Korfu gehört zu den abwechslungsreichsten Kreuzfahrtzielen im östlichen Mittelmeer. Nach dem Verlassen des Schiffes stehen mehrere realistische Möglichkeiten offen: ein Rundgang durch die historische Altstadt, der Besuch der beiden venezianischen Festungen, eine Fahrt nach Kanoni oder ein längerer Ausflug nach Paleokastritsa.
Der Kreuzfahrthafen liegt nicht unmittelbar in der Altstadt, ist aber gut an das Zentrum angebunden. Wer keinen organisierten Ausflug buchen möchte, kann Korfu-Stadt problemlos mit dem öffentlichen Bus oder zu Fuß erreichen.
Dieser Erfahrungsbericht zeigt, wie ein individueller Landgang auf Korfu funktioniert, welche Sehenswürdigkeiten sich an einem Kreuzfahrttag lohnen und welche Routen bei unterschiedlichen Liegezeiten realistisch sind.
Korfu auf einen Blick
| Information | Einschätzung |
|---|---|
| Land | Griechenland |
| Inselgruppe | Ionische Inseln |
| Hafen | Neuer Hafen von Korfu-Stadt |
| Tendern | Normalerweise nicht erforderlich |
| Entfernung zur Altstadt | Rund 2 bis 3 Kilometer |
| Fahrt in die Altstadt | Etwa 10 bis 15 Minuten |
| Fußweg | Ungefähr 25 bis 35 Minuten |
| Öffentlicher Bus | Linien 16 und 17 |
| Wichtigste Sehenswürdigkeit | Historische Altstadt |
| UNESCO-Welterbe | Seit 2007 |
| Geeignet für individuelle Landgänge | Sehr gut |
| Typischer Zeitbedarf | Vier bis acht Stunden |
| Währung | Euro |
Der erste Eindruck vom Kreuzfahrthafen Korfu
Kreuzfahrtschiffe legen normalerweise im Neuen Hafen westlich der Altstadt an. Der Hafen wird gleichzeitig von Kreuzfahrtschiffen, Fähren und anderen Schiffen genutzt und wirkt deshalb zunächst eher funktional als touristisch.
Abhängig vom zugewiesenen Liegeplatz kann der Weg bis zum Passagierterminal relativ weit sein. Teilweise werden Passagiere innerhalb des Hafengeländes mit kostenlosen Shuttlefahrzeugen vom Schiff zum Terminal gebracht. Dieser Transfer endet jedoch nicht automatisch in der Altstadt.
Vor dem Terminal befinden sich üblicherweise:
- Taxis,
- Mietwagenanbieter,
- öffentliche Busse,
- touristische Shuttleangebote,
- Hop-on-Hop-off-Busse,
- Ausflugsanbieter.
Wer nur die Altstadt besichtigen möchte, benötigt keinen Reedereiausflug. Korfu-Stadt lässt sich vergleichsweise einfach selbst organisieren.
Vom Kreuzfahrthafen in die Altstadt
Für den Weg vom Schiff in das historische Zentrum bestehen vier Möglichkeiten:
- öffentlicher Bus,
- Shuttlebus der Reederei oder eines lokalen Anbieters,
- Taxi,
- Fußweg entlang der Küste.
Mit dem öffentlichen Bus in die Altstadt
Die offiziellen Stadtbusse werden auf Korfu als Blue Buses bezeichnet. Die Linien 16 und 17 verbinden den Hafen direkt mit dem historischen Zentrum.
Die Linie 16 fährt vom Hafen nach Spilia. Der Endpunkt liegt bei der Neuen Festung am westlichen Rand der Altstadt. Die Linie 17 fährt in Richtung Spianada und Liston und endet damit näher an der Alten Festung. Beide Linien beginnen innerhalb des Hafengebiets.
Für einen klassischen Altstadtrundgang sind beide Verbindungen geeignet:
- Linie 16: ideal für den Start bei der Neuen Festung,
- Linie 17: ideal für den Start bei Liston und Alter Festung.
Fahrpläne und Fahrpreise können saisonal geändert werden. Die aktuellen Abfahrtszeiten sollten kurz vor der Kreuzfahrt erneut kontrolliert werden.
Vorteile des öffentlichen Busses
- geringe Kosten,
- Haltestellen direkt im Hafen,
- keine lange Parkplatzsuche,
- direkte Fahrt zur Altstadt,
- flexible Rückfahrt.
Nachteile
- mögliche Wartezeiten,
- volle Busse an Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen,
- begrenzter Platz für Rollatoren oder große Kinderwagen,
- Fahrplan muss zur Rückkehrzeit passen.
Shuttlebus der Reederei
Einige Reedereien bieten einen kostenpflichtigen Shuttle vom Hafen in die Nähe der Altstadt an. Preis, Abfahrtsort und Endhaltestelle unterscheiden sich je nach Schiff.
Der Shuttle ist komfortabel, aber häufig deutlich teurer als der öffentliche Bus. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob das Ticket beliebig viele Fahrten oder nur eine Hin- und Rückfahrt umfasst.
Der Vorteil liegt vor allem in der einfachen Orientierung. Wer Korfu selbst erkunden möchte und keine Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat, benötigt den Reedereishuttle normalerweise nicht.
Mit dem Taxi nach Korfu-Stadt
Taxis warten gewöhnlich vor dem Passagierterminal. Die reine Fahrt zur Altstadt ist kurz.
Ein Taxi lohnt sich besonders:
- bei drei oder vier gemeinsam reisenden Personen,
- bei eingeschränkter Mobilität,
- bei großer Hitze,
- bei sehr kurzer Liegezeit,
- wenn direkt zur Alten Festung gefahren werden soll.
Der Fahrpreis sollte vor Fahrtbeginn geklärt werden. Bei mehreren gleichzeitig ankommenden Schiffen können längere Wartezeiten entstehen.
Zu Fuß vom Hafen in die Altstadt
Die Altstadt ist grundsätzlich zu Fuß erreichbar. Der Weg führt überwiegend entlang der Hafen- und Küstenstraße.
Je nach Liegeplatz, Tempo und genauer Route sollten ungefähr 25 bis 35 Minuten eingeplant werden. Der Weg ist größtenteils eben, bietet jedoch nur begrenzt Schatten.
Der Fußweg ist sinnvoll bei:
- angenehmen Temperaturen,
- ausreichend langer Liegezeit,
- guter körperlicher Verfassung,
- Interesse an einem längeren Stadtspaziergang.
Im Hochsommer ist der Bus meistens die angenehmere Variante. Dadurch bleibt außerdem mehr Zeit für die Altstadt und die Festungen.
Warum Korfu-Stadt besonders ist
Die Altstadt von Korfu gehört seit 2007 zum UNESCO-Welterbe. Ihre strategische Lage am Eingang der Adria führte über Jahrhunderte zu venezianischen, französischen, britischen und griechischen Einflüssen.
Die Befestigungsanlagen wurden maßgeblich von venezianischen Ingenieuren geprägt. Gleichzeitig besteht ein großer Teil der historischen Bebauung aus venezianischen und späteren neoklassizistischen Gebäuden.
Dadurch unterscheidet sich Korfu-Stadt deutlich von vielen anderen griechischen Inselstädten. Statt weißer Würfelhäuser dominieren:
- hohe, schmale Stadthäuser,
- pastellfarbene Fassaden,
- Arkadengänge,
- venezianische Festungsanlagen,
- kleine Innenhöfe,
- enge Gassen,
- französisch wirkende Plätze.
Die beste Route durch Korfu-Stadt
Für den ersten Besuch eignet sich eine Route von der Neuen Festung durch die Altstadt bis zur Alten Festung.
Empfohlene Reihenfolge
Kreuzfahrthafen → Spilia → Neue Festung → jüdisches Viertel → Altstadtgassen → Kirche des Heiligen Spyridon → Liston → Spianada → Alte Festung → Rückfahrt zum Hafen
Für diesen Rundgang sollten ohne längere Museumsbesuche ungefähr drei bis vier Stunden eingeplant werden.
1. Spilia und Neue Festung
Wer mit der Linie 16 fährt, beginnt den Rundgang bei Spilia. Direkt oberhalb des Bereichs erhebt sich die Neue Festung.
Die Bezeichnung „neu“ ist relativ: Die Anlage wurde bereits im 16. Jahrhundert unter venezianischer Herrschaft errichtet. Von den erhöhten Bereichen ergeben sich Ausblicke über die Dächer der Stadt und in Richtung Hafen.
Für 2026 nennt das griechische Kulturministerium in der Sommersaison Öffnungszeiten von 8:30 bis 15:30 Uhr, wobei die Anlage dienstags geschlossen ist. In der Wintersaison kann sie vollständig geschlossen sein. Die aktuellen Angaben müssen vor dem Besuch kontrolliert werden.
Bei einem kurzen Aufenthalt kann die Neue Festung nur von außen besichtigt werden. Der Aufstieg zur Alten Festung ist für den ersten Besuch meist eindrucksvoller.
2. Jüdisches Viertel
Unterhalb der Neuen Festung liegt das historische jüdische Viertel. Dieser Bereich wirkt ruhiger und weniger repräsentativ als Liston oder Spianada.
Die schmalen Straßen, hohen Häuser und kleinen Plätze vermitteln einen realistischeren Eindruck vom alltäglichen Korfu-Stadt. Wer nur den touristischen Hauptachsen folgt, übersieht diesen Teil leicht.
3. Durch die Gassen der Altstadt
Das Zentrum besteht aus einem dichten Netz schmaler Straßen. Viele dieser Gassen werden auf Korfu als Kantounia bezeichnet.
Die Orientierung ist nicht immer eindeutig, doch die Altstadt ist kompakt. Wer grob in Richtung Osten geht, erreicht schließlich Liston, Spianada oder die Alte Festung.
Unterwegs befinden sich:
- kleine Geschäfte,
- Bäckereien,
- Cafés,
- Wohnhäuser,
- Innenhöfe,
- Kirchen,
- Souvenirläden,
- Restaurants.
Der Rundgang wirkt am besten, wenn nicht ausschließlich einer digitalen Navigation gefolgt wird. Viele interessante Fassaden und Plätze liegen abseits der geradesten Route.
4. Kirche des Heiligen Spyridon
Die Kirche des Heiligen Spyridon gehört zu den wichtigsten religiösen Gebäuden der Insel. Der hohe Glockenturm ist von mehreren Bereichen der Altstadt aus sichtbar und dient als Orientierungspunkt.
Der Heilige Spyridon gilt als Schutzpatron Korfus. Die Kirche ist deshalb nicht nur eine touristische Sehenswürdigkeit, sondern ein aktiver religiöser Ort.
Beim Betreten sollte auf angemessene Kleidung und laufende Gottesdienste Rücksicht genommen werden. Fotografieren kann in einzelnen Bereichen eingeschränkt sein.
5. Liston
Liston ist eine langgestreckte Häuserzeile mit Arkadengängen und Cafés am Rand der Spianada.
Die Architektur wirkt stärker französisch als typisch griechisch. Der Bereich gehört zu den bekanntesten Fotomotiven der Stadt und eignet sich für eine Pause.
Die Cafés direkt unter den Arkaden profitieren von ihrer prominenten Lage. Wer günstiger essen oder trinken möchte, findet in den Seitengassen meist bessere Alternativen.
6. Spianada
Vor Liston öffnet sich die weitläufige Spianada. Die offizielle Tourismusseite von Korfu bezeichnet sie als einen der größten Plätze Griechenlands. Die Buslinie 17 verbindet den Kreuzfahrthafen direkt mit diesem Bereich.
Die Grünflächen und offenen Bereiche bilden einen starken Kontrast zu den engen Gassen der Altstadt.
Von hier sind mehrere Sehenswürdigkeiten erreichbar:
- Alte Festung,
- Liston,
- Palast der Heiligen Michael und Georg,
- Museum für Asiatische Kunst,
- Faliraki,
- Boschetto-Garten.
7. Alte Festung
Die Alte Festung liegt östlich der Spianada auf einer felsigen Halbinsel. Sie gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Korfu-Stadt.
Der Zugang führt über eine Brücke und anschließend über ansteigende Wege, Treppen und befestigte Bereiche. Vom oberen Teil reicht der Blick über:
- die Altstadt,
- die Spianada,
- den Hafen,
- das Ionische Meer,
- die Küste des griechischen Festlands und Albaniens.
Das griechische Kulturministerium nennt für die Alte Festung einen regulären Eintrittspreis von 10 Euro. Öffnungszeiten unterscheiden sich zwischen Sommer und Winter und sollten unmittelbar vor dem Besuch kontrolliert werden.
Für die Besichtigung sollten ungefähr 60 bis 90 Minuten eingeplant werden. Bei großer Hitze ist der Aufstieg anstrengend, da viele Bereiche kaum Schatten bieten.
Lohnt sich die Alte Festung?
Ja, besonders beim ersten Besuch. Die Anlage kombiniert Geschichte, Architektur und Aussicht und bietet ein stärkeres Erlebnis als ein reiner Spaziergang durch die Einkaufsstraßen.
Bei weniger als vier Stunden Aufenthalt sollte allerdings abgewogen werden, ob der vollständige Aufstieg zeitlich sinnvoll ist.
8. Palast der Heiligen Michael und Georg
Am nördlichen Rand der Spianada steht der Palast der Heiligen Michael und Georg.
Das Gebäude entstand während der britischen Herrschaft und beherbergt heute das Museum für Asiatische Kunst. Bereits die Außenansicht und der angrenzende Garten lohnen einen kurzen Abstecher.
Ein Museumsbesuch ist vor allem bei sehr heißem Wetter oder Regen sinnvoll. Für einen ersten Kreuzfahrttag sollte jedoch ausreichend Zeit für die Altstadt und die Alte Festung verbleiben.
9. Faliraki
Faliraki liegt unterhalb der Altstadtmauer am Meer. Über Treppen und Wege erreicht man eine kleine Bade- und Cafézone mit Blick auf die Alte Festung.
Der Bereich eignet sich für:
- eine kurze Pause,
- einen Kaffee am Wasser,
- Fotos der Festung,
- eine Abkühlung im Meer.
Die offizielle Tourismusseite weist außerdem auf einen kleinen Strand in der Nähe der Alten Festung hin.
Für einen klassischen Strandtag ist Faliraki zu klein. Als kurzer Abschluss eines Altstadtrundgangs ist der Bereich jedoch gut geeignet.
Ausflug nach Kanoni und zur Mäuseinsel
Kanoni liegt südlich von Korfu-Stadt und gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten der Insel.
Von dort blickt man auf:
- das Kloster Vlacherna,
- die kleine Insel Pontikonisi,
- die Landebahn des Flughafens,
- die Bucht südlich der Stadt.
Die Blue-Bus-Linie 2 verbindet das Stadtzentrum mit Kanoni. Der Bus fährt über Spianada und endet in der Nähe des Aussichtspunkts.
Zeitbedarf
Ab der Altstadt sollten einschließlich Fahrt, Aussichtspunkt und Rückfahrt ungefähr zwei Stunden eingeplant werden.
Kanoni lässt sich deshalb gut mit einem kürzeren Altstadtrundgang verbinden.
Für wen lohnt sich Kanoni?
- Fotografen,
- Flugzeuginteressierte,
- Besucher ohne Interesse an langen Museumsbesuchen,
- Passagiere mit sechs oder mehr Stunden Aufenthalt,
- Reisende, die Korfu-Stadt bereits kennen.
Ausflug nach Paleokastritsa
Paleokastritsa liegt an der Westküste Korfus und gehört zu den bekanntesten Landschaftszielen der Insel.
Der Ort besteht aus mehreren Buchten, Stränden, felsigen Küstenabschnitten und einem erhöht gelegenen Kloster. Das Wasser wirkt bei gutem Wetter auffällig blau und türkis.
Die offizielle Green-Bus-Verbindung A9 verbindet Korfu-Stadt mit Paleokastritsa. Die Fahrt dauert nach Angaben des Betreibers ungefähr 50 Minuten.
Paleokastritsa individuell mit dem Bus
Für einen selbst organisierten Ausflug muss zunächst vom Kreuzfahrthafen zur zentralen Green-Bus-Station gefahren werden. Dafür kann unter anderem die Stadtbuslinie 15 verwendet werden, die den Hafen mit dem Überlandbusbahnhof verbindet.
Danach folgt die Fahrt mit dem Green Bus nach Paleokastritsa.
Gesamter Zeitbedarf
Für Hin- und Rückfahrt, Umsteigen, Wartezeiten und Aufenthalt sollten mindestens fünf bis sechs Stunden eingeplant werden.
Risiken
- saisonale Fahrpläne,
- mögliche Verspätungen,
- Wartezeit beim Umstieg,
- volle Busse,
- begrenzte Rückfahrmöglichkeiten,
- Stau rund um Korfu-Stadt.
Der aktuelle Fahrplan muss direkt beim Betreiber kontrolliert werden. Die Rückkehr nach Korfu-Stadt sollte mindestens 90 Minuten vor der offiziellen Zeit „alle an Bord“ geplant sein.
Paleokastritsa mit Taxi oder organisiertem Ausflug
Ein Taxi oder vorab gebuchter Transfer ist schneller und flexibler als der Linienbus.
Die Variante lohnt sich bei:
- vier gemeinsam reisenden Personen,
- kurzer Liegezeit,
- Wunsch nach mehreren Aussichtspunkten,
- Kombination mit einem Strand,
- unsicherem Busfahrplan.
Ein organisierter Reedereiausflug bietet die größte Absicherung gegen Verspätungen. Er ist besonders bei Liegezeiten unter sieben Stunden sinnvoll.
Korfu-Stadt oder Paleokastritsa?
Korfu-Stadt ist die bessere Wahl, wenn
- Korfu zum ersten Mal besucht wird,
- die Liegezeit weniger als sechs Stunden beträgt,
- kein längerer Transfer gewünscht ist,
- Geschichte und Architektur interessieren,
- ein günstiger Landgang geplant ist.
Paleokastritsa ist die bessere Wahl, wenn
- die Liegezeit mindestens sieben bis acht Stunden beträgt,
- Landschaft und Meer wichtiger als Stadtbesichtigungen sind,
- Korfu-Stadt bereits bekannt ist,
- ein Taxi oder organisierter Transfer genutzt wird.
Beides ist möglich, wenn
- das Schiff früh anlegt,
- ein direkter Transfer nach Paleokastritsa gebucht wird,
- der Altstadtrundgang auf etwa zwei Stunden begrenzt bleibt,
- das Schiff erst am frühen Abend ablegt.
Mit öffentlichen Bussen wird die Kombination schnell hektisch.
Drei realistische Tagesrouten
Route 1: Korfu bei vier Stunden Aufenthalt
Hafen → Bus nach Spilia → Altstadtgassen → Kirche des Heiligen Spyridon → Liston → Spianada → Bus zurück zum Hafen
| Programmpunkt | Zeit |
| Fahrt vom Hafen | 15–30 Minuten |
| Altstadtrundgang | 90 Minuten |
| Liston und Spianada | 30 Minuten |
| Rückfahrt und Puffer | 60 Minuten |
Bei nur vier Stunden sollte auf Paleokastritsa und Kanoni verzichtet werden.
Route 2: Korfu bei sechs Stunden Aufenthalt
Hafen → Neue Festung → Altstadt → Liston → Alte Festung → Faliraki → Rückfahrt
| Programmpunkt | Zeit |
| Transfer | 20–30 Minuten |
| Neue Festung von außen | 20 Minuten |
| Altstadt | 90 Minuten |
| Alte Festung | 60–90 Minuten |
| Essen oder Faliraki | 45 Minuten |
| Rückfahrt und Puffer | 60–90 Minuten |
Diese Route bietet die beste Mischung für einen ersten Besuch.
Route 3: Korfu bei acht Stunden Aufenthalt
Variante Stadt und Kanoni
Hafen → Altstadt → Alte Festung → Bus nach Kanoni → Aussichtspunkt → Rückfahrt zum Hafen
Variante Paleokastritsa
Hafen → direkter Transfer nach Paleokastritsa → Aufenthalt am Meer → Rückfahrt → kurzer Altstadtrundgang → Hafen
Bei acht Stunden bleibt ausreichend Zeit, dennoch sollte nur ein größeres Ziel außerhalb der Stadt gewählt werden.
Essen und Trinken auf Korfu
Die Küche Korfus unterscheidet sich teilweise von jener anderer griechischer Inseln. Durch die lange venezianische Herrschaft entstanden Gerichte mit italienisch wirkenden Namen und Zubereitungsarten.
Typische Speisen sind:
- Pastitsada: Fleisch mit würziger Tomatensauce und Pasta,
- Sofrito: Kalbfleisch mit Knoblauch, Petersilie und Weißweinsauce,
- Bourdeto: scharfes Fischgericht mit rotem Pfeffer,
- Bianco: Fisch mit Kartoffeln, Knoblauch und Zitronensauce,
- Kumquat-Produkte: Likör, Marmelade und Süßigkeiten,
- Meeresfrüchte und gegrillter Fisch.
Die Restaurants direkt an Liston und Spianada besitzen eine besonders attraktive Lage, sind aber häufig teurer. In den Seitenstraßen finden sich kleinere Tavernen mit weniger touristischer Atmosphäre.
Einkaufen und Souvenirs
Korfu-Stadt bietet eine größere Auswahl als viele kleinere Kreuzfahrthäfen.
Typische Produkte sind:
- Kumquat-Likör,
- Kumquat-Marmelade,
- Olivenöl,
- Olivenholzprodukte,
- Honig,
- Kräuter,
- Seifen,
- Keramik,
- Schmuck,
- Lederwaren.
Bei Flüssigkeiten muss berücksichtigt werden, ob nach der Kreuzfahrt noch ein Flug folgt. Größere Flaschen gehören dann normalerweise in das Aufgabegepäck.
Korfu bei großer Hitze
Im Juli und August können Stadtbesichtigung und Festungsaufstieg anstrengend werden.
Eine sinnvolle Reihenfolge ist:
- früh vom Schiff gehen,
- zuerst die Alte Festung besuchen,
- anschließend die schattigeren Altstadtgassen erkunden,
- am Nachmittag ein Café oder Museum einplanen,
- für die Rückfahrt den Bus statt des Fußwegs nutzen.
Benötigt werden:
- Wasser,
- Kopfbedeckung,
- Sonnenschutz,
- leichte Kleidung,
- feste Schuhe.
Korfu bei Regen
Korfu gilt als eine der grüneren griechischen Inseln. Auch während der Kreuzfahrtsaison können Regenschauer auftreten.
Geeignete Ziele bei schlechtem Wetter sind:
- Museum für Asiatische Kunst,
- Archäologisches Museum,
- Kirchen der Altstadt,
- Cafés unter den Arkaden von Liston,
- überdachte Geschäfte und Markthallen.
Die Festungen besitzen rutschige Wege und viele ungeschützte Bereiche. Bei starkem Regen sollte auf den vollständigen Aufstieg verzichtet werden.
Barrierefreiheit
Der Hafen und die Hauptstraßen Richtung Altstadt sind überwiegend eben. Innerhalb des historischen Zentrums treten jedoch Hindernisse auf:
- unebenes Pflaster,
- schmale Gehwege,
- Stufen,
- steile Zugänge,
- stark frequentierte Gassen.
Spianada und Liston sind vergleichsweise gut zugänglich. Die oberen Bereiche der Alten und Neuen Festung sind für Rollstühle und Rollatoren nur eingeschränkt geeignet.
Bei reduzierter Mobilität ist ein Taxi vom Hafen zur Spianada meist zweckmäßiger als der öffentliche Bus oder der Fußweg.
Praktische Erfahrungen und Tipps
Direkt nach der Freigabe an Land gehen
An Tagen mit mehreren Schiffen füllen sich Altstadt, Busse und Festungen schnell. Ein früher Start reduziert Wartezeiten und Hitze.
Nicht beide Festungen vollständig besichtigen
Beim ersten Besuch reicht normalerweise die Alte Festung. Die Neue Festung kann von außen in den Rundgang integriert werden.
Busnummer und Rückfahrthaltestelle fotografieren
In Korfu-Stadt existieren mehrere Plätze und Haltestellen. Ein Foto des genauen Rückfahrpunkts verhindert unnötige Suche.
Bordzeit beachten
Maßgeblich ist ausschließlich die auf dem Schiff angegebene Zeit. Sie muss nicht zwingend mit der Uhrzeit auf dem Mobiltelefon übereinstimmen.
Fahrpläne kurzfristig prüfen
Busfahrpläne können nach Wochentag und Saison variieren. Dies betrifft besonders die Verbindung nach Paleokastritsa.
Genügend Rückkehrpuffer lassen
Bei einem Aufenthalt in Korfu-Stadt sollte man spätestens 60 Minuten vor „alle an Bord“ zum Hafen zurückfahren. Nach einem Ausflug nach Paleokastritsa sind 90 bis 120 Minuten sinnvoll.
Nicht zu viele Ziele kombinieren
Altstadt, Alte Festung, Kanoni, Paleokastritsa und Strand sind an einem einzelnen Kreuzfahrttag nicht sinnvoll miteinander kombinierbar. Eine Hauptattraktion und ein ergänzender Programmpunkt reichen aus.
Fazit: Lohnt sich Korfu als Kreuzfahrthafen?
Korfu eignet sich sehr gut für einen individuellen Landgang. Der Hafen liegt zwar nicht direkt im historischen Zentrum, doch öffentliche Busse verbinden das Kreuzfahrtterminal unkompliziert mit der Altstadt.
Für einen ersten Besuch ist Korfu-Stadt die beste Wahl. Die Kombination aus venezianischen Gassen, Liston, Spianada und Alter Festung bietet ausreichend Programm für vier bis sechs Stunden.
Paleokastritsa lohnt sich bei längeren Liegezeiten und einer zuverlässig organisierten Fahrt. Bei Nutzung öffentlicher Busse muss der Fahrplan genau zur Schiffszeit passen.
Die ausgewogenste Tagesroute besteht aus einem frühen Besuch der Alten Festung, einem Rundgang durch die Altstadt und einer abschließenden Pause bei Liston oder Faliraki.
Häufige Fragen zum Kreuzfahrthafen Korfu
Liegt der Kreuzfahrthafen direkt in Korfu-Stadt?
Der Hafen liegt ungefähr zwei bis drei Kilometer westlich der historischen Altstadt. Das Zentrum ist mit Bus, Taxi oder zu Fuß erreichbar.
Muss man auf Korfu tendern?
Kreuzfahrtschiffe legen normalerweise direkt im Neuen Hafen an. Abhängig vom Liegeplatz kann innerhalb des Hafengeländes ein Shuttle zum Terminal eingesetzt werden.
Welcher Bus fährt vom Hafen in die Altstadt?
Die Linien 16 und 17 verbinden den Hafen mit Spilia beziehungsweise Spianada und Liston.
Kann man vom Kreuzfahrthafen zur Altstadt laufen?
Ja. Der Fußweg dauert je nach Liegeplatz und Tempo ungefähr 25 bis 35 Minuten.
Wie viel Zeit braucht man für Korfu-Stadt?
Für die wichtigsten Gassen, Liston und Spianada genügen ungefähr drei Stunden. Mit der Alten Festung sollten vier bis fünf Stunden eingeplant werden.
Lohnt sich die Alte Festung?
Ja. Sie bietet die beste Kombination aus historischen Anlagen und Aussicht über Korfu-Stadt.
Kann man Paleokastritsa auf eigene Faust besuchen?
Ja. Die Green-Bus-Linie A9 verbindet Korfu-Stadt mit Paleokastritsa. Einschließlich Umsteigen, Wartezeiten und Rückkehrpuffer sollte die Liegezeit mindestens sieben Stunden betragen.
Kann man Korfu-Stadt und Paleokastritsa kombinieren?
Bei langer Liegezeit und einem direkten Taxi oder Transfer ist das möglich. Mit öffentlichen Bussen wird die Kombination zeitlich deutlich riskanter.
Welche Währung wird auf Korfu verwendet?
Auf Korfu wird wie im übrigen Griechenland mit dem Euro bezahlt.
Ist Korfu für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet?
Liston und Spianada sind vergleichsweise gut zugänglich. Kopfsteinpflaster, Stufen und die Festungsanlagen können jedoch erhebliche Hindernisse darstellen.