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Bank

Alles über Banken

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Transformationsfunktionen von Banken 

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Finanzmärkte und Finanzintermediäre übernehmen eine Vielzahl an Transformationen. Zu den wichtigsten Zählen die Risikotransformation, die Losgrößentransformation und die Fristentransformation. Nachfolgend werden die einzelnen Transformationsfunktionen erklärt.

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Risikotransformation

Anleger möchten ihr Geld lediglich mit geringen Risiko veranlagen oder jemanden anderen borgen. Bei Kapitalnehmer, meist Unternehmen, steht ein höheres Risiko dahinter. Das Projekt kann somit (behaftet durch höheres Risiko) auch fehlschlagen. Die Kapitalgeber (Anlegerportfolio) können deshalb ihr Portfolio diversifizieren. Auch die Bank diversifiziert das Portfolio (Bankportfolio) um das Risiko für Anleger zu minimieren. Bei der Risikotransformation treten Bonitätsrisiken auf. 

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Losgrößentransformation

Kapitalgeber haben meist nur ein geringes Kapital zur Verfügung. Kapitalnehmer benötigen hingegen einen großen Betrag. Diese Betragsdifferenz gibt es in Einklang zu bringen. Dies geschieht durch das Aufteilen des großen Betrags in viele kleine Beträge. Eine Anleihe besitzt somit einen Nennwert, alle Anleihen zusammen das benötigte Volumen (der große nachgefragte Betrag). Durch den Nennwert kann allerdings schwerer differenziert werden (lediglich ein Multiplikator vom Nennwert). Die Bank hingegen besitzt eine Vielzahl an Kapitalgeber und ordnet die Beträge willkürlich Kapitalnehmer zu. Dadurch ist die Zuordnung zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer nicht mehr eindeutig gegeben. 

Fristentransformation

Die Kapitalgeber können lediglich kurzfristig Geld veranlagen. Oftmals auf Basis von wenigen Monaten und Jahren. Kapitalnehmer fragen allerdings langfristige Kredite – meist von mehreren Jahren – nach. Dies gilt es in Einklang zu bringen. Meist wird somit ein Kapitalnehmer im zeitlichen Ablauf von einer Vielzahl von Kapitalgeber finanziert. Durch einen Sekundärmarkt können zudem zum Beispiel Anleihen veräußert werden. Bei der Fristentransformation treten vor allem Zinsänderungsrisiken, Kursänderungsrisiken und Anschlussfinanzierungsrisiken auf. 

Eine wichtige Eigenschaften von Banken ist die Fristentransformation. Hier kann zwischen einer Kapitalbindungsfrist und einer Zinsbindungsfrist unterschieden werden. Die Kapitalbindungsfrist beschreibt den Zeitraum der Bindung des Kapitals. Kredite werden über einen langen Zeitraum vergeben, wobei Spareinlagen meist nur kurzfristig (oder sogar täglich fällig) vergeben werden. Die Kapitalbindungsfrist ergibt sich somit aus der Liquiditätsfristentransformation. Bei der Zinsbindung geht es um den Zeitraum der fixen Bestimmung der Zinsen. Diese können oftmals unterschiedlich von der Kapitalbindungsdauer vereinbart werden. Als Beispiel: Spareinlage über 3 Jahre mit garantierten Zinsen für das erste halbe Jahr. 

Banken werden angehalten, so wenig Lücken wie möglich bezüglich der Fristentransformation zu halten. Dadurch soll die notwendige Liquidität nicht gefährdet werden. Doch selbst wenn es keine Lücke von festverzinslichen Bestandteilen gibt, können aus variablen Bestandteilen Verluste entstehen. Dies beruht auf der Tatsache des Elastizitätskonzeptes. Weiters bedeutet dies, dass Zinsen für Spareinlagen stärker steigen, als Zinsen für Kredite. Dies ist in der Regel sinnvoll, um Kreditnehmer aufgrund der steigenden Zinsen nicht unnötig hoch zu belasten (Insolvenz, Ausfall). Gleichzeitig wird aber der Gap zwischen Zinseinnahmen und Zinsausgaben geringer, sodass Verluste entstehen. 

Weiters gibt es noch die Losgrößentransformation sowie die Risikotransformation. Die Losgrößentransformation beschreibt die unterschiedlich große Nachfrage bzw. das unterschiedlich große Angebot an der Geldmenge. Kredite werden im großen Umfang (Firmenkredite) nachgefragt, während Einlagen (Sparguthaben) nur in kleinen Mengen angeboten werden. Diese kleinen Mengen werden gebündelt, sodass viele kleine Geldgeber einen großen Geldnachfrager bedienen können. Eine weitere Aufgabe ist die Risikotransformation, wobei die unterschiedliche Risikoneigung und Risikobereitschaft der Anbieter und Nachfrager in Einklang zu bringen ist. Dies geschieht meist durch Diversifikation, wobei das Geld eines Anlegers de facto vielen verschiedenen Kreditoren zur Verfügung gestellt wird. 

Das österreichische Banksystem

Wer berechtigt ist Bankgeschäfte (Einlagengeschäfte, Kreditgeschäfte, etc.) durchführen ist ein Kreditinstitut. Dies ist im §1 (1) BWG (Bankenwesengesetz) festgelegt. Neben dem Kreditinstitut gibt es auch das Finanzinstitut (z.B. Leasinggesellschaften). In Österreich herrscht wie in Deutschland das bankorientierte Universalbanksystem (Gegenteil: marktorientiertes Trennbanksystem z.B. in den USA) vor.

Bankgeschäfte

Bankgeschäfte sind beispielsweise Einlagengeschäfte, Kreditgeschäfte, etc. Die großen Übergruppen sind jedoch als Definition nicht eindeutig, wodurch es zu jedem Geschäft noch Untergruppen mit genauen Definitionsangaben gibt. 

Kreditgeschäft

Zu den Kreditgeschäften gehören die Geldleihe (im Gesetz unter Darlehen bekannt gem. §983 ABGB) und die Kreditleihe. Die Parameter sind der Kreditnehmer und Kreditgeber, die Laufzeit, der Verwendungszweck, die Verzinsung sowie Sicherheiten. Das Kreditgeschäft kann durch Factoring und Leasing substituiert werden. 

Einlagengeschäfte

Einlagengeschäfte werden nicht nur von Banken in Form von Sparbücher durchgeführt. Auch Wertpapiere (in etwa Anleihen, Aktien oder Fonds) zählen zu den Einlagengeschäften. Einen Großteil der Einlagengeschäfte wird zudem von Versicherungen durchgeführt. Bei Einlagengeschäften wird bezüglich der Laufzeit, der Verzinsung und der Verbriefung eingeteilt. Die Verzinsung kann dabei entweder variabel oder fix sein. 

Sicherheiten im Kreditgeschäft

Sicherheiten sind für Banken aber auch Kapitalgeber sehr wichtig. Hierbei können Sicherheiten in zwei Gruppen unterteilt werden: Einerseits die Sachsicherheiten und andererseits in Personensicherheiten. Sachsicherheiten sind Hypotheken, Gegenstände, etc. während Bürgschaften zu den Personensicherheiten gehören. 

Auf den Finanzmärkten (vor allem im Anleihenmarkt) gibt es zudem Covenants. Mit diesen verpflichtet sich der Kreditnehmer durch vertraglich vereinbarte Regeln zu einer bestimmten Verhaltensweise. Die bekanntesten Covenants sind die Pari Passu Klausel und die Negativerklärung (negative pledge). Erstere sichert den Gläubigern absolute Gleichrangigkeit – auch für spätere Gläubiger und Kapitalgeber. Dies ist nicht nur für bisherige Kapitalgeber schlecht, sondern auch für neu einsteigende Kapitalgeber, da zukünftig mit weiteren Kapitalgeber (in der gleichen Rangstellung) geteilt werden wird. Die Negativitätserklärung sichert unbesicherten Gläubiger eine Besicherung zu, sobald andere Gläubiger eine Sicherheit zur Verfügung gestellt bekommen. Weiters gibt es die Negativklausel, welche Sicherheitenbestellung an andere Gläubiger verbietet, ohne das der derzeitige Gläubiger gleichgestellt wird. 

Eine andere Einteilung ist nach outside collateral (äußere Sicherungsgegenstände) und inside collateral. Outside Collateral beschreibt Vermögensgegenstände außerhalb des Unternehmens (etwa Bürgschaften) während inside Collateral aus Aktiva des Unternehmens besteht (Grundschuld, Pfandrecht). Die Sicherheiten von innen können auch Regeln der Rangfolge betreffen. Sicherheit von außen vergrößern hingegen die Haftungsmasse. 

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Bank Run

Bank Runs sind der Albtraum für jede Bank – doch nicht nur Kunden sind der Auslöser, sondern auch Banken selbst. Zum Beispiel wenn diese die Liquidität auf dem Interbankenmarkt austrocknen lassen (indirekter Bank Run). Zudem kann die Pleite einer Bank mehrere andere (gesunde) Banken mitreißen. Bank Runs gehören deshalb zu der Kategorie der höchsten Gefahren im Bankensektor – aber auch allgemein auf dem Finanzsektor. Die Frage ist also, wie Bank Runs verhindert werden können. 

Entstehung von Bank Runs

Meist wird ein Bank Run von Gerüchten ausgelöst. Ein einfaches Gerücht ist in der Regel sogar ausreichend, um eine total gesunde Bank in den Konkurs schlittern zu lassen. Viele Einleger sind sich unsicher (allgemeine Verunsicherung) und ziehen zur Sicherheit die Einlagen (wenn auch nur kurzfristig) ab. Dadurch muss die Bank langfristige Vermögensgegenstände liquidieren – meist mit einem hohen Abschlag*. Wenn bereits andere Banken zuvor betroffen waren, ist zudem der Markt von Vermögensgegenständen überfüllt und der Preis sinkt mit dem zusätzlichen Verkauf weiter. Diese Verluste führen dazu, dass nicht alle Einleger ihre Einlagen ausgezahlt bekommen. Dies wissen die Kapitalgeber und ziehen so schnell wie möglich das gesamte Kapital ab. Die Bank bedient allerdings sequentiell (sequential service constraint). Das gleiche Prinzip herrscht an einer Supermarktkasse, an welcher Kunden anstehen und warten, bis sie an der Reihe sind (Warteschlagenprinzip). 

*Das Eigenkapital sollte die Verluste, welche bei der (Zwangs-)Liquidation entstehen (Liquidationsdisagio), auffangen können. 

Bank Run Faktoren

Bank Runs können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Einerseits wie bereits erwähnt durch Gerüchte über Engpässe in der Liquidität von Banken. Andererseits können Bank Runs auch ganz natürlich von Kapitalgeber ausgelöst werden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel ein neues Produkt, welches viele Spareinleger zugleich haben möchten. Dazu wird Geld benötigt, wodurch ein Abzug der Spareinlagen und somit ein hoher Liquiditätsbedarf entsteht. Auch Erwartungen von Sparer über eine Bank können hier eine Rolle spielen. Bietet die Bank wesentlich geringe Zinsen als andere Banken oder eine Bank wesentlich höhere so kann es vorkommen, dass das Geld schnell die Banken wechselt. Natürlich kann ein Bank Run auch von einer Bank selbst ausgelöst werden: Dies wird klassisch Liquiditätsengpass genannt und kommt nur mehr in den seltensten Fällen vor.

Maßnahmen gegen einen Bank Run

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten einen Bank Run zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Die erste Möglichkeit ist Vorbeugung, wobei ein gewisser Bedarf an liquiden Mittel und Eigenkapital bei der Bank vorhanden ist. Dadurch sollen kurzfristige Liquiditätsengpässe vermieden oder zumindest überbrückt werden. Die zweite Möglichkeit ist die Einlagensicherung, welche in Europa bereits existiert. Zwar nicht auf europäischer Ebene (Bankenunion), allerdings in jedem Land separat. Diese Versicherung garantiert das Geld von Spareinlagen und Girokonten pro Bank in der Regel bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Kleinsparer haben deshalb keinen Anreiz die Bank zu stürmen. Da es aber auch viele Personen gibt, welche mehr Geld in Banken „lagern“, wird die Bank höchstwahrscheinlich von jenen gestürmt werden. Aus diesem Grund können große Beträge auch nicht am Schalter sondern nur gegen Voranmeldung ausgezahlt werden. Zudem hat die FMA die Möglichkeit, Auszahlungen auszusetzen, um die Bank möglicherweise zu retten. 

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Die Einlagensicherung berechnet und bemisst die Prämie vom Risiko der Bankaktiva sowie dem Verschuldungsgrad (hohe Eigenkapitalquote von Vorteil) der Bank. In anderen Ländern werden dabei andere Bewertungskriterien herangezogen. Eine der bekanntesten Bewertungsfaktoren liefert die USA, wobei hier das Merkwort CAMEL(S) geschaffen wurde. Jeder Buchstabe steht dafür für einen Faktor:

  1. Eigenkapitalausstattung (Capital Adequacy)
  2. Qualität der Vermögenswerte (Asset Quality)
  3. Fähigkeit des Managements (Manangement)
  4. Erträge und Verdienst (Earnings)
  5. Liquidität (Liquidity)
  6. Sensitivität gegenüber Marktrisiken (Sensitivity to market risk)

FinTechs

IT-Startups mit Fokus auf Finanzdienstleistungen werden FinTech genannt. Im Gegensatz zu Banken bieten FinTechs eine höhere Kundenorientierung an. Dabei gibt es bei FinTechs derzeit aber kein grundlegendes Geschäftsmodell. Sie können aber in eine der nachfolgenden Kategorien eingeordnet werden: 

Der Kapitalmarkt

Meist wird von einem vollkommen und vollständigen Kapitalmarkt ausgegangen. Dies entspricht allerdings nie der Realität. Trotzdem dient dieser Kapitalmarkt als Grundwert (wissenschaftliches Konstrukt), um einen Vergleichswert zu erlangen. Der vollkommene und vollständiger Kapitalmarkt hat keine Transaktionskosten, ist Wettbewerb ausgesetzt, es existiert symmetrische Informationsverteilung und jeder beliebige Finazierungstitel ist handelbar. In einem solchen Markt sind Finanzintermediäre (Banken) und der Finanzmarkt perfekte Substitute. In einer solchen Welt hätten Banken aufgrund der fehlenden Möglichkeiten Gewinne zu erzielen keine Überlebenschancen. 

Asymmetrische Informationen 

Auch wenn der vollkommene und vollständige Kapitalmarkt auf dem Papier existiert, so existiert er nicht in der Realität. Meist liegt dies an asymmetrischen Informationen. Dies bedeutet, dass zumindest eine Vertragspartei andere (mehr, weniger, unterschiedliche) Informationen besitzt als die andere Partei bzw. die anderen Parteien. Eine der wichtigsten Funktionen von Banken ist das Monitoring (Aktivseite) und die Liquiditätsschockversicherung (Passivseite). 

Als Quelle für diesen Blogbeitrag dienten nachfolgende Bücher, welche Bank- und Risikomanagement perfekt erklären und mit vielen praktischen Beispielen näherbringen.

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