Die Euro-Banknoten sollen ein vollständig neues Aussehen erhalten. Am 23. Juli 2026 hat die Europäische Zentralbank zehn Entwürfe vorgestellt, aus denen die nächste Banknotenserie hervorgehen soll.
Zur Auswahl stehen fünf Designserien zum Thema „Europäische Kultur“ und fünf weitere zum Thema „Flüsse und Vögel“. Dabei geht es nicht nur um andere Bilder. Die neuen Scheine sollen schwerer zu fälschen, leichter zu erkennen, zugänglicher für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und nachhaltiger herzustellen sein.
Bis zum 21. September 2026 läuft eine öffentliche Online-Umfrage. Das Ergebnis ist allerdings kein bindendes Referendum. Der EZB-Rat berücksichtigt die Rückmeldungen der Öffentlichkeit und eine parallel durchgeführte repräsentative Befragung, entscheidet aber voraussichtlich erst gegen Ende 2026 über den endgültigen Entwurf.
Die ersten Scheine der neuen Serie werden nicht unmittelbar danach ausgegeben. Die EZB bereitet eine schrittweise Einführung für die frühen 2030er-Jahre vor. Bis dahin müssen Sicherheitsmerkmale entwickelt, Materialien getestet, Banknoten produziert und Bankomaten sowie Geldbearbeitungsmaschinen angepasst werden.
Mein erster Eindruck: Die Auswahl ist wesentlich mutiger als die heutigen Euro-Scheine. Einige Entwürfe sehen weiterhin wie klassisches Geld aus. Andere erinnern eher an Kulturplakate, wissenschaftliche Infografiken oder moderne Kunst. Genau daraus entsteht eine interessante Frage:
Soll eine Banknote vertraut und seriös wirken oder bewusst zeigen, dass der Euro in eine neue gestalterische Epoche eintritt?
Die wichtigsten Fakten im Überblick
| Frage | Aktueller Stand |
|---|---|
| Wie viele Entwürfe gibt es? | zehn vollständige Banknotenserien |
| Welche Werte werden gestaltet? | 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro |
| Gibt es wieder einen 500-Euro-Schein? | nein |
| Welche Themen stehen zur Wahl? | Europäische Kultur sowie Flüsse und Vögel |
| Wie lange läuft die Umfrage? | bis 21. September 2026 |
| Ist die Abstimmung verbindlich? | nein, die Entscheidung trifft der EZB-Rat |
| Wann fällt die Entscheidung? | voraussichtlich Ende 2026 |
| Wann kommen die neuen Scheine? | erste Werte voraussichtlich in den frühen 2030er-Jahren |
| Ändern sich die Größen? | die Entwürfe verwenden die Maße der aktuellen Serie |
| Bleiben die bisherigen Farben? | die dominierenden Farben der Stückelungen bleiben erhalten |
| Werden die aktuellen Scheine ungültig? | nicht mit der Designentscheidung |
| Werden neue Sicherheitsmerkmale eingebaut? | ja, konkrete Merkmale sind noch nicht veröffentlicht |
Warum brauchen die Euro-Banknoten überhaupt ein neues Design?
Die ersten Euro-Banknoten kamen 2002 in Umlauf. Die aktuelle Europa-Serie wurde zwischen 2013 und 2019 schrittweise eingeführt. Inhaltlich blieb sie jedoch beim ursprünglichen Grundkonzept: Fenster, Tore und Brücken aus unterschiedlichen europäischen Architekturepochen.
Die dargestellten Bauwerke sind absichtlich keine real existierenden Gebäude. Dadurch sollte verhindert werden, dass einzelne Staaten, Städte oder Wahrzeichen bevorzugt werden. Die Fenster und Tore stehen für Offenheit, die Brücken für die Verbindung zwischen den Menschen Europas.
Dieses neutrale Konzept hat einen Vorteil: Es verursacht kaum nationale Konflikte. Sein Nachteil ist die geringe emotionale Bindung. Kaum jemand könnte ohne Blick auf einen Geldschein sagen, welche Architekturepoche auf dem 20- oder 100-Euro-Schein dargestellt ist.
Die neuen Banknoten sollen deshalb vier Ziele erreichen:
- Europas Identität und Werte konkreter darstellen.
- Neue Fälschungstechniken erschweren.
- Erkennung und Handhabung verbessern.
- Materialien und Herstellung nachhaltiger gestalten.
Die Neugestaltung bedeutet daher nicht, dass Bargeld abgeschafft wird. Im Gegenteil: Die Entwicklung einer neuen Serie zeigt, dass die EZB Banknoten auch für die kommenden Jahrzehnte einplant. Dazu passt der Blogofant-Beitrag Bargeld abschaffen? Vor- und Nachteile im Faktencheck.
So funktioniert die Abstimmung über die neuen Euro-Scheine
Die öffentliche Umfrage läuft vom 23. Juli 2026 um 16:30 Uhr bis zum 21. September 2026 um 23:59 Uhr.
Teilnehmen können alle Personen mit Internetzugang. Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnort spielen keine Rolle. Die Befragung steht in allen 24 Amtssprachen der Europäischen Union zur Verfügung. Die Antworten werden anonym ausgewertet; Name oder Kontaktdaten werden nicht verlangt. Technische Maßnahmen sollen verhindern, dass dieselbe Person mehrfach gewertet wird.
Die Designer wurden in der Befragung zunächst nur mit den Buchstaben A bis J bezeichnet. Damit sollte vermieden werden, dass Herkunft, Bekanntheit oder Nationalität der Gestalter die Bewertung beeinflussen. Die Zuordnung der Buchstaben erfolgte nach Angaben der EZB zufällig.
Parallel lässt die EZB eine zweite Umfrage mit einer repräsentativen Stichprobe im Euroraum durchführen. Eine frei zugängliche Online-Abstimmung kann leicht durch besonders interessierte Gruppen verzerrt werden. Die repräsentative Erhebung soll deshalb ein belastbareres Bild der Gesamtbevölkerung liefern.
Die öffentliche Meinung ist wichtig, entscheidet aber nicht allein. Der EZB-Rat berücksichtigt:
- die Vorauswahl der Fachjury,
- die öffentliche Online-Umfrage,
- die repräsentative Befragung,
- technische und sicherheitsbezogene Anforderungen,
- Barrierefreiheit,
- Produktionsfähigkeit und Kosten.
Zur offiziellen Abstimmung über die neuen Euro-Banknoten
Wie wurden die zehn Entwürfe ausgewählt?
Der Wettbewerb wurde im Juli 2025 für Grafikdesigner mit Wohnsitz in der Europäischen Union geöffnet. Insgesamt gingen 1.241 Bewerbungen aus allen EU-Staaten ein.
25 Designer beziehungsweise Designteams durften anschließend vollständige Serien für die sechs Stückelungen ausarbeiten. Bis April 2026 wurden 39 Vorschläge eingereicht: 16 zum Thema Europäische Kultur und 23 zu Flüssen und Vögeln. Eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten wählte daraus fünf Serien je Thema aus.
Zur Jury gehörten Experten aus Grafikdesign, Banknotengestaltung, Kommunikation, Geschichte, Architektur, Psychologie und Neurowissenschaft. Österreich wurde durch Robert Kalina vertreten, der bereits das Design der ersten Euro-Banknoten entworfen hatte.
Bewertet wurden unter anderem:
- Wiedererkennbarkeit der einzelnen Werte,
- visuelle Klarheit,
- Alltagstauglichkeit,
- thematische Aussage,
- Barrierefreiheit,
- technische Umsetzbarkeit,
- Zusammenspiel von Vorder- und Rückseite,
- Wirkung der gesamten Serie.
Die Jury erstellte keine öffentliche Rangfolge. Alle zehn vorgestellten Entwürfe gelten als gleichberechtigte Finalisten.
Thema 1: Europäische Kultur
Bei diesem Thema befindet sich auf jeder Vorderseite eine bekannte europäische Persönlichkeit. Die Rückseiten zeigen Orte, an denen Kultur gemeinsam erlebt, vermittelt oder weiterentwickelt wird.
| Wert | Vorderseite | Rückseite |
|---|---|---|
| 5 Euro | Maria Callas | darstellende Kunst und Straßenkultur |
| 10 Euro | Ludwig van Beethoven | gemeinsames Singen und Musik |
| 20 Euro | Marie Curie | Schule oder Universität |
| 50 Euro | Miguel de Cervantes | Bibliothek |
| 100 Euro | Leonardo da Vinci | Museum und Ausstellung |
| 200 Euro | Bertha von Suttner | öffentlicher Platz als Begegnungsraum |
Die Werte stellen keine Rangfolge der Personen dar. Bertha von Suttner auf dem 200-Euro-Schein ist nicht „wichtiger“ als Maria Callas auf dem Fünfer. Die Stückelungen folgen unterschiedlichen Kulturräumen: von darstellender Kunst über Musik und Bildung bis zu öffentlichen Plätzen.
Vorteile des Kulturthemas
Die Personen sind unmittelbar erkennbar und geben den Scheinen eine konkrete Geschichte. Europa erscheint nicht mehr nur als abstrakte Landkarte oder Ansammlung erfundener Brücken.
Die Auswahl deckt mehrere Jahrhunderte, Länder und Disziplinen ab. Für Österreich ist Bertha von Suttner besonders interessant. Die österreichische Pazifistin, Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin würde auf dem höchsten ausgegebenen Euro-Schein erscheinen.
Nachteile des Kulturthemas
Sobald reale Menschen auf gemeinsamen Banknoten erscheinen, entstehen politische und kulturelle Diskussionen:
- Warum wurde eine Person ausgewählt und eine andere nicht?
- Welche Regionen sind ausreichend vertreten?
- Sind Kunst, Wissenschaft und Friedensbewegung ausgewogen gewichtet?
- Wie beurteilt man die Persönlichkeiten in einigen Jahrzehnten?
- Identifizieren sich Menschen außerhalb der Herkunftsländer mit ihnen?
Die heutigen abstrakten Brücken vermeiden solche Konflikte fast vollständig. Reale Persönlichkeiten schaffen mehr Nähe, aber auch mehr Angriffsfläche.
Thema 2: Flüsse und Vögel
Das zweite Thema erzählt eine zusammenhängende Naturgeschichte. Mit steigendem Wert folgt die Serie dem Wasser von der Bergquelle bis zum offenen Meer.
| Wert | Landschaft und Vogel | Institution auf der Rückseite |
|---|---|---|
| 5 Euro | Bergquelle und Mauerläufer | Europäisches Parlament |
| 10 Euro | Wasserfall und Eisvogel | Europäische Kommission |
| 20 Euro | enges Flusstal und Bienenfresser | Europäische Zentralbank |
| 50 Euro | mäandernder Fluss und Weißstorch | Gerichtshof der Europäischen Union |
| 100 Euro | Flussmündung und Säbelschnäbler | Europäischer Rat und Rat der EU |
| 200 Euro | Meer und Basstölpel | Europäischer Rechnungshof |
Flüsse und Vögel überschreiten Staatsgrenzen. Nach der Begründung der EZB stehen sie deshalb für Freiheit, Einheit und die Verbindung zwischen europäischen Gesellschaften und Natur.
Vorteile des Naturthemas
Naturmotive funktionieren weitgehend unabhängig von Sprache, Nationalität und politischen Persönlichkeiten. Ein Eisvogel, Fluss oder Meer gehört keinem einzelnen Staat.
Die Entwicklung von der Quelle zum Meer gibt der gesamten Serie eine klare Logik. Selbst ohne Kenntnis aller Vögel lässt sich erkennen, dass die Werte eine fortlaufende Geschichte erzählen.
Nachteile des Naturthemas
Vögel und Flüsse könnten wie Motive einer Umweltorganisation, eines Naturkalenders oder einer Nationalparkbroschüre wirken. Die Verbindung zur Währung und zur europäischen Geschichte ist weniger direkt.
Auf den Rückseiten werden deshalb EU-Institutionen ergänzt. Diese Kombination wirkt bei manchen Entwürfen schlüssig, bei anderen etwas erzwungen: Ein Vogel auf der Vorderseite und ein Verwaltungsgebäude auf der Rückseite erzählen nicht automatisch dieselbe Geschichte.
Alle zehn Entwürfe im Vergleich
Design A: Minimalistische Porträts
Thema: Europäische Kultur
Designer: Studio Joost Grootens
Meine Bewertung: 8 von 10
Design A zerlegt die Porträts in große, geometrisch angeordnete Ausschnitte. Augen und Mund stehen für Wahrnehmung, Ausdruck und kulturellen Austausch. Die Rückseiten zeigen reduzierte Szenen gemeinsamer Kulturorte.
Vorteile
- sehr klare und ruhige Flächen,
- große Wertzahlen,
- unverwechselbarer moderner Stil,
- gute Trennung zwischen Hauptmotiv und Sicherheitsbereichen,
- wirkt als vollständige Serie konsequent.
Nachteile
- stark angeschnittene Gesichter wirken teilweise kühl,
- wenig klassischer Banknotencharakter,
- Ästhetik erinnert stellenweise an Museumsgrafik oder ein Kulturmagazin,
- zurückhaltende Farben könnten im Alltag weniger prägnant wirken.
Mein Urteil
Design A ist modern, aber nicht modisch. Die großen Gesichtsausschnitte funktionieren auf einem Bildschirm stärker als erwartet. Im täglichen Gebrauch könnte die extreme Reduktion allerdings etwas steril wirken.
Das Design wäre eine mutige, aber weiterhin alltagstaugliche Entscheidung.
Design B: Die wissenschaftliche Vogel-Infografik
Thema: Flüsse und Vögel
Designer: PunktFormStrich
Meine Bewertung: 7,5 von 10
Design B behandelt die Scheine beinahe wie naturwissenschaftliche Informationsgrafiken. Neben dem Vogel stehen Angaben zu Art, Größe, Gewicht, Flügelspannweite oder Lebensdauer. Balken visualisieren Vogelrufe, eine Skala die Fluggeschwindigkeit.
Vorteile
- hoher Informationsgehalt,
- detaillierte und hochwertige Vogelzeichnungen,
- sofort verständliche Verbindung zwischen Tier und Lebensraum,
- klassischer horizontaler Aufbau,
- wirkt seriös und banknotentypisch.
Nachteile
- sehr viele kleine Informationen,
- Details sind beim normalen Bezahlen kaum lesbar,
- die Gestaltung kann unruhig wirken,
- wissenschaftliche Daten konkurrieren mit Wertzahl und Sicherheitsmerkmalen,
- könnte schneller veraltet erscheinen als ein abstrakteres Konzept.
Mein Urteil
Design B ist intelligent und sorgfältig durchdacht. Für eine Banknote ist es mir jedoch etwas zu erklärungsbedürftig.
Ein Geldschein muss in einer Sekunde erkannt werden. Fluggeschwindigkeit, Vogelruf und biologische Daten sind interessant, aber für diese Kernfunktion nicht erforderlich.
Design C: Der klassische moderne Euro-Schein
Thema: Europäische Kultur
Designer: Neue Gestaltung GmbH
Meine Bewertung: 8,8 von 10
Design C zeigt große fotografische Porträts vor klaren geometrischen Flächen. Jede Stückelung besitzt eine dominante Farbe. Auf den Rückseiten werden Kulturszenen, Europakarte und Sternbilder kombiniert.
Vorteile
- sehr schnelle Wiedererkennung,
- große Wertzahl,
- kräftige, klar unterscheidbare Farben,
- würde sich vertraut in die bestehende Euro-Serie einfügen,
- Porträts wirken würdevoll und nicht überinszeniert,
- gute Verbindung aus Tradition und zeitgemäßer Gestaltung.
Nachteile
- weniger experimentell als andere Vorschläge,
- große Porträts dominieren die gesamte Serie,
- erinnert teilweise an bereits bekannte internationale Banknoten,
- das Grundproblem realer Persönlichkeiten bleibt bestehen.
Mein Urteil
Design C gehört zu meinen Favoriten. Es sieht nach einer tatsächlichen Banknote aus und nicht nach einem Grafikexperiment.
Die Gestaltung ist neu genug, um die nächste Generation zu kennzeichnen, aber vertraut genug, damit der Euro nicht seine visuelle Kontinuität verliert.
Design D: Vorderseite hoch, Rückseite quer
Thema: Flüsse und Vögel
Designer: Rudy Guedj und François Girard-Meunier
Meine Bewertung: 6,5 von 10
Design D zeigt handgezeichnete Vögel in abstrakten Landschaften. Auf der Rückseite verbinden Handgesten, Netze und institutionelle Gebäude die Naturgeschichte mit europäischer Zusammenarbeit.
Die Jury hob ausdrücklich hervor, dass die Vorderseite visuell im Hochformat und die Rückseite im Querformat gelesen wird.
Vorteile
- sehr eigenständig,
- starke Bewegung und räumliche Tiefe,
- die Kombination der beiden Leserichtungen ist innovativ,
- kaum mit heutigen Euro-Scheinen zu verwechseln,
- künstlerisch anspruchsvoll.
Nachteile
- visuell stark überladen,
- Wertzahl und Hauptmotiv konkurrieren miteinander,
- unterschiedliche Leserichtungen können im Alltag irritieren,
- die Rückseite ist ohne Erklärung schwer verständlich,
- wirkt mehr wie ein Sammlerobjekt als wie ein alltäglicher Fünfer.
Mein Urteil
Design D ist eines der interessantesten Kunstkonzepte, aber nicht eines der besten Zahlungsmittelkonzepte.
Eine Banknote darf komplex sein, muss aber trotzdem schnell erfassbar bleiben. Hier benötigt das Auge zu lange, um Vogel, Wert, Sicherheitsfolie und Hintergrund voneinander zu trennen.
Design E: Klassisch, präzise und wahrscheinlich am praktikabelsten
Thema: Europäische Kultur
Designerin: Myrsini Vardopoulou
Meine Bewertung: 9,2 von 10
Design E zeigt klassische Porträts, klare Wertzahlen, feine Linien, konzentrische Kreise und symbolische Elemente zum jeweiligen kulturellen Beitrag der Person. Die Jury beschreibt den Entwurf als klassische, durchdachte und funktionale Fortsetzung der bisherigen Euro-Banknoten.
Vorteile
- sofort als Banknote erkennbar,
- klare Wertangaben,
- hochwertige, seriöse Gesamtwirkung,
- Sicherheitsmerkmale lassen sich gut in das Linien- und Kreissystem integrieren,
- gute Balance zwischen Porträt und funktionalen Flächen,
- geringe Eingewöhnung für die Bevölkerung.
Nachteile
- weniger mutig als A, F oder G,
- wirkt stellenweise konservativ,
- Porträts stehen erneut sehr stark im Mittelpunkt,
- könnte als verpasste Gelegenheit für einen radikal neuen Euro wahrgenommen werden.
Mein Urteil
Design E ist mein Gesamtsieger.
Es ist nicht das spektakulärste Design, aber vermutlich das beste für den täglichen Gebrauch. Wert, Motiv und Sicherheitsbereiche sind schnell erfassbar. Gleichzeitig wirkt der Schein moderner als die heutige Europa-Serie.
Bei Geld ist diese Balance wichtiger als maximale gestalterische Originalität.
Design F: Die handgezeichnete Kulturcollage
Thema: Europäische Kultur
Designer: Jan Robert Dünnweller
Meine Bewertung: 7 von 10
Design F verbindet gezeichnete Porträts mit Aquarellflächen, Pinsellinien, Mustern und unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Die Collage soll das europäische Motto „In Vielfalt geeint“ sichtbar machen.
Vorteile
- sehr menschlich und künstlerisch,
- deutlich weniger technisch als andere Entwürfe,
- starke Illustration statt austauschbarer Fotografie,
- Vielfalt wird tatsächlich sichtbar,
- besitzt einen eigenständigen europäischen Charakter.
Nachteile
- viele Texturen konkurrieren miteinander,
- Wertzahl und Sicherheitsfolie könnten optisch untergehen,
- erinnert eher an ein Kulturfestival oder Kunstplakat,
- bei gebrauchten und verschmutzten Scheinen könnte die Collage unruhiger wirken.
Mein Urteil
Design F gefällt mir als Kunstwerk besser als als Zahlungsmittel. Die handgezeichneten Porträts besitzen Charakter, doch der Hintergrund ist für eine täglich verwendete Banknote zu beschäftigt.
Eine etwas reduzierte Variante könnte wesentlich stärker funktionieren.
Design G: Der radikale Hochformat-Euro
Thema: Europäische Kultur
Designer: Rubio & del Amo und Cruz más Cruz
Meine Bewertung: 6 von 10
Design G ist der experimentellste Kulturentwurf. Gesicht, Wertzahl und Texte sind so angeordnet, dass der Schein teilweise gedreht werden muss. Vier vertikale Blöcke sind von den Buchstaben E, U, R und O inspiriert.
Vorteile
- maximal unverwechselbar,
- konsequent moderne Gestaltung,
- deutliches visuelles System über alle Stückelungen,
- vertikale Blöcke bieten Platz für Sicherheitsfolien,
- könnte insbesondere jüngere Nutzer ansprechen.
Nachteile
- Porträt und Wertzahl liegen teilweise quer,
- schnelle Erkennung wird erschwert,
- Vorder- und Rückseite wirken sehr dicht,
- optisch nahe an Editorial- oder Verpackungsdesign,
- dürfte die Bevölkerung stärker polarisieren als jedes andere Kulturdesign.
Mein Urteil
Design G wäre ein radikaler Bruch mit bisherigen europäischen Banknoten. Es ist mutig, intelligent und gestalterisch hochwertig.
Im Alltag halte ich die seitliche Leserichtung dennoch für einen Nachteil. Ein Geldschein wird aus der Geldbörse gezogen, gezählt, gestapelt und weitergegeben. Dabei sollte die Wertzahl aus mehreren Richtungen sofort erkennbar sein.
Design G gewinnt den Innovationspreis, aber nicht meine Abstimmung.
Design H: Der zugänglichste Naturentwurf
Thema: Flüsse und Vögel
Designer: Atelier Goppel-Toperngpong
Meine Bewertung: 8,9 von 10
Design H zeigt farbige Vögel, Wasser, Landschaften und Flugbewegungen in einer weichen, fast gemalten Gestaltung. Wasser dient zugleich als Bild für die Kraft gemeinschaftlichen Handelns in Europa.
Vorteile
- emotional und unmittelbar verständlich,
- starke Farben,
- große, klar erkennbare Vögel,
- gute Unterscheidung der Stückelungen,
- modern, ohne übertrieben experimentell zu wirken,
- Naturthema wird überzeugend umgesetzt.
Nachteile
- wirkt stellenweise wie eine hochwertige Naturillustration,
- europäische Institutionen auf der Rückseite könnten fremd erscheinen,
- weniger klassischer Währungscharakter als Design E oder C,
- die weichen Farbverläufe müssen mit Sicherheitsmerkmalen vereinbar bleiben.
Mein Urteil
Design H ist mein Favorit aus der Gruppe Flüsse und Vögel.
Die Scheine wirken freundlich, modern und verständlich. Im Gegensatz zu B benötigt man keine biologischen Daten, um das Konzept zu erfassen. Im Gegensatz zu D bleibt die Komposition übersichtlich.
Design I: Bewegung und großzügige Flächen
Thema: Flüsse und Vögel
Designerin: Isabelle Daëron
Meine Bewertung: 8 von 10
Design I stellt Bewegung in den Mittelpunkt. Der einzelne Vogel auf der Vorderseite und der Schwarm auf der Rückseite stehen für Austausch und gegenseitige Abhängigkeit. Handgezeichnete und digitale Raster überlagern Landschaft und Wasser.
Vorteile
- elegant und aufgeräumt,
- klare Bewegungsrichtung,
- großzügige Flächen,
- moderne Verbindung aus Handzeichnung und Vektorgrafik,
- gute visuelle Ruhe.
Nachteile
- Wertzahl ist teilweise ungewöhnlich gedreht,
- wirkt weniger wie klassisches Geld,
- die zurückhaltende Komposition könnte aus der Entfernung schwach erscheinen,
- einige Flächen vermitteln eher Designstudie als fertige Banknote.
Mein Urteil
Design I ist unaufdringlich und hochwertig. Es könnte im Alltag besser funktionieren als auf den ersten Bildern erkennbar ist.
Für meinen Geschmack fehlt allerdings ein klarer visueller Anker. Vogel, Wert und Sicherheitsfolie müssten in der Endfassung noch stärker zusammengeführt werden.
Design J: Die gezeichnete Reise von der Quelle zum Meer
Thema: Flüsse und Vögel
Designer: Ville Tietäväinen
Meine Bewertung: 8,4 von 10
Design J erzählt die Entwicklung des Flusses besonders konsequent. Mit steigendem Wert bewegt sich die Serie von den Bergen Richtung Meer. Flügel, Flusslauf und Sicherheitsfolie verbinden die Vorderseite mit den EU-Gebäuden auf der Rückseite.
Vorteile
- stärkste zusammenhängende Geschichte aller Naturentwürfe,
- hochwertige, beinahe gravierte Illustrationen,
- Vorder- und Rückseite sind konzeptionell verbunden,
- zeitloser als ein fotografischer Ansatz,
- wirkt wie eine tatsächliche Banknotenserie.
Nachteile
- relativ gedeckte Farben,
- Wertzahl könnte deutlicher hervortreten,
- manche Rückseiten wirken architektonisch schwer,
- feine Zeichnungen verlieren bei Verschleiß möglicherweise Wirkung.
Mein Urteil
Design J ist der künstlerisch überzeugendste Naturentwurf. H ist zugänglicher, J besitzt jedoch die bessere langfristige Erzählung.
Mit etwas stärkeren Kontrasten wäre dieser Vorschlag ein ernsthafter Gesamtsieger.
Meine Rangliste der zehn Designs
| Platz | Design | Bewertung | Hauptgrund |
|---|---|---|---|
| 1 | E | 9,2/10 | beste Verbindung aus Sicherheit, Klarheit und Würde |
| 2 | H | 8,9/10 | stärkster und zugänglichster Naturentwurf |
| 3 | C | 8,8/10 | moderne Fortsetzung klassischer Banknoten |
| 4 | J | 8,4/10 | beste zusammenhängende Naturgeschichte |
| 5 | A | 8,0/10 | minimalistisch und unverwechselbar |
| 6 | I | 8,0/10 | elegant und modern |
| 7 | B | 7,5/10 | informativ, aber zu detailreich |
| 8 | F | 7,0/10 | künstlerisch stark, funktional unruhig |
| 9 | D | 6,5/10 | spannend, aber überladen |
| 10 | G | 6,0/10 | innovativ, jedoch im Alltag zu kompliziert |
Die Bewertung bezieht sich nicht nur auf Schönheit. Eine Banknote muss innerhalb von Sekunden erkannt, von Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen unterschieden und in sehr unterschiedlichen Situationen verwendet werden können.
Warum sind einige Entwürfe im Hochformat?
Keiner der vorgestellten Scheine wird physisch zu einem schmalen, hohen Papierstreifen. Die Designer mussten die Maße der aktuellen Europa-Serie übernehmen. Auch die dominierenden Farben der einzelnen Werte waren vorgegeben.
„Hochformat“ bedeutet bei den Entwürfen daher, dass Porträt, Wertzahl oder Hauptmotiv so angeordnet sind, dass die Banknote gedreht und vertikal betrachtet wird.
Besonders deutlich ist das bei Design G. Auch Design D kombiniert nach ausdrücklicher Bewertung der Jury eine Hochformat-Vorderseite mit einer Querformat-Rückseite.
Was spricht für die vertikale Gestaltung?
Bessere Nutzung großer Motive
Ein menschliches Gesicht oder ein aufsteigender Vogel passt häufig besser in eine vertikale Fläche. Das Motiv kann größer dargestellt werden, ohne seitlich viel ungenutzten Raum zu erzeugen.
Stärkere Unterscheidung
Ein vertikal gelesenes Design fällt sofort auf. Es kann kaum mit der bisherigen Euro-Serie verwechselt werden.
Integration von Sicherheitsfolien
Viele moderne Banknoten besitzen einen vertikalen Folienstreifen. Ein Hochformat-Aufbau kann diesen Streifen als zentrales Gestaltungselement statt als technischen Fremdkörper verwenden.
Veränderte Nutzung
Menschen halten Smartphones, Tickets und viele digitale Dokumente überwiegend vertikal. Einige Designer übertragen diese visuelle Gewohnheit auf Bargeld.
Der letzte Punkt ist eine gestalterische Interpretation und keine offiziell genannte Begründung der EZB.
Was spricht gegen das Hochformat?
Banknoten werden meistens horizontal:
- in Geldbörsen gesteckt,
- in Kassenfächern gelagert,
- gezählt,
- gebündelt,
- übergeben,
- von Bankomaten ausgegeben.
Eine seitlich stehende Wertzahl kann die schnelle Erkennung erschweren. Das gilt besonders für ältere Menschen, Personen mit eingeschränktem Sehvermögen oder Situationen, in denen mehrere Scheine rasch gezählt werden.
Maschinen haben mit einem vertikal angeordneten Motiv grundsätzlich weniger Probleme. Sie erkennen Banknoten über Maße, Druckmuster, Infrarot- und Magnetmerkmale sowie weitere maschinenlesbare Elemente. Für Menschen bleibt die Leserichtung jedoch relevant.
Mein Urteil:
Ein einzelnes vertikales Gestaltungselement ist interessant. Eine ganze Banknote, die erst gedreht werden muss, verschlechtert die Alltagstauglichkeit.
Welche neuen Sicherheitsmerkmale bekommen die Scheine?
Die genauen Sicherheitsmerkmale stehen noch nicht fest beziehungsweise werden noch nicht öffentlich beschrieben. Das ist beabsichtigt: Eine Zentralbank veröffentlicht nicht Jahre vor der Ausgabe sämtliche technischen Einzelheiten.
Fest steht, dass die neue Serie fortschrittlichere Sicherheitsmerkmale erhalten soll. Sie sollen Fälschungen erschweren und gleichzeitig für normale Nutzer leichter kontrollierbar sein.
Die Designer mussten bereits Flächen und Konzepte für Wasserzeichen und Sicherheitsfolien berücksichtigen. Die Jury erhielt bei ihrer Beurteilung Unterlagen zu den Entwürfen, den vorgesehenen Wasserzeichen und Folien. Diese Darstellungen sind jedoch noch keine Garantie, dass genau diese Merkmale auf dem fertigen Schein erscheinen.
Bei der späteren technischen Entwicklung sind mehrere Ebenen zu unterscheiden.
Sicherheitsmerkmale für alle Menschen
Sie können ohne Hilfsmittel überprüft werden, beispielsweise durch:
- Fühlen erhabener Druckelemente,
- Betrachten eines Wasserzeichens,
- Kippen einer Folie,
- Farb- oder Bewegungswechsel,
- transparente beziehungsweise durchsichtige Elemente.
Welche dieser Techniken die neue Serie konkret erhält, wurde noch nicht veröffentlicht.
Merkmale für Kassen und Prüfgeräte
Geldprüfer und Kassensysteme verwenden unter anderem ultraviolettes und infrarotes Licht sowie magnetische oder maschinenlesbare Druckelemente.
Merkmale für Zentralbanken
Zusätzliche Merkmale können nur mit spezieller Technik geprüft werden. Ihre genaue Funktionsweise wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich erklärt.
Wichtig ist deshalb:
Die Bilder der zehn Entwürfe zeigen Gestaltungskonzepte, aber noch keine vollständig produktionsreifen Banknoten.
Werden die neuen Scheine leichter erkennbar?
Die EZB will die neue Serie ausdrücklich inklusiver und leichter handhabbar gestalten. Dazu gehören klar unterscheidbare Werte, kontrastreiche Farben und eine Struktur, die Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen unterstützt.
Die aktuellen Euro-Scheine verwenden bereits:
- unterschiedliche Größen,
- feste Farben je Stückelung,
- große Wertzahlen,
- erhabenen Druck,
- fühlbare Linien an den Rändern.
Die Randlinien unterscheiden sich durch Unterbrechungen. Dadurch können ähnlich große Werte ertastet werden. Die EZB arbeitet bei der Entwicklung von Banknoten mit der Europäischen Blindenunion zusammen.
Noch ist nicht bekannt, welche taktilen Merkmale die nächste Serie genau übernimmt oder erweitert.
Einige Entwürfe sind aus meiner Sicht deutlich besser geeignet als andere. E, C und H besitzen große Werte und relativ klare Flächen. D, F und G stellen höhere Anforderungen an die visuelle Orientierung.
Bleiben Größe und Farbe gleich?
Ja, zumindest in den Wettbewerbsentwürfen. Die Designer mussten die Maße und dominierenden Farben der aktuellen Europa-Serie verwenden. Dadurch bleiben Geldbörsen, Kassenfächer und viele Gewohnheiten kompatibel.
Die bekannten Grundfarben bleiben damit voraussichtlich erhalten:
- 5 Euro: Grau
- 10 Euro: Rot
- 20 Euro: Blau
- 50 Euro: Orange
- 100 Euro: Grün
- 200 Euro: Gelb-Braun
Die exakte Farbabstimmung kann sich in der technischen Endfassung noch verändern.
Dass die Größen gleich bleiben, ist besonders für die Bargeldinfrastruktur wichtig. Bankomaten, Sortiermaschinen, Geldzähler und Automaten müssen zwar auf neue Druck- und Sicherheitsmerkmale vorbereitet werden, ihre mechanischen Fächer müssen aber nicht wegen vollständig anderer Abmessungen neu konstruiert werden.
Werden die neuen Banknoten nachhaltiger?
Die EZB plant Materialien und Produktionsmethoden mit geringerer Umweltwirkung. Die Forschung konzentriert sich insbesondere auf:
- eine längere Lebensdauer,
- Rohstoffe mit geringerer Umweltbelastung,
- effizientere Produktion,
- nachhaltigere Verwertung ausgemusterter Banknoten.
Bereits 2025 stammten die für Euro-Banknoten verwendeten Baumwollfasern nach Angaben der EZB vollständig aus nachhaltigen Quellen. Deponierung und Verbrennung ohne Energierückgewinnung sind für ausgemusterte Euro-Banknoten seit 2022 untersagt.
Die Umweltwirkung des gesamten Bargeldkreislaufs entsteht nicht nur beim Druck. Besonders relevant sind Bankomaten, Transport, Sortierung und Prüfung. In einer EZB-Untersuchung entfielen 37 Prozent der Umweltbelastung auf den Betrieb von Bankomaten und 35 Prozent auf Transporte.
Ein langlebigerer Schein reduziert daher nicht automatisch alle Belastungen, kann aber die Zahl der notwendigen Ersatzbanknoten senken.
Wann kommen die neuen Euro-Banknoten?
Der derzeitige Zeitplan sieht so aus:
| Zeitpunkt | Schritt |
|---|---|
| 23. Juli 2026 | Vorstellung der zehn Finalisten |
| bis 21. September 2026 | öffentliche Online-Umfrage |
| Ende 2026 | geplante Auswahl durch den EZB-Rat |
| danach | technische Entwicklung, Sicherheitstests und Produktionsvorbereitung |
| frühe 2030er-Jahre | geplante Einführung erster Stückelungen |
Die verschiedenen Werte werden wahrscheinlich nicht alle gleichzeitig ausgegeben. Auch die Europa-Serie wurde über mehrere Jahre hinweg stufenweise eingeführt. Über Reihenfolge und exakte Termine wurde noch nicht entschieden.
Werden die heutigen Scheine ungültig?
Die Auswahl eines neuen Designs macht die aktuellen Banknoten nicht ungültig.
Bei früheren Serienwechseln liefen alte und neue Euro-Scheine über längere Zeit parallel. Selbst Banknoten der ersten Serie behalten ihren Wert und können bei nationalen Zentralbanken des Eurosystems zeitlich unbegrenzt umgetauscht werden.
Die EZB hat noch nicht festgelegt, wann und wie die kommende Serie eingeführt wird. Es besteht deshalb kein Grund, aktuelle Scheine einzutauschen oder auszugeben.
Auch der 500-Euro-Schein bleibt gültig, obwohl er nicht mehr neu ausgegeben wird. Die nächste Serie umfasst weiterhin nur 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro.
Kultur oder Natur: Welches Thema passt besser zum Euro?
Das Kulturthema vermittelt stärker, was Menschen in Europa geschaffen haben. Wissenschaft, Musik, Literatur, Kunst und Friedensarbeit erhalten konkrete Gesichter.
Das Naturthema zeigt dagegen, was Europa geografisch verbindet und was unabhängig von Staatsgrenzen geschützt werden muss.
Warum ich Europäische Kultur knapp bevorzuge
Banknoten sind nicht nur Gebrauchsgegenstände. Sie sind staatliche beziehungsweise supranationale Symbole. Auf Reisepässen, Münzen und Banknoten wird regelmäßig Geschichte, Kultur und institutionelle Identität dargestellt.
Flüsse und Vögel sind schön und politisch weniger konfliktreich. Sie erklären aber weniger eindeutig, was Europa als kulturellen und gesellschaftlichen Raum ausmacht.
Ein Eisvogel könnte fast auf jeder Währung der Welt erscheinen. Beethoven, Marie Curie, Cervantes und Bertha von Suttner verbinden ihre individuelle Geschichte direkt mit Europa.
Der Nachteil realer Personen bleibt bestehen. Trotzdem halte ich ein gut gestaltetes Kulturdesign für stärker als eine rein landschaftliche Serie.
Mein Fazit zu den neuen Euro-Banknoten
Die EZB hat keine zehn austauschbaren Varianten vorgelegt. Die Entwürfe zeigen zwei grundsätzlich verschiedene Vorstellungen davon, wie der Euro künftig wirken soll.
Einige Vorschläge setzen auf klassische Porträts und klare Währungsästhetik. Andere behandeln die Banknote als moderne Informationsfläche oder Kunstobjekt. Die mutigsten Designs verlangen sogar, dass der Schein gedreht und teilweise im Hochformat betrachtet wird.
Mein Favorit ist Design E. Es verbindet ein modernes Erscheinungsbild mit jener Klarheit und Würde, die ich von einer Banknote erwarte. Die Werte sind deutlich, die Porträts stark und die Flächen für Sicherheitsmerkmale sinnvoll integriert.
Beim Naturthema würde ich Design H wählen. Es ist zugänglicher als die wissenschaftliche Informationsgrafik von B und wesentlich ruhiger als der experimentelle Entwurf D.
Meine ideale Lösung wäre allerdings eine Kombination:
Die klare Struktur und Sicherheitstauglichkeit von Design E, verbunden mit der Farbe und Leichtigkeit von Design H.
Die öffentlichen Entwürfe werden vor der Produktion ohnehin weiterentwickelt. Der Sieger muss nicht unverändert auf den späteren Scheinen erscheinen. Sicherheitsmerkmale, Kontraste, Schriften und einzelne Bildelemente können sich noch verändern.
Die Abstimmung ist trotzdem relevant. Sie zeigt der EZB nicht nur, welcher Entwurf am schönsten wirkt, sondern auch, wie viel Veränderung die Bevölkerung ihrer gemeinsamen Währung zutraut.
Häufige Fragen zu den neuen Euro-Banknoten
Wann kommen die neuen Euro-Banknoten?
Die ersten Stückelungen sollen voraussichtlich in den frühen 2030er-Jahren erscheinen. Ein genauer Einführungstermin steht noch nicht fest.
Wie lange kann man abstimmen?
Die öffentliche Umfrage läuft bis zum 21. September 2026 um 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Kann man aus Österreich teilnehmen?
Ja. Die öffentliche Umfrage steht unabhängig von Nationalität und Wohnort allen Personen mit Internetzugang offen.
Entscheidet die Abstimmung über den Gewinner?
Nein. Die Umfrage liefert eine Grundlage für die Entscheidung. Den endgültigen Entwurf wählt der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 aus.
Warum gibt es nur noch sechs Stückelungen?
Die Ausgabe neuer 500-Euro-Banknoten wurde eingestellt. Deshalb umfasst die aktuelle Europa-Serie und auch der neue Wettbewerb nur 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro.
Werden die bisherigen Euro-Scheine ungültig?
Nein. Die Vorstellung oder Auswahl eines neuen Designs macht aktuelle Scheine nicht ungültig. Die Einführung wird erst Jahre später erfolgen.
Werden die neuen Scheine größer?
Die Wettbewerbsentwürfe verwenden dieselben Abmessungen wie die aktuelle Europa-Serie.
Warum stehen manche Wertzahlen seitlich?
Einige Designer verwenden eine vertikale Leserichtung, um Porträts, Vögel und Sicherheitsfolien anders anzuordnen. Der Schein selbst bleibt rechteckig und besitzt die bisherigen Abmessungen.
Welche Sicherheitsmerkmale werden eingebaut?
Die neuen Scheine sollen fortschrittlichere und leichter überprüfbare Sicherheitsmerkmale erhalten. Die exakte technische Ausführung wurde noch nicht veröffentlicht.
Ist der digitale Euro der Grund für die neuen Banknoten?
Nein. Der digitale Euro und die neue Banknotenserie sind getrennte Projekte. Die EZB erklärt ausdrücklich, dass digitales Zentralbankgeld Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll.
Ist Design E bereits der Gewinner?
Nein. Design E ist meine persönliche Bewertung. Alle Entwürfe A bis J sind offizielle Finalisten ohne veröffentlichte Rangfolge.