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Bevölkerungsgeographie

Geo1
Posted in Bildung

War Geo ein gehasstes Fach in der Schule? Wozu dann eigentlich Bevölkerungsgeographie? Worin liegt der Unterschied? Keine Sorge, du musst nicht Länder, Städte, Flüsse oder Berge auswendig lernen – hier geht es um die Bevölkerung. Die Bevölkerung in den Staaten aber viel eher die Bevölkerung in der eigenen Region. Bestimmt hast du bemerkt, dass es in Städten oder dem Speckgürtel Zuzüge gibt, während in andere Regionen starke Abwanderung herrscht. Aber nicht nur Wachstum und Schrumpfung gehören zu den Themen der Bevölkerungsgeographie – auch die Struktur nach Alter, Bildung und Co ist Teil der Bevölkerungsgeographie.

Die Bevölkerungsgeographie lässt sich grob in zwei Teilbereiche unterscheiden.

  • Bevölkerungsentwicklung – Tragfähigkeit, Vulnerabilität und Resilienz
  • Bevölkerungsprognosen – Wachstum und Schrumpfung

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerung kann steigen und sinken – soweit so gut. Doch worin liegen die Gründe? Wie können Verluste ausgeglichen werden oder Wachstum abgemildert? Dies ist die grundsätzliche Frage der Bevölkerungsentwicklung. Aus diesem Grund gibt es sechs verschiedene Optionen, wobei drei ein Wachstum und drei eine Schrumpfung besagen:

  • Wachstum durch Geburtenüberschuss und Wanderungsgewinne
  • Wachstum durch Geburtenüberschüsse trotz Wanderungsverluste
  • Wachstum durch Wanderungsgewinne trotz Sterbeüberschüsse
  • Schrumpfung durch Wanderungsverluste und Sterbeüberschüsse
  • Schrumpfung durch Sterbeüberschüsse trotz Wanderungsgewinne
  • Schrumpfung durch Wanderungsverluste trotz Geburtengewinne

Der Geburtenüberschüsse bedeutet, dass mehr Personen geboren wurden als im gleichen Zeitraum starben. Sterbeüberschüsse besagen genau das Gegenteil. Ein Wanderungsgewinn ist gegeben sofern mehr Zuwanderer als Abwanderer pro Zeitraum vorhanden waren, während Wanderungsverluste das Gegenteil besagen.

Bevölkerungsentwicklung in Europa

In Europa herrscht teils ein zweigeteiltes Bild. Während die Bevölkerung in Südeuropa und Osteuropa schrumpft, wächst jene in Mittel-, West- und Nordeuropa. Ausgenommen davon sind immer die Stadt und Metropolregionen. SO wächst etwa Rom, Barcelona, Madrid, Athen, Prag und Warschau stark, während ländliche Regionen abfallen.

Bevölkerungsentwicklung am Beispiel der Steiermark

An der Bevölkerungsentwicklung und Prognose der Steiermark kann die europäische Bevölkerungsentwicklung bestätigt werden. So wächst die Landeshauptstadt Graz am stärksten, während die umliegenden wirtschaftlichen Regionen Graz-Umgebung, Weiz und Leibnitz ebenso wachsen. Je stärke die Regionen von Graz oder anderen Landeshauptstädten entfernt sind, umso stärker Schrumpfen jene. So wird Murau etwa um 25% schrumpfen, während Graz um fast 30% wächst. Die einzelnen Regionen werden somit grundlegend ausgeblutet – wirtschaftlich als auch personell.

Die Bevölkerungsentwicklung geht meist auch im Gleichklang mit der Altersstruktur einer Region. So liegt etwa das Durchschnittsalter in Murau bei beinahe 50 Jahren, während in Graz bei 46 Jahren liegt.

Warum wachsen Städte obwohl die Innenstadt schrumpft

Der Speckgürtel und die Randbezirke erleben einen starken Zuwachs obwohl die Innenstadt ausstirbt? Ja, dies sind die Phänomene der heutigen Zeit. Schuld daran sind viele Faktoren – ein wichtiger sind die gute Anbindung an das Straßennetz, Infrastruktur (Einkaufszentren, Krankenhäuser), Ausbildungsmöglichkeiten (Gymnasien und Universitäten) sowie zahlreiche Jobmöglichkeiten. Doch warum stirbt dann genau die Innenstadt? Die Innenstadt hat oftmals all das, was wir kurzfristig benötigen (Einkaufsmöglichkeiten, Bummeleien, Museen, Spaziergänge) doch sie besitzt nicht jenes, was wir begehren.

Die Menschen heutzutage wollen auch Freiraum. Ein Auto, einen Parkplatz, die Infrastruktur nutzten. Einen Garten, keine Enge. Aus diesem Grund ist die Innenstadt mit den Menschenmaßen nicht zum Wohnen geeignet. Das verlassen der Innenstadt bis zur nächsten Schnellstraße dauert oftmals fast Stunden. Parkräume sind begrenzt, Menschenmassen in den öffentlichen Verkehrsmittel. Aus diesem Grund ist die Innenstadt kein Punkt zum Leben, wodurch aber auch immer mehr Supermärkte und lokale Geschäfte die Innenstadt verlassen.

Doch die Innenstadt wird weiterhin benötigt. Sie sollte als das gesehen werden, was sie wirklich ist: Als ein Raum für Parks, Regierungsgebäude, Museen, Tourismus, Bummeleien und Repräsentationsgebäude. Innenstädte sollen für Kultur, Politik, Parks und Freiraum dienen. Nicht jedoch zum Leben. Und als dies werden sie zukünftig gesehen werden müssen.

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