Zecke entfernen: 9 wichtige Sofort-Schritte gegen gefährliche Fehler

Eine Zecke steckt in der Haut – und nun? Viele Menschen greifen in dieser Situation zu Öl, drehen das Tier hektisch heraus oder warten erst einmal ab. Genau das ist nicht sinnvoll. Eine festgesaugte Zecke sollte möglichst rasch und mit möglichst wenig Manipulation entfernt werden.

Je länger eine Zecke Blut saugt, desto größer kann das Risiko einer Erregerübertragung werden. Das gilt insbesondere für Borrelien. FSME-Viren können dagegen bereits früh während des Saugvorgangs übertragen werden. Ein schnelles Entfernen bleibt dennoch die wichtigste unmittelbare Maßnahme.

Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, was nach einem Zeckenstich zu tun ist, welche Reaktionen normal sein können und bei welchen Beschwerden medizinischer Rat eingeholt werden sollte.

Medizinischer Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei starken Beschwerden, Unsicherheit, Schwangerschaft, geschwächtem Immunsystem oder einem Zeckenstich bei einem sehr kleinen Kind sollte frühzeitig eine medizinische Fachperson kontaktiert werden.

Warum schnelles Handeln wichtig ist

Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Im deutschsprachigen Raum stehen vor allem zwei Erkrankungen im Mittelpunkt:

  • Lyme-Borreliose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME

Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Sie kann grundsätzlich überall dort auftreten, wo mit Borrelien infizierte Zecken leben. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit nicht. Wird die Erkrankung erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.

FSME wird durch Viren verursacht. Gegen diese Erkrankung steht eine Schutzimpfung zur Verfügung. Eine gezielte medikamentöse Behandlung gegen das Virus gibt es dagegen nicht; behandelt werden die auftretenden Beschwerden.

Die Erreger werden nicht gleich schnell übertragen. Borrelien gelangen normalerweise nicht sofort beim Einstich in den Körper. Deshalb kann ein frühes Entfernen das Infektionsrisiko deutlich senken. FSME-Viren können schneller übertragen werden, weshalb die Impfung für gefährdete Personen eine wichtige vorbeugende Maßnahme darstellt.

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger. Selbst der Stich einer infizierten Zecke führt nicht automatisch zu einer Infektion oder Erkrankung. Panik ist daher nicht angebracht. Ruhiges, zügiges und korrektes Handeln ist die bessere Reaktion.

Zecke entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Ruhe bewahren und gutes Licht schaffen

Suche einen hellen Platz auf. Eine zusätzliche Lampe oder die Taschenlampe eines Smartphones kann helfen, kleine Zecken besser zu erkennen.

Bei schwer erreichbaren Körperstellen ist eine zweite Person hilfreich. Besonders kleine Zeckennymphen können wie ein dunkler Punkt oder kleiner Splitter aussehen.

Wasche deine Hände und lege das benötigte Werkzeug bereit. Falls kein spezielles Hilfsmittel vorhanden ist, sollte die Entfernung trotzdem nicht unnötig verzögert werden. Das RKI weist darauf hin, dass eine Zecke im Notfall sogar mit den Fingernägeln entfernt werden kann, wenn kein Werkzeug verfügbar ist.

2. Das passende Werkzeug auswählen

Geeignet sind:

  • eine fein zulaufende Pinzette
  • eine spezielle Zeckenpinzette
  • ein Zeckenhaken
  • eine Zeckenkarte
  • eine Zeckenschlinge

Eine breite Haushaltspinzette ist weniger geeignet. Sie kann den Hinterleib zusammendrücken, bevor die Zecke sicher gefasst wurde. Eine schmale, spitz zulaufende Pinzette erlaubt es dagegen, möglichst nahe an die Haut zu gelangen.

Welches Werkzeug eignet sich wann?

WerkzeugGut geeignet fürMöglicher Nachteil
Spitze PinzetteKleine und große ZeckenErfordert eine ruhige Hand
ZeckenkarteGrößere, gut erreichbare ZeckenBei sehr kleinen Nymphen schwieriger
ZeckenhakenZecken an gut zugänglichen StellenAnwendung muss vorher verstanden werden
ZeckenschlingePräzises Greifen am KopfbereichNicht überall erhältlich
FingernägelNur als NotlösungZecke kann leichter gequetscht werden

Das beste Werkzeug ist jenes, mit dem du die Zecke hautnah und kontrolliert greifen kannst. Übe die Anwendung eines Zeckenhakens oder einer Zeckenkarte idealerweise anhand der Herstelleranleitung, bevor tatsächlich ein Stich auftritt.

3. Haare und Kleidung zur Seite schieben

Mache die Haut rund um die Einstichstelle vollständig sichtbar. Haare können mit einer Klammer oder mit den Fingern zur Seite gehalten werden.

Bei Zecken am Kopf, hinter dem Ohr oder im Intimbereich kann eine zweite Person helfen. Vermeide hektische Bewegungen und ziehe nicht versehentlich an Haaren statt am Tier.

4. Die Zecke direkt über der Haut greifen

Setze die Pinzette so nah wie möglich an der Haut an. Greife die Zecke im Bereich ihres Kopfes beziehungsweise ihrer Mundwerkzeuge.

Fasse nicht mitten am vollgesogenen Hinterleib zu. Durch starken Druck könnte das Tier gequetscht werden. Gesundheitsbehörden empfehlen ausdrücklich, die Zecke möglichst hautnah zu erfassen und den Körper nicht zusammenzudrücken.

Bei einer Zeckenkarte wird die schmale Öffnung flach über die Haut zur Zecke geschoben. Das Tier sollte dabei in den enger werdenden Schlitz gelangen.

5. Langsam und gleichmäßig ziehen

Ziehe die Zecke ruhig, gerade und mit gleichmäßigem Zug nach oben. Ruckartige Bewegungen sind nicht nötig.

Gesund.bund.de und das Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfehlen ein langsames beziehungsweise gleichmäßiges senkrechtes Herausziehen. Entscheidend ist weniger eine bestimmte Drehrichtung als ein kontrollierter Zug ohne Quetschen.

Sollte sich die Zecke nicht sofort lösen, halte den sanften Zug einige Sekunden aufrecht. Ziehe nicht immer stärker und reiße nicht unkontrolliert.

6. Die entfernte Zecke prüfen

Kontrolliere, ob die Zecke vollständig aussieht. Manchmal bleibt ein kleiner Teil der Mundwerkzeuge in der Haut zurück.

Das bedeutet nicht automatisch, dass weiterhin Erreger übertragen werden. Ein zurückgebliebener Teil verhält sich eher wie ein kleiner Fremdkörper oder Splitter und wird häufig von der Haut abgestoßen.

Vermeide es, tief mit einer Nadel in der Haut zu bohren. Dadurch können zusätzliche Verletzungen und Entzündungen entstehen.

7. Die Stichstelle desinfizieren

Reinige die Stelle nach der Entfernung und verwende ein geeignetes Wunddesinfektionsmittel. Wasche anschließend erneut deine Hände.

Auch das verwendete Werkzeug sollte gereinigt werden. Lege eine Zeckenpinzette danach wieder an einen festen Ort, damit sie beim nächsten Mal schnell auffindbar ist.

Das Desinfizieren beseitigt keine bereits übertragenen Borrelien oder FSME-Viren. Es kann jedoch helfen, eine gewöhnliche bakterielle Verunreinigung der kleinen Hautverletzung zu vermeiden.

8. Datum und Körperstelle dokumentieren

Notiere:

  • Datum der Entfernung
  • ungefähre Uhrzeit
  • Körperstelle
  • möglichen Ort des Zeckenstichs
  • geschätzte Größe der Zecke
  • auffällige Veränderungen

Mache zusätzlich ein Foto der Einstichstelle. Ein Lineal oder eine Münze neben der Stelle kann später dabei helfen, die Größe einer Rötung einzuschätzen.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfiehlt ebenfalls, Ort und Zeitpunkt zu dokumentieren und die Einstichstelle zu fotografieren.

9. Die Haut und den Allgemeinzustand beobachten

Behalte die Einstichstelle in den folgenden Tagen und Wochen im Blick. Ein kleiner roter oder juckender Bereich unmittelbar nach dem Stich ist häufig eine normale Hautreaktion und noch kein Beweis für Borreliose.

Achte dagegen auf:

  • eine größer werdende Rötung
  • einen sich ausbreitenden roten Fleck
  • ringförmige Hautveränderungen
  • Fieber
  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Kopf- oder Muskelschmerzen
  • Gelenkbeschwerden
  • Gesichtslähmungen
  • starke Nervenschmerzen
  • Nackensteife
  • Verwirrtheit

Treten solche Beschwerden auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt und der vorausgegangene Zeckenstich ausdrücklich erwähnt werden.

Diese Fehler sollten vermieden werden

Öl, Butter oder Klebstoff auftragen

Ein weitverbreiteter Mythos lautet, eine Zecke müsse vor der Entfernung mit Öl, Butter, Alkohol oder Klebstoff „erstickt“ werden.

Davon raten Gesundheitsbehörden ab. Zecken ersticken nur langsam. Die chemische oder mechanische Reizung kann die Entfernung verzögern und das Tier zusätzlich belasten. Es sollte stattdessen ohne solche Hilfsmittel entfernt werden.

Die Zecke mit Feuer oder Hitze behandeln

Auch ein heißes Streichholz, Feuerzeug oder eine erhitzte Nadel gehören nicht an die Haut. Dabei drohen Verbrennungen, während die Zecke weiterhin in der Haut steckt.

Den Hinterleib zusammendrücken

Greife nicht mit einer breiten Pinzette oder den Fingerspitzen mitten auf den Zeckenkörper. Durch das Zusammendrücken könnten Körperflüssigkeiten des Tieres freigesetzt werden.

Auf eine bestimmte Drehrichtung bestehen

Zecken besitzen kein Schraubgewinde. Ein ruhiger, gleichmäßiger Zug ist wichtiger als die Frage, ob rechts- oder linksherum gedreht wird.

Bei manchen Zeckenhaken gehört eine leichte Bewegung zur vorgesehenen Anwendung. In diesem Fall sollte die Anleitung des Herstellers beachtet werden.

Bis zum nächsten Tag warten

Das passende Werkzeug ist hilfreich, aber kein Grund, viele Stunden abzuwarten. Kann eine Zecke sofort sicher entfernt werden, sollte die Maßnahme nicht bis zum nächsten Apothekenbesuch aufgeschoben werden.

Die Wunde tief auskratzen

Bleibt ein winziger dunkler Punkt zurück, sollte nicht mit einer unsterilen Nadel tief in der Haut gearbeitet werden. Bei einer oberflächlichen, leicht erreichbaren Stelle kann eine medizinische Fachperson den Rest entfernen.

Entzündet sich die Stelle deutlich, wird sie schmerzhaft oder bildet sich Eiter, ist ebenfalls medizinischer Rat sinnvoll.

Was tun, wenn Teile der Zecke stecken bleiben?

Häufig wird von einem „steckengebliebenen Zeckenkopf“ gesprochen. Meist handelt es sich um einen Teil des Stechapparats beziehungsweise der Mundwerkzeuge.

Dieser Rest kann wie ein kleiner Splitter in der Haut liegen. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Gesundheit ist das normalerweise kein größerer Grund zur Sorge; die Haut arbeitet den Fremdkörper häufig selbst heraus.

Gehe folgendermaßen vor:

  1. Reinige und desinfiziere die Stelle.
  2. Versuche nicht, tief in der Haut zu schneiden.
  3. Beobachte die Stelle.
  4. Suche ärztliche Hilfe, wenn sie sich stark entzündet.
  5. Lass den Rest entfernen, wenn er leicht erreichbar ist und Beschwerden verursacht.

Ein verbleibendes Mundwerkzeug bedeutet nicht, dass die Zecke weiterhin Blut saugt. Es ist auch kein automatischer Beweis für eine Infektion.

Normale Hautreaktion oder Wanderröte?

Nach einem Zeckenstich kann die Haut zunächst gerötet sein und jucken. Diese unmittelbare Reaktion ist häufig eine örtliche Entzündungsreaktion. Sie sollte in der Regel nicht immer größer werden.

Eine Wanderröte kann sich dagegen erst nach einigen Tagen oder Wochen entwickeln. Typisch ist ein deutlich abgegrenzter roter Fleck, der sich nach außen ausbreitet und einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern erreichen kann. Der Fleck muss nicht bei jedem Menschen wie ein perfekter roter Ring aussehen.

MerkmalHäufig normale ReaktionMögliche Wanderröte
ZeitpunktDirekt nach dem StichOft erst nach Tagen oder Wochen
GrößeEher kleinBreitet sich zunehmend aus
VerlaufWird schwächerWird größer
FormPunktuellRundlich, oval oder ringförmig möglich
JuckreizKann auftretenKann fehlen
HandlungsbedarfBeobachtenÄrztlich abklären lassen

Markiere eine auffällige Rötung nicht mit aggressiven Stiften direkt auf der gereizten Haut. Ein tägliches Foto bei ähnlichem Licht ist meist aussagekräftiger.

Wann ärztlicher Rat wichtig ist

Kontaktiere eine Arztpraxis, wenn:

  • sich eine Rötung deutlich vergrößert
  • eine mögliche Wanderröte entsteht
  • Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auftreten
  • Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen hinzukommen
  • die Einstichstelle stark anschwillt
  • Eiter oder starke Schmerzen auftreten
  • Teile der Zecke tief in der Haut stecken
  • die Zecke an einer besonders empfindlichen Stelle sitzt
  • du dir die Entfernung nicht zutraust
  • du schwanger bist oder ein geschwächtes Immunsystem hast
  • ein Säugling oder sehr kleines Kind betroffen ist

Grippeähnliche Symptome können bei Borreliose innerhalb mehrerer Wochen auftreten. Erste FSME-Beschwerden zeigen sich häufig nach etwa 7 bis 14 Tagen, in Einzelfällen später.

Dringende medizinische Hilfe ist bei starken Kopfschmerzen, hohem Fieber, Nackensteife, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Lähmungen sowie ausgeprägten Sprech- oder Schluckproblemen erforderlich. Solche Beschwerden können verschiedene Ursachen haben und sollten sofort fachlich abgeklärt werden.

Borreliose und FSME: der wichtige Unterschied

MerkmalBorrelioseFSME
ErregerBakterienViren
ÜbertragungHäufig erst nach längerer SaugzeitKann früh erfolgen
ImpfungDerzeit keineVerfügbar
BehandlungAntibiotikaBehandlung der Symptome
Typisches frühes ZeichenWanderröte möglichGrippeähnliche Beschwerden
VerbreitungNicht auf FSME-Karten begrenztRegional unterschiedlich

Eine FSME-Risikokarte zeigt nicht, wo Borreliose vorkommt. Borrelien können auch außerhalb ausgewiesener FSME-Gebiete übertragen werden. Österreichs AGES betont ebenfalls, dass eine Infektion nicht nur in eingezeichneten FSME-Risikogebieten möglich ist.

Die FSME-Impfung

Die Impfung schützt vor FSME, nicht jedoch vor Borreliose oder allen anderen möglichen Zeckenkrankheiten. Auch geimpfte Personen sollten daher Zeckenstiche vermeiden, den Körper absuchen und ein festgesaugtes Tier rasch beseitigen.

In Deutschland richtet sich die Impfempfehlung besonders an Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder sich dort häufig im Freien aufhalten. Für 2026 zeigt die RKI-Karte Schwerpunkte vor allem in Bayern, Baden-Württemberg sowie Teilen weiterer Bundesländer. Insgesamt werden 185 Kreise als Risikogebiete geführt.

In Österreich wird wegen des landesweiten Risikos ebenfalls zu einem aktuellen Impfschutz geraten. In der Schweiz gelten eigene nationale Empfehlungen. Die persönliche Entscheidung sollte mit einer Arztpraxis oder Apotheke anhand von Wohnort, Reiseplänen, Freizeitverhalten, Alter und Impfstatus besprochen werden.

Eine Impfung unmittelbar nach einem bereits erfolgten Stich behandelt keine mögliche Infektion dieses Stiches. Sie kann jedoch für den künftigen Schutz relevant sein.

Zecken bei Kindern richtig handhaben

Kinder spielen häufig in Gras, Gebüsch und Waldrandbereichen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollten sie gründlich abgesucht werden.

Häufig übersehene Stellen sind:

  • Haaransatz
  • Kopfhaut
  • hinter den Ohren
  • Nacken
  • Achselhöhlen
  • Bauchnabel
  • Leistenbereich
  • Kniekehlen
  • zwischen den Zehen
  • unter eng anliegender Kleidung

Erkläre dem Kind ruhig, was du machst. Ein nervöses Kind bewegt sich möglicherweise plötzlich, wodurch die Entfernung schwieriger wird.

Bei einer Zecke nahe am Auge, im Gehörgang oder an einer anderen sehr empfindlichen Stelle sollte eine medizinische Fachperson übernehmen. Dasselbe gilt, wenn das Kind sich stark wehrt und eine sichere Entfernung nicht möglich ist.

Dokumentiere Datum und Körperstelle. Beobachte nicht nur die Haut, sondern auch ungewöhnliches Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfweh oder Veränderungen im Verhalten.

Zecken bei Hund und Katze

Auch Haustiere können Zecken in die Wohnung bringen. Manche Tiere zeigen die Parasiten nicht sofort, besonders wenn sie dichtes oder dunkles Fell haben.

Suche bei Hund und Katze besonders:

  • Ohren und Ohransatz
  • Augenbereich
  • Hals
  • Brust
  • Achseln
  • Bauch
  • Leistengegend
  • Pfoten und Zehenzwischenräume
  • Schwanzansatz

Für Tiere gibt es eigene Zeckenhaken und Pinzetten. Nach der Entfernung sollte die Haut kontrolliert werden.

Verwende kein Zeckenschutzmittel für Hunde bei einer Katze, sofern das Produkt nicht ausdrücklich für Katzen zugelassen wurde. Bestimmte Wirkstoffe können für Katzen gefährlich sein. Die Auswahl eines geeigneten Präparats gehört deshalb in tierärztliche Beratung.

Zeckenstichen vorbeugen

Bedeckende Kleidung tragen

Lange Hosen, geschlossene Schuhe und lange Ärmel verringern die frei zugängliche Hautfläche. Helle Kleidung erleichtert das Erkennen umherlaufender Zecken.

Die Hosenbeine können bei Wanderungen oder Gartenarbeiten in die Socken gesteckt werden. Das sieht vielleicht nicht elegant aus, schafft aber eine zusätzliche Barriere.

Kontakt mit hohem Gras reduzieren

Zecken halten sich häufig in bodennaher Vegetation, Gras, Unterholz und Büschen auf. Sie fallen nicht gezielt von hohen Bäumen. Breite Wege und ein gewisser Abstand zu dichtem Bewuchs können das Risiko senken.

Zeckenschutzmittel verwenden

Geeignete Repellents können den Schutz ergänzen. Ihre Wirkung ist zeitlich begrenzt. Beachte deshalb:

  • Altersfreigabe
  • Anwendungshinweise
  • erneutes Auftragen
  • Verträglichkeit
  • Hinweise für Schwangerschaft und Stillzeit
  • getrennte Produkte für Mensch und Tier

Ein Repellent ersetzt weder passende Kleidung noch die spätere Körperkontrolle.

Nach jedem Ausflug absuchen

Kontrolliere Körper und Kleidung möglichst bald nach dem Aufenthalt im Freien. Dusche, wenn möglich, und untersuche schwer sichtbare Stellen mit einem Spiegel.

Kleidung sollte ausgeschüttelt und kontrolliert werden. Zecken können zunächst auf Stoff oder Haut umherlaufen, bevor sie eine geeignete Einstichstelle finden.

Eine Zeckenbox vorbereiten

Eine kleine Box für Haushalt, Auto oder Wanderrucksack kann enthalten:

  • spitze Pinzette
  • Zeckenkarte
  • kleines Desinfektionsmittel
  • Einmalhandschuhe
  • Lupe
  • Pflaster
  • Stift
  • kleine Notizkarte

So geht keine wertvolle Zeit mit der Suche nach einem Werkzeug verloren.

Praktische Sofort-Checkliste

AufgabeErledigt
Gutes Licht eingeschaltet
Geeignetes Werkzeug bereitgelegt
Zecke möglichst hautnah gegriffen
Hinterleib nicht gequetscht
Langsam und gleichmäßig gezogen
Stichstelle gereinigt und desinfiziert
Datum und Körperstelle notiert
Foto der Hautstelle aufgenommen
Beschwerden in den kommenden Wochen beobachtet
Bei auffälligen Symptomen medizinischen Rat eingeholt

Häufig gestellte Fragen

Muss eine Zecke gedreht oder gerade gezogen werden?

Ein langsamer und gleichmäßiger Zug senkrecht von der Haut weg wird von mehreren Gesundheitsbehörden empfohlen. Entscheidend ist, die Zecke hautnah zu greifen und nicht zu quetschen.

Darf man Öl auf eine Zecke geben?

Nein. Öl, Butter, Klebstoff und ähnliche Mittel werden nicht empfohlen. Sie verzögern die Entfernung und können das Tier unnötig reizen.

Ist ein Arztbesuch nach jedem Zeckenstich erforderlich?

Normalerweise nicht. Die Zecke sollte sofort beseitigt, die Stelle desinfiziert und anschließend beobachtet werden. Bei einer größer werdenden Rötung, grippeähnlichen Beschwerden, starken Schmerzen oder anderen auffälligen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Was passiert, wenn der Kopf stecken bleibt?

Meist bleibt nicht der gesamte Kopf, sondern ein Teil der Mundwerkzeuge zurück. Dieser kleine Fremdkörper wird häufig von der Haut selbst abgestoßen. Tiefes Herumstechen sollte vermieden werden. Bei Entzündung oder Unsicherheit hilft eine Arztpraxis.

Wie lange muss die Einstichstelle beobachtet werden?

Beobachte die Stelle und deinen Allgemeinzustand über mehrere Wochen. Borreliosezeichen können erst Tage oder Wochen später auftreten. Grippeähnliche Beschwerden innerhalb der ersten Wochen sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.

Ist jede Rötung eine Wanderröte?

Nein. Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist oft eine normale örtliche Reaktion. Verdächtig ist besonders ein Fleck, der sich in den folgenden Tagen vergrößert und nach außen ausbreitet.

Kann man trotz FSME-Impfung Borreliose bekommen?

Ja. Die FSME-Impfung schützt nur vor FSME. Sie verhindert keine Borreliose.

Sollte die entfernte Zecke untersucht werden?

Eine routinemäßige Untersuchung der Zecke liefert häufig keine klare Aussage darüber, ob die gestochene Person tatsächlich infiziert wurde. Selbst ein Erregernachweis in der Zecke beweist keine Übertragung und führt nicht automatisch zu einer Behandlung. Das RKI leitet daraus keine allgemeinen Behandlungsempfehlungen ab.

Sollte man vorsorglich Antibiotika einnehmen?

Antibiotika sollten nicht eigenständig oder aufgrund des Zeckenstichs aus alten Vorräten eingenommen werden. Ob eine Behandlung nötig ist, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt anhand der Symptome und Befunde.

Können Zecken auch im Garten vorkommen?

Ja. Zecken können nicht nur im Wald, sondern auch in Gärten, Parks, an Waldrändern und in anderer bodennaher Vegetation vorkommen.

Fazit

Eine festgesaugte Zecke ist kein Grund zur Panik, sollte aber auch nicht ignoriert werden. Die wichtigste Maßnahme ist eine rasche, ruhige Entfernung mit einer fein zulaufenden Pinzette, Zeckenkarte oder einem Zeckenhaken.

Greife das Tier möglichst dicht über der Haut, vermeide Druck auf den Hinterleib und ziehe es langsam heraus. Öl, Klebstoff und Hitze sind nicht geeignet. Anschließend wird die Stelle desinfiziert, fotografiert und über mehrere Wochen beobachtet.

Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist häufig harmlos. Eine größer werdende Hautveränderung, Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen sowie neurologische Beschwerden müssen dagegen medizinisch abgeklärt werden.