Wo kann man aktuelle Blitze, Regengebiete und Wetterwarnungen zuverlässig nachschauen? Für Österreich sind die amtlichen Warnungen von GeoSphere Austria die wichtigste Grundlage. Ergänzend zeigen UWZ und Kachelmannwetter detaillierte Unwetter- beziehungsweise Radarkarten. LightningMaps stellt aktuelle Blitzentladungen dar, während Meteoalarm die offiziellen Warnungen zahlreicher europäischer Wetterdienste zusammenführt.
Ein einzelner Wetterdienst kann jedoch nicht alle Fragen gleich gut beantworten. Für eine verlässliche Einschätzung solltest du vier unterschiedliche Informationsarten kombinieren:
- Amtliche Wetterwarnung: Wie gefährlich kann die Wetterlage werden?
- Regenradar: Wo regnet, schneit oder hagelt es aktuell?
- Blitzkarte: Wo wurden zuletzt Blitze registriert?
- Wetterprognose: Wie entwickelt sich die Lage in den nächsten Stunden und Tagen?
Sie vier zuverlässige Quellen, um jederzeit gut informiert zu bleiben. Nutzen Sie diese Tools, um Ihre Aktivitäten besser zu planen und sicher durch jedes Wetter zu kommen.
Die besten Wetterdienste im Überblick
| Dienst | Am besten geeignet für | Region | Amtlich |
|---|---|---|---|
| GeoSphere Austria | Wetterwarnungen und Prognosen | Österreich | Ja |
| UWZ | Unwetterwarnungen und schnelle Übersicht | Österreich | Nein |
| AT-Alert | Akute behördliche Gefahrenmeldungen | Österreich | Ja |
| LightningMaps | Blitze in Echtzeit | Weltweit | Nein |
| Blitzortung.org | Aktuelle und historische Blitzaktivität | Weltweit | Nein |
| Kachelmannwetter | Radar, Blitze, Messwerte und Wettermodelle | Europa und weltweit | Nein |
| Windy | Animierte Wetterkarten und Modellvergleich | Weltweit | Nein |
| Meteoalarm | Zusammengeführte amtliche Warnungen | Europa | Ja, aggregiert |
| DWD WarnWetter | Amtliche Wetterwarnungen | Deutschland | Ja |
| MeteoSchweiz | Wetter- und Naturgefahrenwarnungen | Schweiz | Ja |
| AeroWeather | METAR und TAF für Flughäfen | Weltweit | Flugwetterdaten |
| HORA | Langfristige Naturgefahreneinschätzung | Österreich | Ja |
Welche Wetterseite ist die beste?
Die beste Wahl hängt von der konkreten Frage ab.
| Frage | Empfohlener Dienst |
| Gibt es eine amtliche Warnung in Österreich? | GeoSphere Austria |
| Wo befinden sich aktuelle Unwetter? | UWZ und GeoSphere Austria |
| Wo blitzt es gerade? | LightningMaps oder Blitzortung.org |
| Wann erreicht der Regen meinen Ort? | Kachelmannwetter oder lokales Regenradar |
| Wie entwickeln sich Wind und Niederschlag? | Windy oder Kachelmannwetter |
| Welche Warnungen gelten im europäischen Ausland? | Meteoalarm |
| Welche amtliche Warnung gilt in Deutschland? | DWD WarnWetter |
| Welche Warnung gilt in der Schweiz? | MeteoSchweiz |
| Gibt es eine akute Katastrophenwarnung? | AT-Alert und behördliche Informationen |
| Wie ist das Wetter an einem Flughafen? | AeroWeather beziehungsweise METAR und TAF |
1. GeoSphere Austria: Amtliche Wetterwarnungen für Österreich
GeoSphere Austria ist der nationale österreichische Dienst für Meteorologie, Geologie, Geophysik und Klimatologie. Für Entscheidungen mit Sicherheitsrelevanz sollten die dort veröffentlichten Warnungen die wichtigste Grundlage bilden.
Die Warnkarten umfassen unter anderem:
- Gewitter
- Starkregen
- Sturm
- Schnee
- Glatteis
- Hitze
- Kälte
Bei Gewitterwarnungen berücksichtigt GeoSphere Austria nicht nur Blitzschläge, sondern auch Starkregen, Sturmböen und Hagel. Die Warnungen werden in Grün, Gelb, Orange und Rot dargestellt.
Was bedeuten die Warnfarben?
| Farbe | Bedeutung | Konsequenz |
| Grün | Keine aktive Warnung | Normale Aufmerksamkeit |
| Gelb | Vorsicht | Lokale Beeinträchtigungen möglich |
| Orange | Achtung | Schäden und erhebliche Beeinträchtigungen möglich |
| Rot | Gefahr | Schwere Auswirkungen wahrscheinlich |
Eine gelbe Warnung bedeutet nicht, dass an jedem Ort innerhalb des Warngebiets automatisch ein Unwetter auftritt. Sie weist auf ein erhöhtes Risiko hin. Besonders Gewitter entstehen oft kleinräumig und können einzelne Gemeinden stark treffen, während wenige Kilometer entfernt kaum etwas geschieht.
Grenzen der GeoSphere-Warnungen
Die GeoSphere-Warnungen gelten in erster Linie für den österreichischen Dauersiedlungsraum. Hochalpine Regionen werden nicht vollständig durch die normale Warnkarte abgedeckt. Für Bergtouren müssen deshalb zusätzlich Bergwetter, Lawinenlage, lokale Prognosen und die konkrete Höhenlage berücksichtigt werden.
Die öffentlich verfügbare Warnschnittstelle reicht maximal vier Tage in die Zukunft. Eine Warnkarte ist daher kein Ersatz für eine längerfristige Reiseprognose.
2. UWZ: Unwetterwarnungen schnell überblicken
Die Österreichische Unwetterzentrale UWZ zeigt Warnungen für Gewitter, Hagel, Regen, Wind, Schneefall und gefrierenden Regen. Die Karten werden laufend aktualisiert und ermöglichen eine schnelle regionale Einschätzung.
UWZ eignet sich besonders für:
- eine schnelle Übersicht über Österreich,
- regionale Warnungen,
- Gewitter- und Hagellagen,
- Starkregen,
- Sturm,
- winterliche Gefahren.
UWZ ist kein staatlicher Wetterdienst. Bei abweichenden Warnstufen sollte eine amtliche Quelle wie GeoSphere Austria zusätzlich geprüft werden.
Unterschiedliche Warnungen bedeuten nicht zwingend, dass einer der Dienste falsch liegt. Wetterdienste können andere Schwellenwerte, Modelle, Aktualisierungszeitpunkte und räumliche Einteilungen verwenden.
3. AT-Alert: Akute Warnungen direkt auf das Mobiltelefon
AT-Alert ist das österreichische behördliche Warnsystem über Cell Broadcast. Meldungen werden von den Landeswarnzentralen oder dem Bundesministerium für Inneres über Mobilfunkzellen an Geräte im betroffenen Gebiet ausgesendet. Eine Registrierung, Telefonnummer oder besondere App ist nicht erforderlich.
AT-Alert kann unter anderem bei folgenden Gefahren eingesetzt werden:
- schweren Unwettern,
- extremem Starkregen,
- Hochwassergefahr,
- extremen Schneefällen,
- Lawinengefahr,
- Waldbrandgefahr,
- Chemieunfällen,
- Rauchgasen,
- Explosionsgefahr.
Das System ersetzt keine Wetter-App. Es wird nur bei entsprechend schwerwiegenden Situationen und nach Entscheidung der zuständigen Behörde eingesetzt.
Voraussetzungen für den Empfang
Das Mobiltelefon muss:
- eingeschaltet sein,
- Mobilfunkempfang haben,
- sich im betroffenen Gebiet befinden,
- außerhalb des Flugmodus betrieben werden,
- ein ausreichend aktuelles Betriebssystem besitzen.
Nach Angaben des Innenministeriums werden Android-Geräte grundsätzlich ab Android 11 und iPhones ab iOS 17.4 unterstützt. Auch ausländische Mobiltelefone können Warnungen empfangen, wenn sie in ein österreichisches Mobilfunknetz eingebucht sind.
Bei Android befinden sich die Einstellungen üblicherweise unter Sicherheit und Notfall – Notfallwarnungen. Auf dem iPhone stehen die Optionen am unteren Ende der Mitteilungseinstellungen.
Die höchste Warnstufe kann nicht deaktiviert werden.
4. LightningMaps: Blitze live auf der Karte verfolgen
LightningMaps zeigt aktuelle Blitzentladungen auf einer interaktiven Weltkarte. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus dem gemeinschaftlich betriebenen Sensornetzwerk Blitzortung.org.
Die Blitzpunkte werden nach ihrem Alter eingefärbt. Dadurch ist erkennbar, wo gerade neue Entladungen registriert werden und in welche Richtung sich ein Gewitterkomplex möglicherweise verlagert.
LightningMaps eignet sich für:
- aktuelle Gewitterbeobachtung,
- Blitzaktivität in der Umgebung,
- Einschätzung der Zugrichtung,
- Beobachtung entfernter Gewitter,
- weltweite Blitzkarten.
Eine Blitzkarte ist jedoch keine amtliche Warnung. Sie zeigt, wo bereits elektrische Entladungen registriert wurden. Sie kann weder garantieren, dass ein bestimmter Ort verschont bleibt, noch sämtliche Gefahren eines Gewitters darstellen.
Auch Starkregen, Sturmböen und Hagel können gefährlich sein, wenn in unmittelbarer Nähe nur wenige Blitze registriert werden.
5. Blitzortung.org: Das Sensornetz hinter vielen Blitzkarten
Blitzortung.org betreibt ein weltweites Netzwerk privater Blitzdetektoren. Die Messstationen registrieren elektromagnetische Signale von Entladungen. Aus den Zeitunterschieden zwischen mehreren Stationen wird die ungefähre Position eines Blitzes berechnet.
Die Karten zeigen aktuelle Gewitter und teilweise historische Blitzdaten. Die Abdeckung ist dort am besten, wo ausreichend viele Sensoren betrieben werden. In Europa ist die Dichte vergleichsweise hoch.
LightningMaps bietet meist die benutzerfreundlichere Darstellung. Blitzortung.org liefert zusätzlich technische Informationen über Sensoren und das Messnetz.
6. Kachelmannwetter: Radar, Blitzanalyse und Wettermodelle
Kachelmannwetter bietet zahlreiche meteorologische Karten und Messdaten:
- Niederschlagsradar
- Blitzanalyse
- Kombination aus Radar und Blitzdaten
- Stormtracking
- Satellitenbilder
- Wetterstationen
- Modellkarten
- Modellvergleiche
- Niederschlagsprognosen
- Wind- und Temperaturkarten
Der Dienst stellt mehrere globale und regionale Wettermodelle bereit, darunter ECMWF, ICON und GFS. Dadurch lassen sich unterschiedliche Berechnungen miteinander vergleichen.
Was zeigt das Regenradar?
Ein Wetterradar misst keine Regentropfen am Boden. Es sendet elektromagnetische Signale aus und wertet deren Reflexionen in der Atmosphäre aus. Daraus wird abgeleitet, wo sich Niederschlag befindet und wie stark er ungefähr ist.
Radarbilder eignen sich vor allem für die nächsten Minuten und Stunden. Anhand einer Animation lässt sich erkennen, ob sich ein Regengebiet nähert, abschwächt oder verstärkt.
Kachelmannwetter weist selbst darauf hin, dass Radarbilder auch Fehlechos enthalten können. Zudem kann eine einfache Radarfortschreibung neu entstehende oder sich rasch auflösende Gewitterzellen nur eingeschränkt erfassen.
Wann ist Kachelmannwetter besonders hilfreich?
Der Dienst eignet sich für Nutzer, die mehr als eine vereinfachte Symbolprognose sehen möchten. Besonders hilfreich sind:
- die zeitliche Entwicklung eines Niederschlagsgebiets,
- der Vergleich mehrerer Wettermodelle,
- die Kombination aus Radar und Blitzen,
- die Analyse einzelner Gewitterzellen,
- die Kontrolle aktueller Messwerte.
Die hohe Detailtiefe kann unerfahrene Nutzer allerdings überfordern. Einzelne Modellkarten sollten nicht isoliert als sichere Vorhersage interpretiert werden.
7. Windy: Wetterentwicklung weltweit visualisieren
Windy stellt Wetterdaten auf einer animierten Weltkarte dar. Zu den verfügbaren Ebenen gehören unter anderem:
- Wind
- Niederschlag
- Wetterradar
- Gewitter
- Temperatur
- Wolken
- Luftdruck
- Wellen
- Schneefall
- Luftqualität
- Satellitenbilder
Der Dienst eignet sich besonders für Reisen, Segeln, Flugsport, Bergsport und die großräumige Beobachtung von Wetterentwicklungen. Außerdem können verschiedene Wettermodelle miteinander verglichen werden.
Windy ist eine Visualisierungs- und Prognoseplattform, keine amtliche Warnbehörde. Für konkrete Gefahrenwarnungen sollte zusätzlich der nationale Wetterdienst des jeweiligen Landes geprüft werden.
8. Meteoalarm: Amtliche Warnungen für Europa
Meteoalarm bündelt Warninformationen der nationalen Wetterdienste zahlreicher europäischer Länder. Die Plattform stellt Warnungen aus 38 nationalen meteorologischen Diensten gemeinsam auf einer europäischen Karte dar.
Meteoalarm ist besonders nützlich für:
- Autofahrten durch mehrere Länder,
- Bahnreisen,
- Flugreisen,
- Campingreisen,
- Kreuzfahrten in europäischen Gewässern,
- Rundreisen,
- Urlaube im europäischen Ausland.
Bei einer konkreten Warnung sollte zusätzlich der nationale Wetterdienst des betroffenen Landes geöffnet werden. Dort stehen häufig ausführlichere Texte, regionale Details und Verhaltensempfehlungen.
9. DWD WarnWetter: Amtliche Warnungen für Deutschland
Für Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst die maßgebliche amtliche Quelle. Die WarnWetter-Angebote umfassen:
- aktuelle Wetterwarnungen,
- Warnkarten,
- regionale Warnlageberichte,
- Wochenvorhersagen für Wettergefahren,
- Warnungen bis auf Gemeindeebene,
- gespeicherte Orte und Favoriten.
Die WarnWetter-App kann Benachrichtigungen für den aktuellen Standort und ausgewählte Orte ausgeben.
Der DWD verwendet unter anderem folgende Warnstufen:
| Stufe | Farbe | Bedeutung |
| 1 | Gelb | Amtliche Wetterwarnung |
| 2 | Orange | Warnung vor markantem Wetter |
| 3 | Rot | Amtliche Unwetterwarnung |
| 4 | Dunkelrot | Warnung vor extremem Unwetter |
Die deutschen Warnstufen dürfen nicht ohne Weiteres mit den österreichischen Schwellenwerten gleichgesetzt werden.
10. MeteoSchweiz: Wetter- und Naturgefahren in der Schweiz
MeteoSchweiz veröffentlicht amtliche Warnungen für:
- Gewitter,
- Wind,
- Regen,
- Schnee,
- Straßenglätte,
- Hitze,
- Frost.
Zusätzlich können auf der Warnkarte weitere Naturgefahren wie Hochwasser, Waldbrand, Lawinen und Erdbeben eingeblendet werden. Durch Auswahl einer Warnregion werden Gültigkeitszeitraum, Gefahrenstufe und Verhaltensempfehlungen angezeigt.
MeteoSchweiz verwendet eine fünfstufige Gefahrenskala. Warnungen werden in der Regel ab Stufe 2 veröffentlicht. Die App ermöglicht automatische Warnmeldungen für ausgewählte Orte, Gefahren und Warnstufen.
11. AeroWeather: METAR und TAF für Flughäfen
AeroWeather ist auf Flugwetter spezialisiert. Die App bereitet vor allem METAR- und TAF-Meldungen auf.
METAR beschreibt das aktuell beobachtete Wetter an einem Flughafen. Dazu gehören unter anderem:
- Windrichtung und Windstärke,
- Sichtweite,
- Bewölkung,
- Temperatur,
- Taupunkt,
- Luftdruck,
- besondere Wettererscheinungen.
TAF ist eine zeitlich begrenzte Flugplatzprognose.
AeroWeather eignet sich für Piloten, Flugbegeisterte und Personen, die das aktuelle Wetter an Flughäfen beurteilen möchten. Für allgemeine Unwetterwarnungen ist die App weniger geeignet als GeoSphere Austria, DWD oder MeteoSchweiz.
Der bisherige Beitrag stellt AeroWeather als einen der vier wichtigsten allgemeinen Wetterdienste dar. Inhaltlich gehört die App besser in einen eigenen Abschnitt für Flugwetter.
12. HORA: Naturgefahren für einen Standort einschätzen
HORA steht für Natural Hazard Overview and Risk Assessment Austria. Das Portal zeigt mögliche Gefährdungen durch unterschiedliche Naturereignisse, darunter:
- Hochwasser,
- Oberflächenabfluss,
- Sturm,
- Hagel,
- Schnee,
- Erdbeben.
Die Karten dienen vor allem der Erstinformation über grundsätzliche Gefährdungen eines Standorts. HORA ist kein Live-Regenradar und keine kurzfristige Gewitterwarnung.
Das Portal ist beispielsweise relevant bei:
- Immobilienkauf,
- Bauplanung,
- Einschätzung eines Hochwasserrisikos,
- langfristiger Risikovorsorge,
- Auswahl eines Versicherungsumfangs.
13. Lawinenwarnungen im österreichischen Bergland
Normale Wetterwarnungen reichen für winterliche Bergtouren nicht aus. Vor Skitouren, Schneeschuhwanderungen und Aufenthalten im freien alpinen Gelände muss der aktuelle Lawinenlagebericht des jeweiligen Bundeslands geprüft werden.
Auf lawine.at sind die regionalen österreichischen Lawinenwarndienste erreichbar. Die Lageberichte enthalten Gefahrenstufe, Gefahrenstellen, Höhenlagen, Expositionen und eine Beschreibung des Lawinenproblems.
Eine Lawinenwarnung kann nicht aus einer normalen Wetter-App abgeleitet werden. Schneedeckenaufbau, Triebschnee, Altschnee und lokale Geländeformen sind eigenständige Gefahrenfaktoren.
Wetterwarnung, Radar und Blitzkarte: Was ist der Unterschied?
Wetterwarnung
Eine Wetterwarnung bewertet die erwartete Gefahr in einem bestimmten Gebiet und Zeitraum. Sie beruht auf Prognosen, Messwerten und meteorologischer Beurteilung.
Eine Warnung kann bereits aktiv sein, obwohl es am eigenen Standort noch sonnig ist.
Regenradar
Ein Regenradar zeigt, wo sich aktuell Niederschlagsechos befinden. Über eine Animation lässt sich die bisherige Verlagerung beobachten.
Radar ist vor allem für die kurzfristige Einschätzung der nächsten Minuten bis wenigen Stunden geeignet.
Blitzkarte
Eine Blitzkarte zeigt registrierte elektrische Entladungen. Sie bestätigt, dass eine Wolke beziehungsweise ein Niederschlagsgebiet bereits gewittrig aktiv ist.
Die Abwesenheit eines Blitzpunkts bedeutet nicht, dass eine Situation ungefährlich ist.
Wettermodell
Ein Wettermodell berechnet mögliche zukünftige Entwicklungen der Atmosphäre. Je weiter der Prognosezeitraum in der Zukunft liegt, desto größer wird grundsätzlich die Unsicherheit.
Bei Gewitterlagen kann bereits eine kleine Abweichung bei Temperatur, Feuchtigkeit oder Wind dazu führen, dass eine Gewitterzelle an einem anderen Ort entsteht.
Warum unterscheiden sich Wetter-Apps?
Wetter-Apps können für denselben Ort unterschiedliche Ergebnisse anzeigen. Häufige Ursachen sind:
- unterschiedliche Wettermodelle,
- verschiedene Modellauflösungen,
- andere Aktualisierungszeiten,
- unterschiedliche Berechnung des Ortswerts,
- abweichende Warnschwellen,
- automatische statt meteorologisch bewertete Prognosen,
- verschiedene Höhenmodelle,
- lokale Effekte durch Berge, Täler, Seen oder Städte.
Eine App mit einer scheinbar minutengenauen Zeitleiste ist nicht automatisch genauer. Besonders Gewitter lassen sich nicht mehrere Tage im Voraus auf eine einzelne Straße oder exakte Uhrzeit festlegen.
So prüfst du ein nahendes Gewitter richtig
Für eine kurzfristige Entscheidung eignet sich folgende Reihenfolge:
1. Amtliche Warnung öffnen
Prüfe GeoSphere Austria beziehungsweise den zuständigen nationalen Wetterdienst. Beachte Warnart, Stufe, Region und Gültigkeitszeitraum.
2. Regenradar ansehen
Starte die Animation und beobachte:
- Zugrichtung,
- Geschwindigkeit,
- Intensität,
- Neubildung von Zellen,
- Abschwächung oder Verstärkung.
3. Blitzkarte kontrollieren
Aktuelle Blitzpunkte zeigen, welche Niederschlagsbereiche bereits gewittrig sind.
4. Himmel und Umgebung beobachten
Achte auf:
- dunkle Wolken,
- zunehmenden Wind,
- Wetterleuchten,
- Donner,
- fallende Temperatur,
- Staubaufwirbelungen,
- rasche Wolkenentwicklung.
5. Nicht bis zum ersten Regentropfen warten
Blitze können vor dem eigentlichen Niederschlag auftreten. Auch eine Gewitterzelle, die den eigenen Standort knapp verfehlt, kann Sturmböen verursachen.
Wie weit ist ein Gewitter entfernt?
Zwischen Blitz und Donner vergeht Zeit, weil sich Licht wesentlich schneller ausbreitet als Schall.
Als einfache Näherung gilt:
Sekunden zwischen Blitz und Donner ÷ 3 = Entfernung in Kilometern
Beispiel:
- Blitz sichtbar
- Donner nach 15 Sekunden
- Entfernung ungefähr fünf Kilometer
Vergehen weniger als 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner, gilt das Gewitter als gefährlich nahe. Dann sollte sofort ein geschützter Ort aufgesucht werden.
Richtiges Verhalten bei Gewitter
Sichere Orte sind insbesondere:
- geschlossene Gebäude,
- Fahrzeuge mit geschlossener Metallkarosserie,
- entsprechend geschützte öffentliche Gebäude.
Zu meiden sind:
- einzelne Bäume,
- Waldränder mit hohen Bäumen,
- Berggipfel und Grate,
- Metallzäune,
- Gewässer,
- offene Boote,
- Fahrräder und Motorräder,
- offene Felder ohne Schutz.
Ist kein sicherer Ort erreichbar, sollten Personen Abstand voneinander halten und mit geschlossenen Füßen möglichst klein in die Hocke gehen. Hinlegen vergrößert die Kontaktfläche zum Boden und ist deshalb keine gute Lösung. Der österreichische Zivilschutz empfiehlt außerdem, bei weniger als 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner unverzüglich Schutz zu suchen.
Welche Kombination ist für welchen Zweck sinnvoll?
Alltag in Österreich
- GeoSphere Austria für amtliche Warnungen
- UWZ für eine zweite Warnübersicht
- Kachelmannwetter für Regenradar
- LightningMaps für aktuelle Blitze
- AT-Alert für akute behördliche Meldungen
Wandern und Bergtouren
- GeoSphere Austria
- regionale Bergwetterprognose
- Regenradar
- Blitzkarte
- bei Schnee zusätzlich Lawinenlagebericht
Im Gebirge kann das Wetter deutlich schneller wechseln als im Flachland. Die normale Ortsprognose für das Tal beschreibt nicht automatisch die Bedingungen am Gipfel.
Gartenfest oder Veranstaltung
Prüfe zunächst die amtliche Warnung. Beobachte anschließend regelmäßig Radar und Blitzkarte.
Bei einer Gewitterlage reicht es nicht, nur auf die angezeigte Regenwahrscheinlichkeit zu achten. Sturmböen können Zelte, Sonnenschirme, Bühnenaufbauten und lose Gegenstände gefährlich machen.
Autofahrt
- amtliche Warnungen für die gesamte Route prüfen,
- Regenradar vor der Abfahrt ansehen,
- während der Fahrt Verkehrsfunk und behördliche Hinweise beachten,
- bei extremer Sichtbehinderung sicher anhalten,
- überflutete Straßen nicht durchfahren.
Meteoalarm eignet sich besonders bei Fahrten durch mehrere europäische Länder.
Reise und Urlaub
Für den europäischen Urlaub sind Meteoalarm und der nationale Wetterdienst des Reiselandes die wichtigsten Warnquellen. Windy eignet sich zusätzlich für großräumige Wetterentwicklungen.
Warnungen sollten nicht nur für den Urlaubsort, sondern auch für Anreise, Zwischenstopps, Fährstrecken und geplante Ausflüge geprüft werden.
Flugreise
Für die allgemeine Wetterlage:
- nationaler Wetterdienst,
- Flughafeninformationen,
- Fluggesellschaft.
Für detailliertes Flugplatzwetter:
- AeroWeather,
- METAR,
- TAF.
Häufige Fehler bei Wetter-Apps
Nur eine App verwenden
Eine einzelne App kann Modellprognose, Warnung, Radar und Blitzortung selten gleich gut abdecken.
Eine Prozentzahl falsch interpretieren
Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 40 Prozent bedeutet nicht, dass es 40 Prozent des Tages regnet oder 40 Prozent der Fläche sicher nass werden.
Radar und Prognose verwechseln
Der bisherige Teil einer Radaranimation basiert auf Messungen. Der zukünftige Teil ist eine Berechnung beziehungsweise Fortschreibung.
Warnfarben ignorieren
Eine Warnung bezieht sich auf mögliche Auswirkungen, nicht nur auf die erwartete Regenmenge.
Gewitter auf eine genaue Minute festlegen
Eine App kann eine mögliche Gewitterphase anzeigen. Der tatsächliche Beginn am eigenen Standort kann deutlich abweichen.
Entwarnung aus einer leeren Blitzkarte ableiten
Eine Gewitterzelle kann sich neu bilden. Zudem sind Sturm, Hagel oder Starkregen auch ohne zahlreiche sichtbare Blitzpunkte gefährlich.
Häufige Fragen zu Blitzkarten und Wetterwarnungen
Wo kann man Blitze live sehen?
Aktuelle Blitze lassen sich über LightningMaps, Blitzortung.org und die Blitzkarten von Kachelmannwetter verfolgen.
Welches ist das beste Blitzradar?
LightningMaps ist besonders einfach zu bedienen. Kachelmannwetter eignet sich besser, wenn Blitzdaten gemeinsam mit Niederschlagsradar und Gewitterzellen betrachtet werden sollen.
Welche Wetterwarnung ist in Österreich offiziell?
Die amtlichen meteorologischen Warnungen stammen von GeoSphere Austria. AT-Alert dient zusätzlich für akute behördliche Gefahrenmeldungen.
Ist UWZ amtlich?
Nein. UWZ ist ein privater Wetterdienst. Die Warnungen sind als zusätzliche Informationsquelle nützlich, ersetzen aber keine amtliche Warnung.
Welches Regenradar ist für Österreich geeignet?
GeoSphere Austria, UWZ, Kachelmannwetter und Windy bieten unterschiedliche Radar- und Niederschlagsdarstellungen. Für detaillierte Animationen ist Kachelmannwetter besonders umfangreich.
Was bedeutet eine orange Wetterwarnung?
Orange bedeutet eine erhebliche Wettergefahr. Schäden, Verkehrsprobleme und Beeinträchtigungen der Infrastruktur sind möglich. Die genaue Bedeutung hängt von Warnart und Wetterdienst ab.
Was bedeutet eine rote Wetterwarnung?
Rot kennzeichnet eine gefährliche beziehungsweise schwere Wetterlage. Bei einer roten Warnung müssen aktuelle Prognosen, behördliche Anweisungen und Verhaltensempfehlungen besonders konsequent beachtet werden.
Warum zeigt meine Wetter-App keine Warnung?
Mögliche Gründe sind:
- Warnungen sind deaktiviert,
- der falsche Standort ist gespeichert,
- die App verwendet keine amtlichen Warnungen,
- die Warnung gilt für eine benachbarte Region,
- die App wurde noch nicht aktualisiert,
- Hintergrunddaten oder Benachrichtigungen sind eingeschränkt.
Kann man Gewitter genau vorhersagen?
Großräumige Gewitterlagen lassen sich häufig mehrere Tage im Voraus erkennen. Der genaue Ort und Zeitpunkt einer einzelnen Gewitterzelle sind jedoch oft erst kurzfristig abschätzbar.
Ist ein Auto bei Gewitter sicher?
Ein geschlossenes Fahrzeug mit Metallkarosserie bietet in der Regel einen guten Schutz. Fenster sollten geschlossen bleiben. Cabrios mit geöffnetem oder nichtmetallischem Dach sowie Fahrräder und Motorräder bieten diesen Schutz nicht.
Muss man eine App für AT-Alert installieren?
Nein. AT-Alert verwendet Cell Broadcast und benötigt grundsätzlich keine Registrierung oder zusätzliche App.
Welche Warnseite eignet sich für Europa?
Meteoalarm bietet eine gemeinsame Übersicht über die Warnungen der nationalen europäischen Wetterdienste. Für Detailinformationen sollte anschließend der Wetterdienst des jeweiligen Landes geöffnet werden.
Fazit: Mehrere Wetterquellen richtig kombinieren
Für Österreich bildet GeoSphere Austria die Grundlage für amtliche Wetterwarnungen. UWZ liefert eine gut verständliche zweite Einschätzung. Kachelmannwetter und Windy helfen bei der Analyse von Radar, Messwerten und Wettermodellen. LightningMaps beziehungsweise Blitzortung.org zeigen aktuelle Blitzaktivität. Bei akuten schweren Gefahren ergänzt AT-Alert diese Informationsquellen durch behördliche Meldungen direkt auf dem Mobiltelefon.
Die sinnvollste Kombination lautet daher:
- amtliche Warnung prüfen,
- Regenradar beobachten,
- Blitzkarte kontrollieren,
- lokale Entwicklung verfolgen,
- behördliche Anweisungen beachten.
Keine Wetter-App beseitigt die Unsicherheit lokaler Gewitter. Die Kombination aus amtlichen Warnungen, aktuellen Messungen und eigenem Sicherheitsverhalten liefert die verlässlichste Entscheidungsgrundlage.