euro pro Fahrzeug
Essen und Getränkenach Auswahl

Ein preiswerter Marseille-Tag ist damit problemlos möglich. Die kostenintensivsten Entscheidungen sind Reederei-Shuttle, Taxi, Museumseintritte und längere Restaurantbesuche.

Praktische Tipps für Kreuzfahrtgäste

Liegeplatz am Vorabend kontrollieren

Der tatsächliche Terminal entscheidet über Transfer und Zeitbedarf. Informationen können in der App der Reederei, im Tagesprogramm oder auf dem Hafenaushang erscheinen.

Shuttle-Rückfahrt fotografieren

Abfahrtsort, letzte Fahrt und Hinweise sollten am Morgen fotografiert werden. La Joliette besitzt mehrere Bushaltestellen und größere Straßenachsen.

Offline-Karte speichern

Die Gassen von Le Panier sind unübersichtlich. Eine offline gespeicherte Karte reduziert Umwege und Datenprobleme.

Sonnenschutz und Wasser mitnehmen

Zwischen Mucem, Le Panier und Notre-Dame entstehen längere sonnige Abschnitte. Die Steigungen wirken im Sommer anstrengender als die Entfernungen vermuten lassen.

Wertsachen körpernah tragen

Am Vieux-Port, in vollen Bussen und an touristischen Haltestellen gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einer großen europäischen Hafenstadt.

Schiffszeit verwenden

Die Uhrzeit an Bord kann von automatisch eingestellten Smartphones abweichen. Maßgeblich ist ausschließlich die im Tagesprogramm veröffentlichte Schiffszeit.

Häufige Fragen zum Marseille-Kreuzfahrtausflug

Kann man vom Kreuzfahrthafen Marseille zu Fuß in die Innenstadt gehen?

Vom Hauptterminal am Môle Léon Gourret ist das nicht sinnvoll. Der Hafen liegt ungefähr sechs Kilometer vom Zentrum entfernt und ist von Hafen- und Schnellstraßen umgeben. Vom Liegeplatz J4 kann das Zentrum dagegen zu Fuß erreicht werden.

Gibt es einen kostenlosen Shuttlebus?

Ja. An Kreuzfahrttagen fährt ein kostenloser Hafenshuttle zwischen dem Kreuzfahrtterminal und La Joliette. Der derzeit veröffentlichte Betrieb erfolgt ungefähr von 9:00 bis 17:00 Uhr im 30-Minuten-Takt.

Wo hält der kostenlose Shuttle?

Der Shuttle verbindet den Hafen mit dem Bereich La Joliette beziehungsweise Terrasses du Port. Von dort sind La Major, das Mucem und Le Panier zu Fuß erreichbar.

Was ist die beste Route für einen ersten Besuch?

La Major, Mucem, Fort Saint-Jean, Le Panier, Vieux-Port und Notre-Dame de la Garde bieten die beste Mischung aus Architektur, Altstadt, Hafenatmosphäre und Aussicht.

Wie kommt man zur Notre-Dame de la Garde?

Vom Vieux-Port fährt die öffentliche Buslinie 60 zur Basilika. Alternativ verkehren der Petit Train und Taxis. Der Fußweg dauert ungefähr 45 Minuten und führt deutlich bergauf.

Lohnt sich das Mucem bei einem kurzen Aufenthalt?

Die frei zugänglichen Außenbereiche und das Fort Saint-Jean lohnen sich bereits ohne Ausstellungsticket. Für die vollständigen Ausstellungen sollten mindestens zwei zusätzliche Stunden eingeplant werden.

Sollte man Marseille oder Aix-en-Provence besuchen?

Bei einem ersten Hafenaufenthalt ist Marseille die logischere Wahl, weil keine zusätzliche Überlandfahrt erforderlich ist. Aix eignet sich für einen langen Liegetag oder wenn Marseille bereits bekannt ist.

Kann man Marseille und die Calanques an einem Tag kombinieren?

Nur bei einer sehr langen Liegezeit und einem exakt passenden Bootsausflug. Für normale Hafenaufenthalte sollte zwischen Stadt und Calanques gewählt werden.

Wie früh sollte man zum Schiff zurückfahren?

La Joliette sollte mindestens 90 Minuten vor der von der Reederei vorgegebenen spätesten Rückkehrzeit erreicht werden. Bei mehreren Schiffen oder ungünstiger Verkehrslage sind zwei Stunden sicherer.

Fazit: Marseille eignet sich gut für einen individuellen Landausflug

Marseille wirkt vom Kreuzfahrtterminal zunächst komplizierter als viele andere Mittelmeerhäfen. Der Hauptgrund ist nicht die Stadt selbst, sondern die Entfernung zwischen Schiff und Zentrum.

Nach der Ankunft in La Joliette wird der Ausflug deutlich einfacher. La Major, Mucem, Fort Saint-Jean, Le Panier und Vieux-Port liegen nah beieinander. Lediglich Notre-Dame de la Garde erfordert eine zusätzliche Bus-, Bahn- oder Taxifahrt.

Meine ideale Route beginnt nicht mit einer langen Fahrt aus Marseille hinaus. Sie nutzt die Gegensätze der Stadt: monumentale Kathedrale, moderne Museumsarchitektur, historische Gassen, lebhafter Hafen und schließlich das Panorama von der Basilika.

Aix-en-Provence, Château d’If und die Calanques sind gute Alternativen. Sie sollten jedoch nicht zusätzlich in denselben Hafenaufenthalt gepresst werden. Ein guter Kreuzfahrtausflug besteht nicht aus der längsten Sehenswürdigkeitenliste, sondern aus einer Route, die rechtzeitig wieder am Schiff endet.

Ergänzende Informationen findest du im ausführlichen Guide Marseille auf eigene Faust und im Beitrag Ein Tag in Marseille. Weitere Kreuzfahrthäfen behandelt Blogofant unter anderem in den Beiträgen Kotor für Kreuzfahrtgäste, Kreuzfahrt in Málaga und Kreuzfahrt nach Valencia.

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