Perseiden 2026 in Österreich: Wann sind die meisten Sternschnuppen sichtbar?

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2026 erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Für Beobachter in Österreich sind die Bedingungen 2026 außergewöhnlich günstig: Das Maximum fällt mit dem Neumond zusammen, sodass kein störendes Mondlicht schwache Sternschnuppen überstrahlt.

Die meisten Perseiden sind nach Mitternacht und in den frühen Morgenstunden des 13. August zu erwarten. Das rechnerische Hauptmaximum liegt zwischen 4:00 und 6:00 Uhr österreichischer Sommerzeit. Da in Österreich zu dieser Zeit bereits die Morgendämmerung einsetzt, liegt das beste praktisch nutzbare Beobachtungsfenster ungefähr zwischen 23:00 und 4:00 Uhr.

Unter einem dunklen Landhimmel können während des Maximums mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden. In Städten fällt die tatsächliche Zahl wegen der Lichtverschmutzung wesentlich geringer aus.

Am selben Abend ist in Österreich die Sonnenfinsternis 2026 sichtbar. Erst wenige Stunden später beginnen die besonders guten Beobachtungsbedingungen für die Perseiden.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

InformationAngabe
Beste Nacht12. auf 13. August 2026
Praktische Beobachtungszeitetwa 23:00 bis 4:00 Uhr
Berechnetes Hauptmaximum13. August, etwa 4:00 bis 6:00 Uhr
Aktivitätszeitraum17. Juli bis 24. August 2026
MondphaseNeumond
Störung durch Mondlichtkeine
Theoretische maximale RateZHR 100
Realistisch an dunklen Ortenhäufig etwa 30 bis 50 Perseiden pro Stunde
Blickrichtunggrundsätzlich der gesamte Himmel
Ausgangspunkt der MeteoreSternbild Perseus im Nordosten
Teleskop erforderlichnein

Die International Meteor Organization erwartet das reguläre Hauptmaximum am 13. August zwischen 2:00 und 4:00 Uhr Weltzeit. In Österreich entspricht das wegen der Sommerzeit 4:00 bis 6:00 Uhr. Das breitere Maximum kann bereits ab dem späten Abend des 12. August hohe Aktivität bringen. Die theoretische Zenithal Hourly Rate wird mit 100 angegeben.

Wann sind die Perseiden 2026 am besten sichtbar?

Die entscheidende Beobachtungsnacht beginnt am Mittwochabend, dem 12. August 2026, und endet am Morgen des 13. August.

Erste Perseiden können bereits am Abend erscheinen. Zu diesem Zeitpunkt steht ihr scheinbarer Ausgangspunkt, der sogenannte Radiant, jedoch noch relativ tief am nordöstlichen Himmel. Viele Meteore verschwinden dadurch unter dem Horizont oder ziehen nur kurz sichtbar über den Himmel.

Nach Mitternacht steigt der Radiant höher. Gleichzeitig dreht sich die beobachtende Seite der Erde stärker in die Flugrichtung der Meteoroiden. Deshalb nimmt die Zahl der sichtbaren Sternschnuppen normalerweise bis zum Morgen zu.

Für Österreich ergibt sich daraus folgende zeitliche Orientierung:

UhrzeitErwartbare Bedingungen
21:00 bis 22:00 UhrHimmel noch nicht vollständig dunkel
22:00 bis 23:00 Uhrerste brauchbare Beobachtungen
23:00 bis 1:00 Uhrgute Bedingungen
1:00 bis 3:30 Uhrsehr gute Bedingungen
3:30 bis 4:30 Uhrhohe Aktivität, beginnende Dämmerung
4:30 bis 6:00 Uhrrechnerisches Maximum, aber zunehmend heller Himmel

Der genaue Beginn der astronomischen Dämmerung unterscheidet sich innerhalb Österreichs. Im Osten wird der Himmel früher hell als in Vorarlberg oder Tirol. In Wien beginnt die astronomische Morgendämmerung Mitte August ungefähr gegen 3:30 Uhr. Im äußersten Westen bleibt es etwas länger vollständig dunkel.

Die beste Kombination aus hoher Perseidenaktivität und wirklich dunklem Himmel besteht daher in den meisten Regionen zwischen etwa 1:00 und 3:30 Uhr.

Warum sind die Bedingungen 2026 besonders gut?

Der Mond ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Beobachtung eines Meteorstroms. Ein heller Halb- oder Vollmond kann zahlreiche schwächere Meteore unsichtbar machen.

Am 12. August 2026 ist Neumond. In Österreich tritt die exakte Neumondphase ungefähr um 19:36 Uhr ein. Der Mond steht dabei nahe der Sonne und ist während der folgenden Nacht praktisch nicht sichtbar. Der Nachthimmel bleibt deshalb vollständig frei von störendem Mondlicht.

Die International Meteor Organization bezeichnet die Perseidenbedingungen 2026 ausdrücklich als mondlichtfrei. Auch die American Meteor Society bewertet die Beobachtungsbedingungen als optimal.

Wie viele Sternschnuppen tatsächlich gesehen werden, hängt trotzdem stark von anderen Faktoren ab:

  • Bewölkung
  • Lichtverschmutzung
  • Dunst und Luftfeuchtigkeit
  • freie Sicht auf einen großen Teil des Himmels
  • Höhe des Radianten
  • Beobachtungsdauer
  • Anpassung der Augen an die Dunkelheit

Ein dunkler, klarer Himmel ist wesentlich wichtiger als ein besonders hoher oder touristisch bekannter Aussichtspunkt.

Wie viele Sternschnuppen sind 2026 zu erwarten?

Für die Perseiden wird eine theoretische maximale Rate von ungefähr 100 Meteoren pro Stunde angegeben. Diese sogenannte ZHR darf nicht mit der Zahl verwechselt werden, die eine einzelne Person tatsächlich sieht.

Die ZHR beschreibt eine idealisierte Situation:

  • vollständig dunkler Himmel,
  • der Radiant steht genau im Zenit,
  • freie Rundumsicht,
  • keine Wolken,
  • keine Hindernisse,
  • vollständig an die Dunkelheit angepasste Augen.

Diese Bedingungen werden in Österreich praktisch nicht vollständig erreicht. Die American Meteor Society nennt für dunkle ländliche Standorte während des Maximums gewöhnlich etwa 30 bis 50 sichtbare Perseiden pro Stunde. Einzelne sehr aktive Zeitabschnitte können darüber liegen.

Innerhalb einer Stadt sind deutlich weniger Meteore sichtbar. Straßenbeleuchtung, beleuchtete Gebäude und der Lichtschein über dem Stadtgebiet lassen schwächere Sternschnuppen verschwinden. Sichtbar bleiben hauptsächlich die helleren Perseiden und gelegentliche Feuerkugeln.

Eine Beobachtungszeit von zehn Minuten reicht deshalb nicht aus, um die Stärke des Meteorstroms zu beurteilen. Zwischen mehreren Sternschnuppen können längere ruhige Abschnitte liegen. Mindestens eine Stunde sollte eingeplant werden.

Sind wirklich 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar?

Die häufig verwendete Angabe „bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde“ ist astronomisch nicht falsch, wird aber häufig missverstanden.

Sie bedeutet nicht, dass alle 36 Sekunden sicher eine Sternschnuppe erscheint. Die angegebene Rate gilt nur unter idealisierten Bedingungen und bezieht sich auf den gesamten sichtbaren Himmel.

Eine einzelne Person kann immer nur einen Teil des Himmels aufmerksam beobachten. Hinzu kommen Häuser, Bäume, Berge, Wolken und Lichtverschmutzung. Auch sehr schwache Meteore bleiben oft unbemerkt.

Unter guten österreichischen Landbedingungen sind mehrere Dutzend Perseiden pro Stunde ein realistisches Ergebnis. In einem hellen Stadtzentrum kann die Zahl wesentlich niedriger liegen.

Wo muss man hinschauen?

Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Dieser scheinbare Ausgangspunkt wird Radiant genannt. Perseus befindet sich während der Nacht im nordöstlichen bis östlichen Bereich des Himmels und steigt im Verlauf der Nacht höher.

Direkt auf das Sternbild Perseus zu starren ist jedoch nicht die beste Beobachtungsmethode. Meteore in unmittelbarer Nähe des Radianten erscheinen wegen der Perspektive meist kurz. Weiter entfernt können sie lange Spuren über den Himmel ziehen.

Am besten ist ein möglichst großer freier Himmelsausschnitt. Der Blick kann ungefähr nach Norden, Osten oder in Richtung Zenit gerichtet werden. Der Kopf sollte nicht dauerhaft stark nach hinten geneigt werden. Bequemer ist eine Liegeposition auf einer Decke, Isomatte oder einem verstellbaren Liegestuhl.

NASA empfiehlt für die Beobachtung einen dunklen Standort abseits künstlicher Beleuchtung und einen möglichst weiten Blick über den Himmel. Fernglas und Teleskop sind ungeeignet, weil sie das Sichtfeld stark verkleinern.

Wo kann man die Perseiden in Österreich beobachten?

Grundsätzlich sind die Perseiden in ganz Österreich sichtbar. Entscheidend ist nicht das Bundesland, sondern die Dunkelheit des Standorts.

Geeignet sind:

  • abgelegene Felder mit freier Sicht,
  • dunkle Seeufer,
  • wenig beleuchtete Hochflächen,
  • sichere Aussichtspunkte außerhalb von Städten,
  • Almen mit erlaubtem nächtlichem Zugang,
  • offizielle Sternenparks und Sternenwege,
  • ländliche Regionen ohne größere Ortschaft in unmittelbarer Nähe.

Ungeeignet sind:

  • beleuchtete Parkplätze,
  • Straßenränder,
  • Stadtparks mit Laternen,
  • dicht bebaute Wohngebiete,
  • Standorte direkt neben Gaststätten oder Hotels,
  • Plätze mit eingeschränktem Himmelsausschnitt,
  • gefährliche Bergsteige oder ungesicherte Aussichtsfelsen.

Ein offener Standort in moderater Höhe ist häufig besser als ein hoher Gipfel mit schwierigem Zugang, wechselhaftem Wetter oder eingeschränktem Horizont.

Dark Sky Reserve Eisenwurzen und Gesäuse

Das Naturnachtgebiet Eisenwurzen wurde im März 2026 offiziell als Dark Sky Reserve zertifiziert. Das Gebiet umfasst unter anderem den Nationalpark Gesäuse, den Nationalpark Kalkalpen, den Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen, den Naturpark Ötscher-Tormäuer und das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal.

Die Region zählt wegen der großen Entfernung zu starken städtischen Lichtquellen zu den dunkelsten Gebieten Österreichs. Für Beobachter aus der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich bietet sie besonders gute Voraussetzungen.

Nicht jede Straße, Alm oder Fläche darf nachts uneingeschränkt betreten oder befahren werden. Vor der Anreise müssen Zufahrtsbeschränkungen, Schutzgebietsregeln und Parkmöglichkeiten geprüft werden. Scheinwerfer und starke Taschenlampen sollten am Beobachtungsplatz vermieden werden.

Sternenpark Attersee-Traunsee

Der Naturpark Attersee-Traunsee ist seit April 2021 als erster österreichischer Sternenpark anerkannt. Das Schutzgebiet erstreckt sich über mehrere Gemeinden rund um Attersee und Traunsee. Künstliche Beleuchtung soll dort bewusst reduziert und der natürliche Nachthimmel geschützt werden.

Der Sternenpark eignet sich besonders für Beobachter aus Oberösterreich und dem Raum Salzburg. Vor Ort gelten Regeln für ein respektvolles Verhalten in der Natur. Helles Licht, Lärm, wildes Parken und das Betreten privater Flächen sind zu vermeiden.

Sternenweg Großmugl

Für Beobachter aus Wien und Niederösterreich ist der Sternenweg Großmugl eine bekannte Möglichkeit. Der ungefähr 1,5 Kilometer lange Weg führt vom Ortsgebiet zur Sternenrast beim Leeberg. Großmugl bemüht sich seit Jahren um den Erhalt eines möglichst dunklen Nachthimmels.

Bei größeren astronomischen Ereignissen ist mit erhöhtem Besucheraufkommen zu rechnen. Eine frühzeitige Anreise ist sinnvoll. Fahrzeuge dürfen nicht so abgestellt werden, dass Wege, Zufahrten oder landwirtschaftliche Flächen blockiert werden.

Perseiden 2026 in Wien

Auch innerhalb Wiens können helle Perseiden sichtbar werden. Für eine größere Zahl an Sternschnuppen sollte das dicht beleuchtete Stadtzentrum jedoch verlassen werden.

Schon ein Standort am Stadtrand verbessert die Bedingungen. Noch besser sind ländliche Gebiete nördlich und nordwestlich von Wien, sofern dort keine direkte Beleuchtung vorhanden ist. Der Sternenweg Großmugl bietet sich als bekannter Beobachtungsort an.

Wer in Wien bleibt, sollte einen Platz suchen, an dem keine Straßenlaterne direkt ins Gesicht oder in das Sichtfeld scheint. Das Ausschalten des Smartphone-Displays hilft den Augen, sich an die Dunkelheit anzupassen.

Perseiden 2026 in Graz

Im Grazer Stadtgebiet überstrahlt die Lichtglocke viele schwächere Meteore. Helle Perseiden können dennoch sichtbar sein.

Bessere Bedingungen bestehen außerhalb des Grazer Beckens an offenen, wenig beleuchteten Standorten. Ein Platz muss nicht besonders hoch liegen. Wichtiger sind freie Sicht, Dunkelheit und ein sicherer nächtlicher Zugang.

Für besonders dunkle Bedingungen ist das Gesäuse beziehungsweise das Dark Sky Reserve Eisenwurzen geeignet. Die Anreise aus Graz ist allerdings deutlich länger als zu einem Beobachtungsort im Grazer Umland.

Perseiden 2026 in Linz und Salzburg

Der Sternenpark Attersee-Traunsee ist für Beobachter aus Linz und Salzburg eine der naheliegendsten Regionen mit besonders dunklem Nachthimmel.

Auch andere ländliche Gebiete im Salzkammergut können geeignet sein. In engen Tälern oder unmittelbar an hohen Bergen ist der sichtbare Himmelsausschnitt allerdings eingeschränkt. Für Meteore ist ein großer offener Himmel vorteilhafter als eine spektakuläre, aber enge Gebirgskulisse.

Perseiden 2026 in Innsbruck, Tirol und Vorarlberg

In alpinen Regionen muss zwischen Dunkelheit und freier Sicht abgewogen werden. Ein abgelegenes Tal kann sehr dunkel sein, zugleich aber einen großen Teil des Himmels durch Berge verdecken.

Geeignet sind sichere Hochflächen, offene Talbereiche und Aussichtspunkte mit weitem Himmel. Nächtliche Bergtouren zu unbekannten Gipfeln sind für die Perseidenbeobachtung nicht notwendig.

Im Rheintal und in größeren Tiroler Tälern kann die Siedlungsbeleuchtung deutlich sichtbar sein. Eine kurze Fahrt aus dem dicht besiedelten Talbereich kann die Beobachtungsbedingungen erheblich verbessern.

Kann man die Perseiden bereits an anderen Nächten sehen?

Die Perseiden sind 2026 vom 17. Juli bis zum 24. August aktiv. Außerhalb der Hauptnacht erscheinen weniger Meteore, sie können aber weiterhin beobachtet werden.

Gute Ausweichnächte sind insbesondere:

    1. auf 12. August
    1. auf 14. August
    1. auf 11. August
    1. auf 15. August

Die Aktivität nimmt nach dem Maximum allmählich ab. Bei einer völlig klaren Nacht am 11. August kann die Beobachtung erfolgreicher sein als während einer bewölkten Hauptnacht.

Die Wetterprognose sollte deshalb wichtiger gewichtet werden als das exakte Maximum.

Sonnenfinsternis und Perseiden am selben Tag

Der 12. August 2026 bietet zwei große astronomische Ereignisse.

Am frühen Abend ist in Österreich eine starke partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Je nach Standort werden etwa 82 bis 90 Prozent der Sonnenfläche vom Mond verdeckt. Wenige Stunden später beginnt die beste Nacht der Perseiden.

Die zeitliche Abfolge:

  1. Partielle Sonnenfinsternis am frühen Abend
  2. Sonnenuntergang mit teilweise verfinsterter Sonne
  3. Dämmerung bis ungefähr 22:15 bis 22:45 Uhr
  4. Beginn guter Perseidenbedingungen
  5. steigende Meteoraktivität nach Mitternacht
  6. Hauptmaximum am frühen Morgen des 13. August

Die beiden Ereignisse hängen mit derselben Mondphase zusammen. Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond auftreten. Genau dieser Neumond sorgt in der anschließenden Nacht für einen dunklen Himmel ohne Mondlicht.

Interner Link:
„Am selben Abend ist die [Sonnenfinsternis 2026 in Österreich] sichtbar.“

Was sind die Perseiden?

Die Perseiden entstehen, wenn die Erde jedes Jahr eine Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert.

Kleine Staub- und Gesteinspartikel dringen mit ungefähr 59 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. Durch die starke Erhitzung und Wechselwirkung mit der Atmosphäre entsteht die sichtbare Leuchtspur. Die meisten Partikel sind sehr klein und verglühen vollständig in großer Höhe.

Der Begriff Sternschnuppe ist umgangssprachlich. Tatsächlich fällt kein Stern vom Himmel. Die sichtbare Erscheinung wird als Meteor bezeichnet. Das Teilchen im Weltraum heißt Meteoroid. Erreicht ein Rest davon den Erdboden, wird er als Meteorit bezeichnet.

Die Perseiden tragen ihren Namen, weil ihre Flugbahnen rückwärts verlängert scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen.

Sind Perseiden gefährlich?

Die Perseiden stellen für Beobachter am Boden keine Gefahr dar. Die Partikel verglühen normalerweise hoch in der Atmosphäre.

Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist kein Augenschutz erforderlich. Der Nachthimmel kann mit bloßen Augen beobachtet werden.

Die wesentlichen Risiken entstehen durch den nächtlichen Aufenthalt im Freien:

  • unbeleuchtete Wege
  • Straßenverkehr
  • steiles oder nasses Gelände
  • plötzliche Temperaturabfälle
  • Gewitter
  • Zecken und Insekten
  • ungesicherte Gewässerufer
  • private oder gesperrte Flächen

Der Beobachtungsplatz sollte noch bei Tageslicht oder in der Dämmerung kontrolliert werden.

Was sollte man zur Beobachtung mitnehmen?

Für mehrere Stunden im Freien sind folgende Dinge sinnvoll:

  • Decke, Isomatte oder Liegestuhl
  • warme Jacke
  • feste Schuhe
  • lange Hose
  • Getränk
  • kleine Jause
  • Mückenschutz
  • schwache Taschenlampe mit Rotlicht
  • vollständig geladenes Smartphone
  • Powerbank
  • Müllbeutel
  • Kamera und Stativ
  • eventuell eine Sternkarten-App

Auch nach einem heißen Sommertag kann es in der zweiten Nachthälfte empfindlich kühl werden. Wer längere Zeit still auf einer Wiese liegt, kühlt schneller aus als bei Bewegung.

Warum sollte rotes Licht verwendet werden?

Die Augen benötigen ungefähr 20 bis 30 Minuten, um sich weitgehend an die Dunkelheit anzupassen. Helles weißes Licht oder ein Smartphone-Display kann diese Anpassung innerhalb kurzer Zeit wieder beeinträchtigen.

Eine rote, schwach eingestellte Lampe stört die Nachtsicht weniger. Auch das Smartphone sollte auf minimale Helligkeit, Nachtmodus und möglichst rote Darstellung gestellt werden.

Autoscheinwerfer sollten am Beobachtungsplatz nicht unnötig eingeschaltet werden. Bei der An- und Abfahrt geht die Verkehrssicherheit selbstverständlich vor.

Perseiden fotografieren

Meteoraufnahmen erfordern Geduld. Es lässt sich nicht vorhersagen, an welcher Stelle des Himmels die nächste Sternschnuppe erscheint.

Für eine Kamera eignen sich:

  • stabiles Stativ
  • Weitwinkelobjektiv
  • offene Blende
  • manuelle Scharfstellung
  • Serienaufnahmen oder Intervallfunktion
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser
  • mehrere Sekunden Belichtungszeit
  • ausreichend freie Speicherkapazität
  • Ersatzakku oder Powerbank

NASA empfiehlt einen dunklen Standort, ein Weitwinkelobjektiv, ein Stativ, manuelle Fokussierung und möglichst viele aufeinanderfolgende Langzeitbelichtungen. Ein Weitwinkel erfasst einen größeren Teil des Himmels und erhöht damit die Chance, dass ein Meteor durchs Bild zieht.

Als Ausgangspunkt können folgende Einstellungen getestet werden:

EinstellungMöglicher Startwert
Brennweite14 bis 24 Millimeter
Blendemöglichst weit geöffnet
Belichtungszeitetwa 10 bis 20 Sekunden
ISOungefähr 1600 bis 3200
Fokusmanuell auf einen hellen Stern
Aufnahmeartfortlaufendes Intervall

Die idealen Werte hängen von Kamera, Objektiv, Umgebungslicht und gewünschter Bildwirkung ab. Testaufnahmen sind erforderlich. Bei zu langen Belichtungszeiten werden Sterne wegen der Erdrotation als Striche sichtbar.

Die Kamera sollte nicht ausschließlich direkt auf Perseus gerichtet werden. Längere Meteorspuren erscheinen meist in größerem Abstand zum Radianten.

Perseiden mit dem Smartphone fotografieren

Moderne Smartphones können helle Perseiden aufnehmen, wenn ein manueller oder professioneller Kameramodus vorhanden ist.

Das Smartphone muss stabil auf einem Stativ befestigt werden. Freihändige Nachtaufnahmen sind ungeeignet. Der Nachtmodus allein ist nicht immer optimal, weil mehrere Einzelbilder automatisch kombiniert werden und eine kurze Meteorerscheinung dabei verschwinden kann.

Besser sind:

  • manueller Fokus
  • lange Einzelbelichtungen
  • hohe, aber nicht maximale Lichtempfindlichkeit
  • Intervallaufnahmen
  • vollständig deaktivierter Blitz
  • möglichst dunkler Standort
  • viele aufeinanderfolgende Bilder

Die Erfolgschance steigt mit der Zahl der Aufnahmen. Selbst bei guten Bedingungen können Hunderte Fotos entstehen, auf denen keine Sternschnuppe zu sehen ist.

Was tun bei Wolken?

Eine geschlossene Wolkendecke verhindert die Beobachtung vollständig. Dünne hohe Wolken lassen nur besonders helle Meteore sichtbar.

Für die Planung sollten mehrere Wetterfaktoren geprüft werden:

  • Gesamtbewölkung
  • tiefe, mittlere und hohe Wolken
  • Gewitterwahrscheinlichkeit
  • Nebel
  • Luftfeuchtigkeit
  • Sichtweite
  • Niederschlag

Die zuverlässigste Entscheidung ist erst am 11. oder 12. August möglich. Bei unsicherer Wetterlage kann ein alternativer Standort in einer anderen Region vorbereitet werden.

Eine Fahrt über mehrere Bundesländer lohnt sich nur, wenn Wettermodelle einen deutlichen Unterschied erwarten lassen. Lokale Gewitter können sich im August kurzfristig entwickeln.

Häufige Fragen zu den Perseiden 2026

Wann ist die beste Perseidennacht 2026?

Die beste Nacht ist jene vom 12. auf den 13. August 2026.

Um wie viel Uhr sieht man die meisten Sternschnuppen?

Die höchste Aktivität wird rechnerisch zwischen 4:00 und 6:00 Uhr erwartet. Wegen der Morgendämmerung liegt das beste dunkle Beobachtungsfenster in Österreich ungefähr zwischen 1:00 und 3:30 Uhr.

Kann man die Perseiden schon am Abend sehen?

Ja. Bereits ab ungefähr 22:00 oder 23:00 Uhr können Perseiden sichtbar sein. Nach Mitternacht steigt ihre Zahl normalerweise an.

Wo muss man hinschauen?

Die Meteore können am gesamten Himmel erscheinen. Der Radiant liegt im Sternbild Perseus im Nordosten. Am besten wird ein großer Himmelsbereich beobachtet, nicht nur der Radiant.

Braucht man ein Teleskop?

Nein. Teleskope und Ferngläser sind wegen ihres kleinen Sichtfelds ungeeignet. Die Perseiden werden am besten mit bloßen Augen beobachtet.

Wie viele Sternschnuppen sind sichtbar?

Unter dunklem Landhimmel sind während des Maximums häufig etwa 30 bis 50 Perseiden pro Stunde möglich. In Städten sind deutlich weniger sichtbar.

Kann man die Perseiden aus Wien sehen?

Ja. Helle Meteore sind auch in Wien sichtbar. Außerhalb der stark beleuchteten Innenstadt sind die Bedingungen besser.

Kann man die Perseiden aus Graz sehen?

Ja. Im Grazer Stadtgebiet werden vor allem helle Perseiden sichtbar. Außerhalb des Grazer Beckens und fern von Beleuchtung steigt die Zahl der erkennbaren Meteore.

Was ist bei schlechtem Wetter?

Auch in den Nächten vor und nach dem Maximum sind Perseiden aktiv. Besonders der 11. auf den 12. und der 13. auf den 14. August eignen sich als Ausweichtermine.

Stört der Mond 2026?

Nein. Am 12. August ist Neumond. Die Hauptnacht bleibt frei von störendem Mondlicht.

Sind die Perseiden gefährlich?

Nein. Die kleinen Partikel verglühen normalerweise vollständig in der Atmosphäre. Ein Augenschutz ist nicht erforderlich.

Wie unterscheidet man eine Sternschnuppe von einem Satelliten?

Eine Sternschnuppe erscheint plötzlich, zieht sehr schnell über einen Teil des Himmels und verschwindet nach einem Sekundenbruchteil oder wenigen Sekunden. Satelliten bewegen sich wesentlich langsamer und gleichmäßiger.

Blinken Sternschnuppen?

Normalerweise nicht regelmäßig. Blinkende, gleichmäßig wandernde Lichter sind meist Flugzeuge. Sehr helle Meteore können ihre Helligkeit jedoch verändern, aufleuchten oder eine kurze nachleuchtende Spur hinterlassen.

Checkliste für die Perseidennacht

  • Wetterprognose am 11. und 12. August prüfen
  • dunklen Standort mit freiem Himmel auswählen
  • Zufahrt und Parkmöglichkeit kontrollieren
  • Privatgrundstücke und Schutzgebietsregeln beachten
  • mindestens eine Stunde Beobachtungszeit einplanen
  • möglichst bis nach Mitternacht bleiben
  • Smartphone-Helligkeit reduzieren
  • weiße Taschenlampen vermeiden
  • warme Kleidung mitnehmen
  • Decke, Matte oder Liegestuhl verwenden
  • Getränke und Mückenschutz einpacken
  • keine Abfälle zurücklassen
  • bei Gewittergefahr exponierte Plätze verlassen

Fazit

Die Perseiden 2026 bieten in Österreich nahezu ideale Voraussetzungen. Das Maximum fällt in die Nacht vom 12. auf den 13. August und zugleich auf den Neumond. Störendes Mondlicht gibt es deshalb nicht.

Die höchste rechnerische Aktivität wird zwischen 4:00 und 6:00 Uhr erwartet. Da zu dieser Zeit bereits die Morgendämmerung beginnt, liegt das beste praktische Beobachtungsfenster ungefähr zwischen 1:00 und 3:30 Uhr.

Unter einem dunklen Landhimmel können mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden. Entscheidend sind ein wolkenfreier Himmel, möglichst wenig künstliches Licht und ausreichend Beobachtungszeit.

Der 12. August 2026 verbindet zudem zwei außergewöhnliche Himmelsereignisse: Am Abend ist in Österreich eine starke partielle Sonnenfinsternis sichtbar, wenige Stunden später folgt die beste Perseidennacht des Jahres.