Das Schlafzimmer ist dunkel, der Wecker ist gestellt und eigentlich wäre längst Zeit zum Schlafen. Trotzdem klebt das Leintuch an der Haut, das Kopfpolster fühlt sich warm an und vom offenen Fenster kommt kaum kühlere Luft herein. Nach einigen Minuten beginnt das Drehen von einer Seite auf die andere.
In Österreich ist diese Situation gerade besonders aktuell. Für Wien werden bis Dienstag nächtliche Tiefstwerte von etwa 23 bis 24 Grad erwartet. Gleichzeitig gelten rote Warnungen vor extremer Hitzebelastung. Erst ab Mittwoch und Donnerstag zeichnet sich eine deutlichere Abkühlung ab.
Warme Nächte sind mehr als ein kleines Komfortproblem. Hohe Temperaturen können das Einschlafen verzögern, den Schlaf unterbrechen und die nächtliche Erholung beeinträchtigen. Studien und aktuelle Übersichtsarbeiten verbinden insbesondere Nachttemperaturen über 25 Grad mit kürzerem oder weniger effizientem Schlaf.
Ein einzelner Trick löst das Problem meist nicht. Am besten funktioniert eine Kombination: Das Schlafzimmer muss schon tagsüber vor Wärme geschützt werden, die kühlere Nachtluft wird gezielt genutzt und der Körper bekommt vor dem Schlafengehen Gelegenheit, überschüssige Wärme abzugeben.

Warum Hitze den Schlaf stört
Beim Übergang in den Schlaf verändert der Körper seine Temperaturregulation. Wärme wird über die Haut abgegeben, während die Körperkerntemperatur sinkt. Ist die Umgebung sehr warm oder schwül, wird diese Wärmeabgabe schwieriger. Das kann dazu führen, dass man länger wach liegt, häufiger aufwacht oder sich am Morgen weniger erholt fühlt.
Die Wirkung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Luftfeuchtigkeit, Bettwäsche, Matratze, Luftbewegung und persönliche Gesundheit spielen ebenso eine Rolle wie die reine Raumtemperatur. Deshalb gibt es keine einzige perfekte Schlaftemperatur, die für alle gilt.
Für den Hitzeschutz nennt die WHO als Orientierung, dass Innenräume nachts möglichst unter 24 Grad bleiben sollten. Dieser Wert ist besonders für Säuglinge, ältere Menschen und chronisch kranke Personen wichtig. In schlecht gedämmten Stadtwohnungen lässt sich das während einer Hitzewelle allerdings nicht immer erreichen.
Dann geht es nicht mehr um die ideale Zahl am Thermometer. Entscheidend ist, die Belastung so weit wie möglich zu senken.
1. Beginne schon am Morgen mit der Vorbereitung
Eine ruhige Sommernacht wird nicht erst kurz vor dem Zubettgehen vorbereitet. Sobald die Außenluft am Morgen wärmer wird als das Schlafzimmer, sollten Fenster geschlossen und die Verschattung aktiviert werden.
Ziehe Rollläden, Raffstores oder Vorhänge zu, bevor direkte Sonne auf das Fenster trifft. Außenliegender Sonnenschutz ist besonders wirksam, weil er einen Teil der Strahlung abfängt, bevor sie das Fensterglas und den Innenraum erwärmt. Die Stadt Wien und das österreichische Sozialministerium empfehlen, Räume tagsüber geschlossen und verdunkelt zu halten und erst in den kühleren Abend-, Nacht- und Morgenstunden intensiv zu lüften.
Verwende das Schlafzimmer tagsüber möglichst nicht als Arbeits- oder Fernsehzimmer. Ein Computer, ein großer Bildschirm und mehrere Stunden Körperwärme erhöhen die Temperatur zusätzlich.
Weitere Maßnahmen für die gesamte Wohnung findest du im Beitrag Wohnung ohne Klimaanlage kühlen.
2. Lüfte nach Temperatur und nicht nach Uhrzeit
Ein offenes Fenster hilft nur, wenn die Außenluft kühler ist als die Luft im Zimmer. Während einer ausgeprägten Hitzewelle kann das erst spät am Abend oder in der Nacht der Fall sein.
Ein kleines Innen- und Außenthermometer nimmt dir die Entscheidung ab. Sobald es draußen kühler ist, öffnest du Fenster und Innentüren vollständig. Ideal ist Querlüftung über gegenüberliegende Fenster oder eine Balkontür.
Gekippte Fenster tauschen die Luft nur langsam aus. Für die erste Abkühlung ist vollständiges Öffnen meist wirksamer. Wenn Sicherheit, Lärm und Wetterlage es erlauben, kann die Lüftung anschließend länger fortgesetzt werden.
Prüfe vorher die aktuellen Wetterwarnungen. Bei angekündigten Gewittern sollten weit geöffnete Fenster nicht unbeaufsichtigt bleiben.

3. Erzeuge nachts einen klaren Luftweg
In vielen Wohnungen steht die Luft, obwohl mehrere Fenster geöffnet sind. Das passiert, wenn keine sinnvolle Ein- und Austrittsrichtung entsteht.
Öffne zunächst ein Fenster auf der kühleren oder schattigen Gebäudeseite. Auf der anderen Seite der Wohnung öffnest du eine zweite Möglichkeit, durch die warme Luft austreten kann. Innentüren bleiben dabei offen.
In einer mehrstöckigen Wohnung kann kühlere Luft unten einströmen, während warme Luft über ein höher gelegenes Fenster abzieht. In einer kleinen Einzimmerwohnung hilft ein Ventilator dabei, die Luftbewegung zu verstärken.
Dauerhaft offene Fenster sind allerdings nicht überall möglich. Straßenlärm, Pollen, Rauch, Einbruchschutz und Haustiere müssen in die Entscheidung einbezogen werden. Ein Insektenschutzgitter kann zumindest verhindern, dass aus der nächtlichen Lüftung eine Mückenjagd wird.
4. Entferne Wärmequellen aus dem Schlafzimmer
Ein Schlafzimmer braucht nachts weder laufende Computer noch Ladegeräte, Fernseher oder helle Lampen. Schalte Geräte vollständig aus und lade das Smartphone möglichst außerhalb des Betts.
Auch kleine Wärmequellen summieren sich. Dazu gehören:
- Notebook und externer Bildschirm,
- Spielekonsole oder Fernseher,
- Halogenlampen,
- Ladegeräte,
- Luftentfeuchter mit warmer Abluft,
- laufende Haushaltsgeräte in angrenzenden Räumen.
Normale Schlafhygiene bleibt auch im Sommer wichtig. Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt eine ruhige und dunkle Schlafumgebung, regelmäßige Abläufe und den bewussten Umgang mit Medien vor dem Schlafengehen.
Der bestehende Blogofant-Beitrag zum besser Einschlafen ergänzt diese allgemeinen Grundlagen.
5. Dusche lauwarm statt eiskalt
Eine kurze Dusche kann vor dem Schlafengehen sehr angenehm sein. Sie entfernt Schweiß und kühlt die Haut. Eiskaltes Wasser ist jedoch nicht automatisch die beste Wahl. Es kann sich zunächst erfrischend anfühlen, bei manchen Menschen aber eine starke Gegenreaktion auslösen.
Lauwarmes bis angenehm kühles Wasser ist meist leichter verträglich. Trockne dich danach nicht vollständig ab, sofern du dich damit wohlfühlst. Die verbleibende Feuchtigkeit kann beim Verdunsten für zusätzliche Kühlung sorgen.
Verzichte auf eine sehr heiße Dusche. Das Badezimmer und der Körper müssen die zusätzliche Wärme anschließend wieder abgeben.
Bei Kreislaufproblemen solltest du Temperaturwechsel vorsichtig gestalten. Schwindel oder Unwohlsein sind ein Grund, die Dusche abzubrechen und sich hinzusetzen.

6. Kühle gezielt Nacken, Unterarme und Füße
Du musst nicht den gesamten Körper mit Eis bedecken. Oft reicht eine lokale Abkühlung an gut durchbluteten oder als angenehm empfundenen Stellen.
Geeignet sind:
- ein kühles, feuchtes Tuch im Nacken,
- kaltes Wasser über die Unterarme,
- ein kurzes Fußbad,
- ein Kühlpack in einem Tuch,
- ein leicht gekühlter Polsterbezug.
Kühlpacks oder gefrorene Gegenstände gehören nicht direkt auf die Haut. Zu starke lokale Kälte kann unangenehm sein und die Haut schädigen.
In einer experimentellen Studie verbesserte eine lokale Kühlung von Kopf, Nacken und Rücken bei sehr warmer Umgebung sowohl das Wärmeempfinden als auch gemessene Schlafparameter. Daraus lässt sich kein allgemeines Heilversprechen ableiten, es unterstützt aber das Prinzip der gezielten, moderaten Körperkühlung.
7. Wähle leichte Bettwäsche
In einer heißen Nacht ist eine schwere Decke selten hilfreich. Verwende nur so viel Bedeckung, wie du tatsächlich brauchst.
Leichte, atmungsaktive Stoffe fühlen sich meist angenehmer an als dichte synthetische Materialien. Baumwolle oder Leinen werden von vielen Menschen bevorzugt, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen können und nicht sofort an der Haut kleben.
Manche schlafen ohne Decke schlechter, weil ihnen das vertraute Gefühl fehlt. Dann reicht ein dünner Leintuchbezug oder ein leichtes Laken.
Wechsle feuchte Bettwäsche rechtzeitig. Ein durchgeschwitztes Leintuch wird nicht automatisch kühler, sondern kann sich klamm und unangenehm anfühlen.
8. Drehe Kopfpolster und Decke regelmäßig
Dieser Tipp klingt banal, bringt aber kurzfristig spürbare Erleichterung. Die Unterseite des Kopfpolsters ist häufig kühler als die Fläche, auf der du bereits gelegen bist.
Drehe den Polster um, schüttle ihn auf oder lege ihn für einige Minuten an ein geöffnetes Fenster. Auch die Decke kann zwischendurch gelüftet werden.
Ein zweiter dünner Polsterbezug ermöglicht einen schnellen Wechsel, ohne nachts das ganze Bett neu beziehen zu müssen.
Den gesamten Polster oder die Matratze solltest du nicht durchnässen. Feuchtigkeit kann nur dann sinnvoll kühlen, wenn sie wieder verdunsten kann. Eine nasse, schlecht trocknende Schlafunterlage wird schnell unhygienisch und unangenehm.
9. Nutze den Ventilator für Luftbewegung, nicht als Klimaanlage
Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur normalerweise nicht. Er bewegt Luft und unterstützt die Verdunstung auf der Haut. Dadurch kann sich dieselbe Temperatur deutlich angenehmer anfühlen.
Stelle das Gerät nicht direkt neben dein Gesicht. Ein gleichmäßiger Luftstrom über den Körper oder quer durch den Raum ist meist angenehmer als stundenlanges Anblasen von Augen, Nase oder Nacken.
Bei geöffnetem Fenster kann der Ventilator auch beim Luftaustausch helfen. Steht nur ein Fenster zur Verfügung, kann das Gerät mit etwas Abstand zum Fenster nach draußen blasen. Dadurch wird warme Luft abgeführt, während kühlere Luft nachströmen kann.
Eine Studie mit älteren Personen zeigte, dass ein gleichmäßiger Luftstrom in warmer Umgebung die thermische Behaglichkeit und Schlafqualität unterstützen konnte. Der Ventilator ersetzt bei extremer Hitze jedoch keinen kühleren Aufenthaltsort.
10. Vermeide ein schweres spätes Abendessen
Eine große, sehr fettige oder besonders scharfe Mahlzeit kurz vor dem Schlafengehen kann sich in einer heißen Nacht zusätzlich belastend anfühlen. Plane das Hauptabendessen nach Möglichkeit etwas früher und wähle eine Portion, nach der du dich angenehm satt, aber nicht überfüllt fühlst.
Geeignet sind beispielsweise:
- Brot mit leichtem Aufstrich und Gemüse,
- Salat mit Hülsenfrüchten,
- Joghurt mit Haferflocken und Obst,
- kalte Gemüsesuppe,
- Couscous- oder Reissalat,
- kleinere Portion eines vorgekochten Gerichts.
Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt während heißer Perioden leichte, sommergerechte Mahlzeiten und einen bewussten Umgang mit Flüssigkeit.
Kochen sollte möglichst nicht direkt vor dem Schlafengehen stattfinden. Backofen und Herd heizen Küche und angrenzende Räume weiter auf.

11. Trinke regelmäßig, aber nicht alles direkt vor dem Bett
Während einer Hitzewelle verliert der Körper durch Schwitzen mehr Flüssigkeit. Es ist sinnvoller, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken, als kurz vor dem Schlafengehen eine sehr große Menge nachzuholen.
Ein Glas Wasser am Bett ist praktisch. So musst du bei Durst nicht erst durch die Wohnung gehen. Große Mengen unmittelbar vor dem Schlaf können allerdings zu zusätzlichen Toilettengängen führen.
Alkohol eignet sich nicht als Schlafhilfe. Er kann zwar zunächst müde machen, stört aber die Schlafqualität und fördert Flüssigkeitsverlust. Auch größere Mengen Koffein am späten Nachmittag oder Abend können das Einschlafen erschweren. Allgemeine Empfehlungen zur Schlafhygiene raten dazu, Alkohol und anregende Getränke vor dem Schlafengehen zu begrenzen.
Ein eigener Folgebeitrag zum richtigen Trinken bei Hitze wird die Flüssigkeitsfrage genauer behandeln. Menschen mit Herz-, Nieren- oder anderen Erkrankungen sollten individuelle Trinkvorgaben nicht eigenständig verändern.
12. Behalte eine ruhige Abendroutine bei
Hitze verändert den Alltag. Trotzdem hilft es, nicht jeden Abend eine neue Strategie auszuprobieren.
Eine kurze wiederkehrende Reihenfolge signalisiert dem Körper, dass der aktive Teil des Tages endet:
- Fenster und Außentemperatur kontrollieren.
- Licht reduzieren.
- Smartphone weglegen.
- Kurz duschen oder Unterarme abkühlen.
- Ein Glas Wasser bereitstellen.
- Ruhig lesen oder Musik hören.
- Zur gewohnten Zeit ins Bett gehen.
Das österreichische Gesundheitsportal nennt regelmäßige Rituale ausdrücklich als Bestandteil einer guten Schlafroutine.
Bleib dabei pragmatisch. Eine sommerliche Routine muss nicht aussehen wie eine perfekte Wellnessstunde. Zehn ruhige Minuten ohne Nachrichten, Arbeit und grelles Licht sind bereits ein sinnvoller Anfang.
13. Trainiere nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen
Bewegung ist grundsätzlich gut für Schlaf und Gesundheit. Eine sehr anstrengende Trainingseinheit in großer Hitze kann den Körper am Abend jedoch zusätzlich belasten.
Verlege intensiven Sport auf den frühen Morgen oder eine deutlich kühlere Tageszeit. Nach einem späten Training solltest du dem Körper Gelegenheit geben, sich zu beruhigen und Wärme abzugeben.
Das österreichische Sozialministerium empfiehlt, sportliche Aktivität während heißer Perioden in kühlere Stunden zu verschieben und Belastung sowie Flüssigkeitszufuhr an die Temperaturen anzupassen.
Ein ruhiger Spaziergang oder leichte Mobilitätsübungen können am Abend angenehmer sein als ein intensives Intervalltraining.
14. Steh kurz auf, wenn du nur noch gegen die Hitze kämpfst
Nach einer halben Stunde Drehen und Ärgern wird das Bett gedanklich schnell zum Problemort. Wenn du völlig wach bist, steh für einige Minuten auf.
Gehe in den kühlsten Raum, trinke ein paar Schlucke Wasser und kühle Unterarme oder Nacken. Prüfe, ob die Außenluft inzwischen kühler ist. Wechsle ein feuchtes T-Shirt oder den Polsterbezug.
Vermeide helles Licht und lange Smartphone-Nutzung. Ziel ist keine neue Wachphase, sondern ein kurzer Neustart.
Kehre ins Bett zurück, sobald du dich ruhiger und etwas kühler fühlst. Das ist häufig wirksamer, als eine weitere Stunde genervt liegen zu bleiben.
15. Plane nach einer schlechten Nacht vorsichtiger
Eine tropische Nacht ist nicht immer vollständig zu retten. Wer schlecht geschlafen hat, sollte am folgenden Tag Belastung und Aufmerksamkeit realistisch einschätzen.
Plane anspruchsvolle Aufgaben nach Möglichkeit in den Vormittag. Vermeide riskante Tätigkeiten, wenn du ungewöhnlich müde oder unkonzentriert bist. Ein kurzer Mittagsschlaf kann helfen, sollte aber nicht so lang oder spät sein, dass er das Einschlafen am nächsten Abend weiter verschiebt.
Längere Hitzeperioden wirken kumulativ: Hohe Tages- und Nachttemperaturen geben dem Körper weniger Gelegenheit zur Erholung. Die WHO weist darauf hin, dass anhaltend warme Tage und Nächte die gesundheitliche Belastung verstärken.
Was bei Kindern, älteren Menschen und chronischen Erkrankungen wichtig ist
Nicht alle Menschen können ihre Körpertemperatur gleich gut regulieren. Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen benötigen bei Hitze besondere Aufmerksamkeit. Auch alleinlebende oder pflegebedürftige Personen sollten während einer Hitzewelle regelmäßig kontaktiert werden.
Bei Babys darf die Schlafumgebung nicht durch lose nasse Tücher, Kühlpacks oder unsicher aufgestellte Ventilatoren gefährlich werden. Das Bett sollte frei von Gegenständen bleiben, die Atmung oder Bewegungsfreiheit behindern könnten.
Ältere Menschen verspüren Durst teilweise weniger deutlich. Zusätzlich können manche Medikamente die Reaktion auf Hitze beeinflussen. Medikamente dürfen jedoch niemals ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt oder in der Dosis verändert werden.
Das österreichweite Hitzetelefon ist im Sommer 2026 kostenlos unter 0800 880 800 erreichbar. Es bietet Informationen und praktische Hinweise, besonders für ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Personen.
Wann Hitze nicht mehr nur den Schlaf stört
Schlechter Schlaf ist unangenehm. Starke Schwäche, Verwirrtheit, Schwindel, heftige Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnlich heiße Haut oder Kreislaufprobleme können dagegen Anzeichen einer ernsthaften Hitzebelastung sein.
Bringe die betroffene Person an einen kühleren Ort, beginne vorsichtig mit der Kühlung und hole fachliche Hilfe. Ein Hitzschlag ist ein akuter medizinischer Notfall.
Das gilt besonders, wenn Beschwerden rasch zunehmen, Bewusstsein oder Orientierung beeinträchtigt sind oder eine gefährdete Person betroffen ist.
Eine Zehn-Minuten-Routine für heiße Abende
| Minute | Handlung |
| 0–1 | Innen- und Außentemperatur vergleichen |
| 1–3 | Fenster öffnen oder geschlossen halten, je nach Temperatur |
| 3–5 | Lauwarm duschen oder Unterarme und Nacken kühlen |
| 5–6 | Leichte Schlafkleidung und Bettwäsche vorbereiten |
| 6–7 | Ventilator auf niedrige, indirekte Stufe stellen |
| 7–8 | Wasser bereitstellen |
| 8–9 | Smartphone und unnötige Geräte ausschalten |
| 9–10 | Ruhig atmen, lesen oder leise Musik hören |
Die Routine ist bewusst schlicht. Sie funktioniert auch dann, wenn du müde bist und keine Lust mehr auf komplizierte Tipps hast.
Häufige Irrtümer rund um heiße Nächte
„Das Fenster muss im Sommer immer offen bleiben.“
Nein. Ist es draußen wärmer als drinnen, gelangt zusätzliche Wärme in den Raum. Das Fenster wird erst geöffnet, wenn die Außenluft kühler ist. Ausnahmen können aus Sicherheitsgründen bei bestimmten Gasthermen gelten.
„Ein Ventilator kühlt das Schlafzimmer herunter.“
Ein Ventilator bewegt Luft, senkt aber normalerweise nicht die Raumtemperatur. Er verbessert vor allem die Wärmeabgabe am Körper.
„Je kälter die Dusche, desto besser.“
Sehr kaltes Wasser ist nicht für alle angenehm und kann den Kreislauf belasten. Eine moderate Abkühlung ist oft leichter verträglich.
„Nasse Bettwäsche ist die beste Lösung.“
Leicht feuchte Tücher können lokal erfrischen. Eine nasse Matratze oder dauerhaft feuchte Bettwäsche erhöht jedoch die Feuchtigkeit und kann unangenehm oder unhygienisch werden.
„Alkohol hilft beim Einschlafen.“
Alkohol macht manche Menschen zunächst schläfrig, verbessert aber nicht die Schlafqualität. In heißen Nächten kommt der zusätzliche Flüssigkeitsverlust hinzu.
„Eine einzige schlechte Nacht muss am nächsten Tag vollständig nachgeholt werden.“
Der Körper reguliert Schlaf über mehrere Tage. Sehr langes Ausschlafen oder ein ausgedehnter später Mittagsschlaf kann den nächsten Abend erschweren. Kehre möglichst zu einem normalen Rhythmus zurück.
Häufig gestellte Fragen
Welche Temperatur ist zum Schlafen zu heiß?
Es gibt keine feste Grenze, die für alle Menschen gilt. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass höhere Nachttemperaturen mit kürzerem und unruhigerem Schlaf verbunden sein können. Die WHO nennt für den Hitzeschutz nachts möglichst weniger als 24 Grad, besonders für gefährdete Personen.
Soll ich bei Hitze nackt schlafen?
Das ist eine Frage des persönlichen Komforts. Leichte, lockere Kleidung kann Schweiß aufnehmen und verhindern, dass die Haut direkt auf feuchter Bettwäsche liegt. Andere Menschen schlafen ohne Kleidung angenehmer. Entscheidend ist, dass nichts eng anliegt oder zusätzliche Wärme speichert.
Wie stelle ich einen Ventilator nachts richtig auf?
Stelle ihn so auf, dass die Luft indirekt über den Körper oder durch den Raum strömt. Vermeide einen starken Luftstrom direkt auf Gesicht und Augen. Bei geöffnetem Fenster kann der Ventilator helfen, warme Luft nach draußen zu bewegen.
Hilft es, den Kopfpolster in den Kühlschrank zu legen?
Ein gekühlter Polsterbezug kann kurzfristig angenehm sein. Verpacke ihn sauber und trocken, damit er keine Feuchtigkeit oder Gerüche aufnimmt. Ein ganzer Polster gehört wegen Material, Hygiene und möglicher Kondensation nicht in den Kühlschrank.
Soll ich in einer heißen Nacht viel Wasser auf einmal trinken?
Trinke besser regelmäßig über den Tag. Ein Glas am Bett ist sinnvoll. Sehr große Mengen unmittelbar vor dem Schlafengehen führen möglicherweise zu häufigem Aufstehen. Bei Erkrankungen mit ärztlichen Trinkvorgaben gelten individuelle Empfehlungen.
Was hilft in einer Dachgeschosswohnung?
Halte den Raum tagsüber geschlossen und verdunkelt, reduziere elektrische Wärmequellen und nutze die kühlsten Nachtstunden konsequent. Wenn das Schlafzimmer dauerhaft drückend heiß bleibt, kann ein vorübergehender Schlafplatz im kühlsten Raum sinnvoll sein.
Kann ich auf dem Balkon schlafen?
Nur wenn der Platz sicher, privat und vor Regen, Wind, Insekten sowie Absturz geschützt ist. Beachte außerdem Lärm, Hausordnung und mögliche Wetterumschwünge. Prüfe vorher die Warnlage.
Wann sollte ich wegen der Hitze medizinischen Rat suchen?
Bei starker Schwäche, Verwirrtheit, Schwindel, heftigen Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen oder zunehmendem Unwohlsein ist fachliche Hilfe notwendig. Ein vermuteter Hitzschlag ist ein Notfall.
Fazit: Die Nacht beginnt mit dem Hitzeschutz am Tag
Schlafen bei Hitze wird deutlich leichter, wenn das Schlafzimmer tagsüber gar nicht erst vollständig aufheizt. Die wirksamsten Schritte sind einfach:
- Sonne früh aussperren.
- Fenster schließen, solange es draußen wärmer ist.
- Die kühlere Nachtluft konsequent nutzen.
- Körper und Bett moderat abkühlen.
- Ventilator, Essen und Trinken sinnvoll einsetzen.
Nicht jede heiße Nacht wird dadurch perfekt. Gerade in Dachgeschosswohnungen oder dicht bebauten Stadtteilen bleiben die Temperaturen manchmal hoch. Dann zählt jede kleine Entlastung.
Wichtig ist außerdem, die Grenze zwischen schlechtem Schlaf und gesundheitlicher Hitzebelastung zu erkennen. Besonders gefährdete Personen brauchen mehr Aufmerksamkeit und im Zweifel einen kühleren Aufenthaltsort oder fachlichen Rat.