Crossmatch – Das Todesmerkmal, Thriller (Stefanie Koch) – Buchrezension

Thriller sind spannend zum Lesen, aber es gibt sie in einer Vielzahl an Kategorien. Blutrünstig, psychisch oder einfach nur krank und eklig. Es ist nicht einfach den richtigen Thriller für seine dunklen Phantasien zu finden und auszuwählen und ist mal ein Autor gefunden, sollte dieser beibehalten werden. So ist und bleibt auch nach diesem Buch Cody McFadyen der beste Autor meines Erachtens – auch wenn seine ersten Bücher die Besten waren. Trotzdem ist das im Jahre 2012 erschienene Buch Crossmatch – Das Todesmerkmal von Stefanie Koch nichts für schwache Nerven. Es hat allerdings etwas eigenes und spezielles, das bei vielen Thrillern fehlt: Nicht zu wissen, was als nächstes kommt sowie passiert. Bis zum Schluss. Auch das Ende lässt Gut und Böse offen. 

Crossmatch – Das Todesmerkmal – Inhalt

Das Buch startet recht harmlos: Eine junge Polizisten, ein verletzter Partner sowie eine im Fluss treibende Leiche. So weit so gut. Ein paar Kollegen, ein Praktikant sowie eine beste Freundin. Nach und nach kommen die Figuren ins Spiel. Alles scheint eigentlich wie ein ganz normaler Kriminalroman. Bis unerwartet die Wendung kommt: Die Mafiaorganisation Q21, mittlerweile die mächtigste Mafia in Europa, hat ihre Geschäfte um den lukrativen Organhandel erweitert. Im Auftrag von reicher Kunden werden Opfern nicht freiwillig die lebenswichtigen Organe entnommen. 

Bald stellt sich heraus, dass ihre engsten Kollegen, ihre Freundin sowie der Praktikant einer geheimen Polizeieinheit angehören, welche die Geschäfte der Mafia übernehmen möchte. Diese Einheit, zu der auch die junge Polizisten Lia Willach bald angehört, schreckt wie die Mafia Q21 vor nichts zurück. Zwischen Gefühlen, Liebe und weiteren Todesopfern kämpft sich der Thriller an sein Ende. 

Es bleibt spannend bis zum Schluss – immer wieder verändern sich die Ereignisse. Vieles bleibt unklar und verlangt nach einem spannenden und auflösenden Ende. Dies wird dem Leser allerdings mit einem kurzem Ende genommen. Zudem gibt es keine Anhaltspunkte um der eignen Phantasie ein womöglich gutes Ende zu geben. 

Autorin

Crossmatch – Das Todesmerkmal ist der erste Thriller von Stefanie Koch. Neben diesen erschienen auch noch ein Kurzroman sowie drei Kriminalromane. Das Buch Crossmatch – Das Todesmerkmal erschien im Jahre 2012. 

Auseinandersetzung

Das Buch besticht vor allem durch seine Handlung in Kombination mit dem Thriller. Wie Blackout hat es sich ein relativ aktuelles und spannendes sowie wichtiges Thema ausgesucht und versucht zwischen den Seiten den Leser zum Denken anzuregen. Positiv hervorgehoben kann bei beiden Büchern die gute Recherche zum jeweiligen Thema. Dies macht es viel natürlicher und lebendiger als eine „normale“ fiktive Geschichte. 

Forschung

Die Stammzellenforschung hat bestimmt ein großes Potential – ist aber ethisch in Verruf geraten. Sie gelten eigentlich als Allheilmittel, aber die Anwendung derer ist einfach noch zu unbekannt. 

Im Buch wird zudem thematisiert, ob ein Mord für ein Organ gerechtfertigt ist, um viele weitere Leben durch die weiteren Organe zu retten. Weiters können mit Forschung und Entwicklung oder Indexierung von Daten, welche in diesem Buch größtenteils durch die Mafia bezahlt wird, vielen weiteren Personen das Leben gerettet werden. Es ist ein Graubereich, zwischen Richtig und Falsch. Jeder Leser wird sich über kurz oder lang damit beschäftigen müssen und für sich eine Antwort finden. 

Wie eine Organspende wirklich aussieht werden wohl die wenigsten von uns Erfahren. Ob das Buch eher dazu anregt freiwillig seine Organ zu spenden (vor allem durch Opt-In in Deutschland) sei dahingestellt. 

Internet Daten 

Die digitale Welt vergisst nie. Scheinbar. Doch nur weil Daten irgendwo herumlungern bedeutet dies längst nicht, dass sie richtig verknüpft sind. Gefährlich sind solche Daten, welche mit einer Person oder einem Personenkreis verknüpft sind. Diese lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Selbstbestimmt und Fremdbestimmt. 

Erstere Daten sind jene, die Freiwillig zur Verfügung gestellt werden. Dies sind zum Beispiel alle Daten über Soziale Netzwerke aber auch Telefonbucheinträge oder Mails. Diese Daten produzieren wir, oder ein Gegenüber, selber. Wir haben rein theoretisch zumindest die Kontrolle darüber. 

Fremdbestimmte Daten sind hingegen Daten, welche mit uns verknüpft werden, aber wir keinen Zugang haben. Dies sind zum Beispiel Krankenakten in Krankenhäuser sowie Daten, welche der Staat von uns speichert. Genauso können Firmen unzählige Daten speichern, ohne dass wir dies kontrollieren können. 

Dadurch ergibt sich natürlich eine riesiges Datenpool, welches leicht die richtige und gesuchte Person findet. In diesem Buch wird darauf eingegangen, dass Doubles anhand von Profildaten und veröffentlichten Fotos gefunden werden. Zudem werden Krankendaten gehackt, um den optimalen Spender zu finden. 

Kritik

Das Buch Crossmatch – Das Todesmerkmal hat ein extrem schwaches Ende – ob bewusst oder unbewusst. Für ein nachfolgendes Buch fehlt zudem der Zündstoff oder der Aufhänger. Dadurch wirkt das Ende unschlüssig und viele Fragen bleiben ungeklärt offen. Viel zu kurz, viel zu schnell, viel zu ungenau – als sollte das Buch schnell zu Ende gebracht werden. Dies ist Schade und der wesentlichste Kritikpunkt des gesamten Buches. 

Im Buch wird Lia Willach als intelligente Frau mit beinahe übernatürlichem Denkvermögen beschrieben. Nur durch sie sollte es möglich sein den Fall der Mafia schnell zu lösen. Leider kommt diese Komponente überhaupt nicht zu tragen – jeder normal denkende Mensch hätte das gleiche gemacht wie die Polizistin. Dadurch ergibt sich auch kein Rückschluss, weshalb genau Lia Willach so wichtig für die geheime Polizeitruppe ist. 

Teilweise gibt es im Buch zu viele Zufälle, welche dann doch wieder etwas Unglaubwürdig sind. Klar haben Polizeiorganisationen sowie Mafiaorganisationen viele Möglichkeiten, jedoch eine Einforderung der Unterschrift durch die Verteidigungsministerin oder spontane Treffen sind in der heutigen Welt dann doch nicht so normal. 

Einmal gelesen ist die Realität sowie die Wirklichkeit nicht mehr weit entfernt. Ob Angstmache oder nicht – ein bitterer Beigeschmack wird bleiben. Es könnte doch wirklich in unserer heutigen Zeit vorkommen. Oder etwa nicht? Das Böse weilt unter uns – vielleicht näher als einer denkt. 

Charaktere

Die Polizisten Lia Willach ist eine bodenständige Frau mit einer Familie und besten Freunden. Sie ist verbunden mit ihrem Job und gilt als äußerst ehrgeizig. Neben ihr haben auch ihre Kollegen, ihre Familie sowie ihre beste Freundin und ein Arzt eine tragende Rolle. Allerdings spielen diese meist nur eine Nebenrolle, sodass die Hauptkomponente und die Hauptgeschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird. 

Orte

Die Handlung des Thriller spielt zum Großteil am Rheinufer in Düsseldorf (Deutschland). Dort wird die erste Leiche gefunden und auch die Klinik befindet sich dort. Weitere Orte betreffend Kliniken sind Baden-Baden sowie Genf. Teile des Thrillers spielen auch in Thailand sowie in den Niederlanden

Weitere Bücher

Eines der besten Thrillerbücher könnt von Cody McFadyen könnt ihr unter „Die Stille vor dem Tod“ lesen.