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Das Bargeld abschaffen? Weshalb ich Kartenzahlung heutzutage bevorzuge.

Ratgeber Bargeld abschaffen
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Bargeld abschaffen? Geht das so einfach? 

Weshalb sollte Bargeld abgeschafft werden? Bares war doch seit Beginn unserer Zeit wichtig. Sogar Tauschhandel könnte als Bares gewertet werden, muss doch ein Wert zwischen zwei getauschten Gütern dahinter stehen. Heutzutage missbrauchen aber einige von uns das Bargeld? Einige wenige? Wir kämpfen ansonsten auch für jedes Recht. Egal wie wichtig oder unwichtig es erscheint – wie sinnvoll oder nicht sinnvoll. Aber bei Dingen wo es um etwas geht, wie etwa hier, da kämpfen wir nicht.

Große Scheine will niemand – obwohl alles teurer wird

Große Scheine werden sowieso nicht mehr angenommen (500€ Schein) oder sind kaum vorhanden (200€ Schein). Geld ist also in Österreich nicht gleich Geld. Und am liebsten vielleicht nur mehr 10 Euro Noten. Wenn überhaupt. Einerseits kämpfen wir mit Inflation, sodass wir mit einem einzigen Cent schon nichts mehr anfangen können – andererseits beschränken wir uns nach oben. Andere Länder wie Finnland zum Beispiel hat kleine Cent Beträge wie ein und zwei Cent im täglichen Leben verbannt. Wenn nun der 500€ Schein fällt bleiben uns von 14 Möglichkeiten nur mehr 11 über.

Das Resultat: Ohne 20 Stück an 10€-Scheine in der Börse braucht in ein paar Jahren keiner mehr aus dem Haus gehen. Und vielleicht schaffen wird das Bargeld auch gleich ganz ab. Nun gut – dann kann es keiner mehr stehlen. Andererseits nimmt der Diebstahl an online Konten immer mehr zu. Ganz klar: Die Leute haben das Geld nun online als Zahl, als virtuelle Zahl. Ob dies jetzt mehr Wert hat als ein Papierschein? Ein Papierschein ist zumindest im Besitzt, die virtuelle Zahl nicht.

Ausweichsziele

Verkauft und gehandelt wird trotzdem. Am Schwarzmarkt. In anderen Währungen. In Onlinewährungen. Die Alternativen sind vielseitig. Der Grund, weshalb das Bargeld abgeschafft wird, ist also oftmals ein ganz anderer als die Argumentation dahinter. Es trifft wie immer die Falschen, den Leute die Betrügen wollen, wissen sich zu helfen. Dies ist eigentlich bei allen Reformen gang und gäbe, welche in Österreich und der Europäischen Union stattfinden. Anstelle die Argumente umzusetzen, wird eigentlich alles nur schlimmer. Der gewünschte positive Effekt tritt nicht ein, dafür allerdings alle anderen negativen Streueffekte. Und die 3-5 Prozente, welche Kartenhersteller verlangen, werden selbstverständlich auf die Produktpreise zugeschlagen. So einfach geht das. Bargeld ade.

Keine Problematik ohne Bargeld

NFC – einfach nur hinhalten. Schnell und einfach zahlen. Egal ob gerade die Kredit- oder Bankomatkarte in der Hand ist. Allerdings um die Code Eingabe kommt einer selten herum. Wie oft macht ein Einkauf solch einen geringen Wert aus? Vielleicht bei einer Fahrkarte oder einem schnellen Snack zu Mittag – ansonsten eher nicht. Und es kommt leider oft genug vor, das die Terminals ausfallen. Das bedeutet für jeden einfach nur Stress. Muss jetzt jeder die gleiche Menge an Bargeld mitführen um notfalls bar bezahlen zu können? Oder wird er einfach verhungern gelassen – frei nach dem Motto: Ist doch nicht unser Problem? Jedenfalls gibt es eine Vielzahl von technischer Probleme, welche auftreten können (Limits, Magnetstreifendefekte, Konnektivitätsproblem, Karte wird nicht akzeptiert, …). Sich also auf die Karte zu verlassen ist nicht hilfreich. 

Das falsche Argument – die Transparenz und Kundenauswertung

Nachvollziehbarkeit und der gläserne Kunde sind Stichworte aus dem Datenschutz als auch der Konsumwirtschaft. Jeder Kunde kann anhand seiner Bankomat- und Kreditkarte vom Geschäft, aber auch vom Staat und weiteren Instituten eindeutig identifiziert werden. Verbrauchsmuster, Verbrauchsgewohnheiten und vieles mehr, können von jedem eingesehen werden. Würden Geschäfte und Unternehmen sich zusammen tun und eine Datenallianz bilden oder sich gegenseitig die Daten verkaufen oder aufkaufen, könnte der Kunde gläsern werden. Im Zusammenspiel mit den elektronischen Preisschildern, könnte genau zu den Uhrzeiten in denen der Kunde einkauft jene Produkte (welche der Kunde benötigt) teurer sein. So einfach geht das. Den der Kunde braucht die Produkte und basta. Er hätte nur eine Alternative: Zur Konkurrenz zu gehen. Diese spielt aber das gleiche Spiel: Das Ergebnis ist also keine Alternative und eine Verschlechterung für den Konsumenten. Es wird abgeschöpft und zwar in die Taschen einiger wenigen. Dies müssen nicht unbedingt die Händler sein, sondern können große Datenfirmen (Data Mining, Marketing, etc.) sein.

Deshalb braucht es – sofern das Bargeld je abgeschafft werden sollte einheitliche und klare Spielregeln. Eigentlich möchte man jetzt sagen die Regeln könnte die EU oder der Staat bereitstellen – das dabei aber nicht viel herauskommen kann ist von Beginn an klar. Also eine neue Institution am Besten. Neu geschaffen und neu entwickelt mit einem klaren Ziel. Darüber hinaus braucht es in Europa natürlich noch eine Aufsichtsbehörde. Und eine eigene Stabstelle – am besten für jedes Land. Regelmäßig Treffen zur Zielsetzung. Jedenfalls so viele Stellen und Institutionen wie es braucht, damit es am Ende keiner gewesen sein kann. Bargeld abschaffen? Sicher nicht!

Kontrolle, Übersicht und Korrektheit

Ich war immer ein Befürworter des Bargeldes. Es wurde von Bankomaten abgehoben und das Geld langsam und allmählich verbraucht. Die volle Kostentransparenz war gegeben. Es konnte nur so viel gekauft werden, wie Geld in der Börse vorhanden war. Dies schützte auch vor Impulsiveinkäufen. Und zur Not war immer noch eine Karte als Backup Lösung vorhanden. Eigentlich eine geniale Idee und ein funktionierendes System.

Doch es gibt immer mehr online Produkte welche kein Bargeld annehmen, wie zum Beispiel Fahrkarten. Auch hier würde eine Karte nicht ausreichen. Bankomatkartenzahlung? Nur am Automaten in der Straßenbahn. Im Bus weiterhin Bargeld. Und solltest du vorhaben die Fahrkarte online zu kaufen, dann benötigen du eine Kreditkarte. Also am Besten du bist noch überall Mitglied und ziehst wie der Weihnachtsmann einen Sack voll Karten hinter dich her. Wenn die Kassiererin dann fragt, einfach über sie entleeren und sagen: Bedienen Sie sich. Eine wahre Hürde. 

Aber nicht nur online Produkte versalzen dem Bargeld so mächtig die Kraft, auch viele offline Produkte benötigen Karten. Zum Beispiel Tankstellen. Rund um die Uhr geöffnet und mit Bankomatkarte bezahlt. Eine gute Idee – sofern die Karte gedeckt ist. Sollte es Probleme mit der Kartenzahlung geben (zum Beispiel Ausfall von Terminals oder aber auch kaputte Karten) könntest du dein Auto nach Hause schieben. So einfach ist es. Also eine gute Idee nur auf Bankomatkartentankstellen zu setzen? Sicher nicht. 

Mit den niedrigen Zinspolitik der EZB möchte zudem keiner mehr ein Bargeld haben. Des weiteren steigen die Einbruchszahlen. Also fanden viele Geschäfte eine geniale Lösung. Sie nehmen das Geld nicht an, sondern bieten Leasings. Der Vorteil: Das Produkt kann theoretisch immer noch gepfändet werden und fortlaufende Einkünfte. Auch bei einer Rezession kann aus den Früchten der vergangenen Jahren gerechnet werden. Wirtschaftliche Absicherung. Der Kunde allerdings zahlt bei solchen Verträgen gewaltig drauf – so um die 5-10 Prozent sind es mindestens. Gab es früher Rabatt für Bargeldzahlungen, sind die Produkte heutzutage sogar für Barzahler teurer als mit Leasingverträgen (wenn sich zum Beispiel Auto Verträge angeschaut werden).

Nur mehr Hektik

Aber dies sind alles keine Gründe, weshalb du dem Bargeld den Rücken kehren solltest und nicht für die Abschaffung des Bargeldes kämpfen solltest. Ich bevorzuge heute die Karte, weil ich einfach mehr Übersicht über meine Ausgaben habe. Klingt irgendwie unglaubwürdig – immerhin fallen viele Leute genau durch Leasingverträgen und Kartenzahlung und fehlender Übersicht in die Schuldenfalle. Aber wer sie nicht richtig nutzt ist selber Schuld. Ein Bankkonto sollte geführt werden wie eine Brieftasche mit zwei Fächer. Fach eins zum ausgeben und Fach zwei für den Rest des Monats.

Und weshalb jetzt nicht mehr Bargeld zur Übersicht? Trotz verpflichtenden Kassenzettel landet dieser teilweise schneller im Papierkorb als in der ausgestreckten Hand. Rausgefischt und irgendeinen in die Hand bekommen. Der nächste Kunde bitte. Es ist eine einzige Hektik. Vor allem beim Bezahlen sollte sich Zeit gelassen werden – geht es doch hier (wenn auch nur um Kleinsummen) um hart verdientes Geld. Du tätigst Onlineüberweisungen ja auch nicht innerhalb von zwei Sekunden. Auch ich werfe immer ein Auge auf jene, welche zuerst ihr Wagerl mit den Einkäufen vollpacken und dann genüsslich ihr Geld heraussuchen. Können die nicht schneller machen. War klar: Jetzt suchen sie auch noch das Kleingeld heraus. Aber genau dieser Vorgang wäre richtig!

Stattdessen haben wir uns auf Stress – selbst beim Einkaufen – gewöhnt und eingestellt. Trotz einer einzigartigen Geschäftsdichte in Österreich, entstehen an den Kassen teils doch recht lange Schlagen. Weshalb? Weil kassieren übermäßig lang Zeit benötigt im Gegensatz zu Waren über die Kasse ziehen. Anstelle von wenigen Großeinkäufen haben die Geschäfte uns antrainiert rund um die Uhr kleine Einkäufe zu tätigen. In der Früh einen Kaffee, dann eine Semmel, am Vormittag was Süßes, zu Mittag ein Mineral usw. Hauptsache wir kommen häufig und laufen alle Geschäft an. Und im Prinzip hat es an der Kasse jeder eilig. Egal ob der Bus erwischt werden muss oder die Arbeit ruft. Viel, viel eiliger als früher. Und: Es wird auch viel länger angestanden als früher. Eigentlich eine verzwickte Situation. 

Kontrollieren – Controlling auch beim Geld

Wenn du mit Bargeld bezahlst, müsstest du so einiges an der Kasse machen. Kontrollieren das kein Produkt zweifach über die Kasse gezogen wird. Den Endbetrag überschlagsmäßig mit allen Rabatten prüfen. Das richtige Geld rausgeben. Den Kassenzettel fischen. Die Waren in den Händen verstauen. Das Wechselgeld annehmen. UND: Das Wechselgeld kontrollieren! Dieser Schritt wird leider sehr oft vergessen und in der Hektik oftmals unbemerkt. Hier werden große Summen liegen gelassen, vor allem im Jahr. Dies hat natürlich wenig mit Betrug zu tun (vielleicht ist es auch sicher eine Masche einiger Ketten) aber viel eher mit Hektik. Falscher Einordnung von Münzen. Zudem hast du nicht einmal auf Falschgeld überprüft. Du verlierst somit in einer Woche bei normalen Einkäufen ungefähr 10 Euro (Selbsttest), auf das Jahr gerechnet 520 Euro. Damit könntest du dich schon wieder einige Karten und Konten leisten. 

Man muss mit der Zeit gehen. Diesen Satz hört man oft. Also wenn du mit der Zeit gehst, wirst du mehr bezahlen als vor Jahren. Egal ob du dich lieber für die Variante mit Bargeld und den Verlusten oder für die Variante der Karte und dem Kartenentgelt entscheiden. Die Welt wird dich heutzutage mehr kosten als damals. Aber du wolltest es auch so. 

Also Bargeld abschaffen? Entscheide selbst!

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